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Inhalt
1. Finanzierungsprogramm "Blühendes Coburg" II
2. Richtlinien zur Förderung in diesem Programm
3. Weitere Förderprogramme
4. Darstellung der allg. Förderungsprogramme und des Finanzierungsprogramms "Blühendes Coburg I"


1. Finanzierungsprogramm der Gemeinschaft Stadtbild Coburg 
"Blühendes Coburg II" 
 ( Die Richtlinie für die Vergabe von Sanierungsmitteln siehe unten Ziff. 4)1.1. und 
 weitere fördernde Institutionen siehe unten)


1.1.   Vorwort

In den 80er Jahren gab die Fa. BROSE uns für 5 Jahre insgesamt 1,5 Mio DM zur Renovierung von Gebäuden in Coburg. Dieses Programm nannten wir „Blühendes Coburg  I“, wobei wir die Mittel in freier Form verteilen konnten.



Wir hofften auf eine Fortsetzung dieses großzügigen Programms; der damalige Baubürgermeister Eduard Reichardt gab sich neiderfüllt große Mühe, dieses Programm zu diffamieren. Dies ging bis zur Verleumdung des 1. Vorsitzenden Dr. Eidt, dem er Unterschlagung von eingenommenen Darlehenszinsen unterstellte. Das Verfahren endete mit einer Einstellung. Da aber das gesamte Programm von den Zeitungen ebenfalls nur zurückhaltend geschildert wurde, endete das Programm mit Ablauf der 5 Jahresfrist.

 


1.2.

Im Jahre 2012 stand am Sonnabend vor Pfingstsonntag, dem 26.05.2012 in der Herrengasse in Flammen.  Herr Stoschek erfuhr in der Nacht vom Wirt seiner Gaststätte „Goldenes Kreuz“ von der Katastrophe, rief noch in der Nacht seine Schwester Christine Volkmann an und vereinbarte mit ihr die Zahlung einer Soforthilfe von 5.000.000.00 €. E

ine Art Jury unter Leitung des damaligen 2. Bürgermeisters Norbert Tessmer verteilte unter Mitwirkung eines Mitarbeiters der Fa. Brose schnell und unbürokratisch 180.000,00 € an Brandopfer.

Diese gesamte zugesagte Summe wurde wegen der Brandversicherungen der Gebäude nicht voll benötigt.
 Daher entschlossen sich  Herrn Stoschek und Frau Volkmann, die restlichen Entschädigungen über eine Institution auszuzahlen, die schon länger gemeinnützig tätig war und ähnliches schon verwaltet hatte. Dies war wie in den 80er Jahren die Gemeinschaft Stadtbild Coburg e.V.
Nach Abschluss des Brand-Entschädigungsprogramms blieb ein Überschuss von ca. 4.000.000,00 €, die – wie vor 30 Jahren – von der Gemeinschaft Stadtbild Coburg e. V. zur Renovierung, Sanierung und nach dem ausdrücklichen Wunsch des Herrn Stoschek zur Verschönerung der Stadt Coburg eingesetzt werden sollten.

Einen Teilbetrag von 1 Mio € sollte zurückgehalten werden für ein Projekt "Schloßplatz-Tiefgarage"mit der Auflage, dass die Gemeinschaft Stadtbild Coburg e.V. in die Planung einbezogen werden sollte, um für eine stadtbildver-trägliche Gestaltung der Ein- und Ausfahrten zu sorgen. Da die Gemeinschaft schon im Jahr vorher zur Diskussion um die Tiefgarage in den Räumen der Sparkasse Coburg-Lichtenfels erklärt hatte, dass eine abgespeckte Variante der „Theatertiefgarage“ nach den Vorgaben des damaligen Verkehrsplaners Skoupil akzeptiert werden könnte, bestand auch insoweit Einigkeit zwischen den drei Herren Michael Stoschek, Peter Kammerscheid und Dr. Hans-Heinrich Eidt.

Auch in der Öffentlichkeit gab es dazu Zustimmung, denn das ISEK-Konzept hatte eine Tiefgarage unter dem Schloßplatz befürwortet, und  es war bekannt, dass das Landestheater ca. 2019 grundlegend renoviert und daher für etwa zwei Spielzeiten still gelegt werden sollte. Dies war dann natürlich auch der geeignete Zeitpunkt für gleichzeitige Arbeiten an der „Theatertiefgarage“, die letztlich sicher unterirdisch mit dem Theaterfoyer verbunden werden sollte.

 Im August/September 2012 begann nun der Vorstand und das beauftragte Auswahlgremium intensiv über die Einsatzmöglichkeiten der großzügigen Spende nachzudenken. Vor allem verkommene Gebäude in der Ketschenvorstadt, in der WEbergasse und im Oberen Bürglaß wurden in die Überlegungen einbezogen. Gleichzeitig meldeten viele Bürger Förderwünsche an, wenn sie ihre Gebäude renovieren wollten. 


1.3.   Organisation

Das Auswahlgremium sollte wunschgemäß klein sein. Es bestand daher (bis Juli 2017) aus dem 1. Vorsitzenden Rechtsanwalt Dr. Eidt, dem 2. Vorsitzenden Architekt und Bausachverständigen Stephan Zapf und dem freien Architekten Karl Glodschei bei .gelegentlicher Unterstützung durch Herrn Michael Stoschek. Nadem Tod des geschätzten Stefan Zapf setzt sich das Auswahlteam zusammen aus dem 1. Vorsitzenden Dr. Eidt, dem 2. Vorsitzenden Ingenieur Sascha Knonsalla und dem 3. Vorsitzenden und Kassierer Helmut Raab. 
Interessierende Objekte werden von Auswahlgremium ausgesucht, von Mitgliedern der Gemeinschaft angegeben oder von interessierten Eigentümern selbst, gelegentlich auch von der Unteren Denkmalsbehörde in Coburg  vorgeschlagen.
Der Ablauf ist nach den folgenden Grundsätzen bestimmt:


 Richtlinie zur Förderung von Maßnahmen der Denkmalpflege und des Denk-malschutzes für Gemeinschaft Stadtbild Coburg e.V. (Stand 01.08.2018).

 
I.   Grundsätze der Förderung

     
    1.  Der Verein gewährt Zuschüsse im Rahmen der ihm zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel. Bezuschusst werden Maßnahmen des Denkmalschutzes und der Denkmalspflege; insbesondere Kosten der Instandsetzung, Erhaltung und Sicherung von Baudenkmälern sowie Maßnahmen an Gebäuden innerhalb eines Ensembles, soweit die Maßnahmen zur Erhaltung des schützenswerten Erscheinungsbildes des Ensembles oder des Stadtbildes erforderlich sind.

         2.  Der Zuschuss soll gewährt werden, um einen Anreiz zur Sanierung  von Gebäuden des Abs. 1 zu schaffen.    

        3.  Die Höhe des Zuschusses richtet sich nach der Bedeutung und Wertigkeit des Baudenkmales und der Maßnahme im Sinne des Denkmalschutzes und der Stadtbildpflege, nach der Leistungsfähigkeit des Eigentümers, nach den zur Verfügung stehenden Haushaltsmitteln und nach den voraussichtlich anfallenden Kosten der denkmalpflegerischen oder sonstigen Sanierungsmaßnahmen.

       4.   Ein Rechtsanspruch auf Bewilligung eines Zuschusses besteht nicht.

II. Verfahren

           1.   Der Antrag auf Bezuschussung der in I.1. genannten Objekte ist vor Beginn der Arbeiten oder Maßnahmen bei dem Verein und möglichst dem Auswahlteam einzureichen und wird dort bearbeitet.

            2.   Die voraussichtlich anfallenden Baukosten der denkmalpflegerischen oder sonstigen Sanierungsarbeiten sind mit Unterlagen, insbesondere durch Angebote von Fachfirmen, durch Kostenaufstellungen von Architekten, Kostenschätzungen, Fotos u.ä. nachzuweisen.

            3. Zuschussempfänger sind in erster Linie die Eigentümer der Baudenkmäler.

            4.  Die Bedingungen und Auflagen des bauaufsichtlichen Genehmigungs- bzw.      Erlaubnisbescheides müssen erfüllt werden. Bei Aufnahme in das Förderprogramm erhält der Antragsteller eine sog. „Verpflichtungserklärung“, in der die wesentlichen Forderungen des Vereins enthalten sind. Diese sind bei der Durchführung der Maßnahme einzuhalten; andernfalls entfällt die Zusage der Förderung bzw. kann nachträglich der bewilligte Betrag zurückgefordert werden.

            5.  Mit den Bauarbeiten darf nach Freigabe durch den Verein oder das Auswahlteam begonnen werden. Auf die anders lautenden Bedingungen der Unteren Denkmalsbehörde, des Bayer. Landesamtes für Denkmalpflege und des Bezirkstages von Oberfranken wird hingewiesen.

              6.  Die Arbeiten müssen unter der Aufsicht von Fachleuten, gegebenenfalls auch Fachleuten aus dem Verein erfolgen.

              7.  Nach Abschluss der Arbeiten sind dem Verein die entsprechenden Schlussrechnungen vorzulegen, die für die bezuschusste Maßnahme tatsächlich entstanden sind.
     

              8.  Sollte sich gegenüber den vorgelegten Kostenanschlägen eine wesentlich andere Bausumme ergeben, behält sich der Verein eine Anpassung (Erhöhung bzw. Kürzung) des zugesagten Zuschusses vor.

III. Zuschusshöhe, Zuschussgewährung und Entzug des Zuschusses

            1.      Für Maßnahmen entsprechend Ziff. I 1 dieser Richtlinie werden Zuschüsse in freier Bestimmung durch das Auswahlteam gewährt.

            2.  In besonderen Ausnahmefällen, z.B. bei Gebäuden mit überörtlicher Bedeu-tung oder Rettungsarbeiten zur Vermeidung drohender Zerstörung, können auch höhere Zuschüsse zur Verfügung gestellt werden, über die im jeweiligen Einzelfall auf Antrag vom Auswahlteam zu entscheiden ist. Dabei kann das Auswahlteam in begründeten Fällen das gefährdete Objekt zur Renovierung und anschließenden wirtschaftlich sinnvollen Verwertung auch kaufen.
   
           3.  Der Zuschuss kann auch nachträglich noch versagt und entzogen oder zurückgefordert werden, wenn der Zuschussempfänger diesen zu Unrecht, insbesondere durch unzutreffende Angaben erlangt oder die Auflagen aus der Verpflichtungserklärung nicht erfüllt hat.

Coburg, den 01.08.2018

Richtlinie für die Auswahl von Objekten für die Bezuschussung im Sanierungsprogramm

1)    Vorschläge für die Auswahl

Jedermann, insbesondere Mitglieder der Gemeinschaft Stadtbild Coburg e.V. kann Objekte und Projekte vorschlagen, die in das Programm einbezogen werden sollen.

 2). Auswahlteam und Entscheidung über die Bezuschussung           

        Ein Auswahlteam entscheidet ausschließlich und abschließend über die Bezuschussung der Objekte und Projekte. Diesem Team gehören an:

·         Der 1. Vorsitzende, derzeit Rechtsanwalt Dr. Hans-Heinrich Eidt.

·         Der 2. Vorsitzende, derzeit Ingenieur Sascha Knonsalla

·         Der 3. Vorsitzende, derzeit Schatzmeister Helmut Raab.

        Auf Wunsch kann auch der Sponsor, Herr Michael Stoschek an der Entscheidungsfindung teilnehmen.

        Erforderliche Ortsbegehung werden vom Auswahlteam gemeinsam durchgeführt.


3)    Durchführung der Maßnahme

Nach der Entscheidung über die Bezuschussung eines Objektes bearbeiten die Teammitglieder den Vorgang soweit im Einzelfall erforderlich bezüglich

·         Kostenschätzung

·         Abrechnungen

·         Bauabnahmen

·         Rechnungsprüfung usw.

4)      Rechnungswesen, Rechnungsprüfung und Entlastung

Die Entscheidung des Auswahlteams über zugesagte Förderungsbeträge erfolgt schriftlich und ist von mindestens zwei Teammitgliedern zu unterzeichnen. Bei Auszahlungsreife nach Erfüllung der Förderungsauflagen zahlt der Kassierer des Vereins entsprechend dem schriftlichen Beschluss den Förderungsbetrag an den jeweiligen Bauherren aus.
 Die Kontoführung wird jährlich durch die von der Mitgliederversammlung gewählten Rechnungsprüfer geprüft. Diese bestätigen in der Mitgliederversammlung lediglich die ordnungsgemäße Abwicklung der Kontoführung, ohne im Einzelnen die Höhe der ausgereichten Zuschüsse bekanntzugeben. Sie beantragen auch insoweit die Entlastung des Kassierers und der Mitglieder des Auswahlteams.

Coburg, den 01.08.2018          

2. Richtlinie zur Förderung von Maßnahmen der Denkmalpflege und des Denk-malschutzes für Gemeinschaft Stadtbild Coburg e.V..

I.   Grundsätze der Förderung

 
1.  Der Verein gewährt Zuschüsse im Rahmen der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel. Bezuschusst werden Maßnahmen des Denkmalschutzes und der Denkmalspflege; insbesondere Kosten der Instandsetzung, Erhaltung und Sicherung von Baudenkmälern sowie Maßnahmen an Gebäuden innerhalb eines Ensembles, soweit die Maßnahmen zur Erhaltung des schützenswerten Erscheinungsbildes des Ensembles erforderlich sind.

 2.  Der Zuschuss soll gewährt werden, um einen Anreiz zur Sanierung    denkmalgeschützter Gebäude zu schaffen.

 3.  Die Höhe des Zuschusses richtet sich nach der Bedeutung und Wertigkeit des Baudenkmales und der Maßnahme im Sinne des Denkmalschutzes, nach der Leistungsfähigkeit des Eigentümers, nach den zur Verfügung stehenden Haushaltsmitteln und nach den voraussichtlich anfallenden Kosten der denkmalpflegerischen Maßnahmen.

 4.   Ein Rechtsanspruch auf Bewilligung eines Zuschusses besteht nicht.

.II. Verfahren

 1.   Der Antrag auf Bezuschussung denkmalgeschützter Objekte ist vor Beginn der Arbeiten oder Maßnahmen bei dem Verein und möglichst dem Auswahlteam einzureichen und wird dort bearbeitet. Die weiteren Verpflichtungen des Zuschussempfängers werden in einer schriftlichen "Verpflichtungserklärung" oder bei großen Sanierungsvorhaben in einem Zusammenarbeitsvertrag festgelegt.

 


2.   Die voraussichtlich anfallenden Baukosten der denkmalpflegerischen Arbeiten sind mit Unterlagen, insbesondere durch Angebote von Fachfirmen, durch Kostenaufstellungen von Architekten, Kostenschätzungen und Fotos nachzuweisen.


 3 . Zuschussempfänger sind in erster Linie die Eigentümer der Baudenkmäler.

 4.  Die Bedingungen und Auflagen des bauaufsichtlichen Genehmigungs- bzw.      Erlaubnisbescheides müssen erfüllt werden.

 5.  Mit den Bauarbeiten darf nach Freigabe durch das Auswahlteam begonnen werden. Auf die anders lautenden Bedingungen der Unteren Denkmalsbehörde, des Bayer. Landesamtes ftir Denkmalpflege und des Bezirkstages von Oberfranken wird hingewiesen.

 6.  Die Arbeiten müssen unter der Aufsicht von Fachleuten, gegebenenfalls auch aus dem Verein erfolgen.

 7.  Nach Abschluss der Arbeiten sind dem Verein die entsprechenden Schlussrechnungen vorzulegen, die für die bezuschusste Maßnahme tatsächlich entstanden sind.

 8.  Sollte sich gegenüber den vorgelegten Kostenanschlägen eine wesentlich andere Bausumme ergeben, behält sich der Verein eine Anpassung (Erhöhung bzw. Kürzung) des zugesagten Zuschusses vor.

III. Zuschusshöhe, Zuschussgewährung und Entzug des Zuschusses

1. Für Maßnahmen entsprechend Ziff. I 1 dieser Richtlinie werden  Zuschüsse in freier Bestimmung durch das Auswahlteam gewährt.


 2.  In besonderen Ausnahmefällen, z.B. bei Gebäuden mit überörtlicher Bedeu-tung oder Rettungsarbeiten zur Vermeidung drohender Zerstörung, können auch höhere Zuschüsse zur Verfügung gestellt werden, über die im jeweiligen Einzelfall auf Antrag vom Auswahlteam zu entscheiden ist. Dabei kann das Auswahlteam in begründeten Fällen das gefährdete Objekt zur Renovierung und anschließenden wirtschaftlich sinnvollen Verwertung auch kaufen.

3.  Der Zuschuss kann auch nachträglich noch versagt und entzogen oder zurückgefordert werden, wenn der Zuschussempfänger diesen zu Unrecht, insbesondere durch unzutreffende Angaben, erlangt hat.


Coburg, den 16.11.2012



3. Zuschussorganisationen

Untere Denkmalschutzbehörde Stadt Coburg:
Herr Klemens Sagodi. Steingasse 18. Raum 105, 96450 Coburg 
Tel.: 09561- 89-1634. Fax: 09561- 89-1639, email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.


Landesamt für Denkmalspflege:

Dienststelle Schloß Seehof, 96117 Memmelsdorf, Dr. Annette Faber
T
el.: 0951/4095-17: email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! ....

Oberfrankenstiftung

Oberfrankenstiftung, Friedrichstraße 4, 95444 Bayreuth
Tel.: 0921 5072063, Fax: 09 21-50 72 06-44. email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Bayerische Landesstiftung

Bayerische Landesstiftung,Alter Hof 1, 80331 München
Tel.: 089 2324166, Fax: 0 89 - 23 24 16 80; email:; Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!









4. Finanzielle Förderung denkmalspflegerischer Maßnahmen

Vor dem folgenden historischen Überblick und der Darstellung schon seit längerem bestehender Finanzierungsmöglichkeiten verweisen wir auf das Spendenprogramm aus Mitteln der Frau Christine Volkmann und des Herrn Michael Stoschek. Wir sind dadurch in die Lage versetzt, ca. 2 Mio € als Zuschüsse zu Renovierungs- und Sanierungsmaßnahmen zu verteilen. Siehe dazu unter AKTUELLES und im Programm BLÜHENDES COBURG II.

  
Sah die Gemeinschaft Stadtbild Coburg e. V. zu Beginn ihrer Tätigkeit ihre Aufgabe in erster Linie in Aktionen zur Bewußtseinsbildung der Bevölkerung, wurden einzelne Maßnahmen auch in der Vergangenheit bereits finanziell unterstützt. Dabei ist zu berücksichtigen, daß die Gemeinschaft seit ihrer Gründung im Jahre 1973 einen Mitgliedsbeitrag von 10,-- DM festgesetzt hat, der für Einzelpersonen ebenso wie für Ehepaare gilt. Die laufenden Einnahmen waren daher - abgesehen von Spenden - sehr gering.
Aus diesem Grunde wurden größere Finanzierungen, wie etwa die Unterstützung der Renovierung der Rückertbrunnen, durch Spendenaufrufe getragen. Andere kostenträchtige Maßnahmen, wie etwa das Türprogramm oder das Schulprogramm, wurden so eingerichtet, daß mit möglichst geringem finanziellen Einsatz möglichst große Wirkung erzielt wurde.
Dieses Prinzip gilt bei allen finanziellen Unterstützungen, die jeweils so geplant werden, daß durch den Einsatz von Geldmitteln der jeweils unterstützte Hauseigentümer zum Einsatz eigener Mittel angeregt

Thermographie

„Fassadenglotzer wollen verborgenes Fachwerk entdecken“, berichteten die Coburger Zeitungen über das im Jahre 1981 begonnene Thermographieprogramm der Gemeinschaft. In Zusammenarbeit mit dem „Thermographischen-Baudiagnose-Dienst“ des Architekten Rudolf Wolf boten wir den Coburger Bürgern an, ihre Häuser auf eventuell vorhandenes Fachwerk untersuchen zu lassen.
Damit wollten wir nicht erreichen, dass in der ganzen Stadt Fachwerkhäuser freigelegt werden, jedoch wollten wir den Hauseigentümern eine echte Entscheidungshilfe bieten nach den Motto „lohnt sich die Freilegung oder lohnt sie sich nicht?“

Die Initiative wurde möglich mit Hilfe der Infrarot-Meßtechnik, die - ohne in die Bausubstanz einzugreifen - exakte Unterlagen bietet, um aufzuzeigen, wie sich die Fassaden nach Freilegung der Balken darbieten könnten.
Für die Hauseigentümer, die sich zur Durchführung der thermographischen Studie entschlossen, entstanden keinerlei Verpflichtungen. Sie gaben lediglich dem Institut und der Gemeinschaft das Recht, die Studie selbst und die daraus abgeleiteten Zeichnungen zu künstlerischen, wissenschaftlichen und denkmal-schützerischen Zwecken frei zu verwerten und diese Unterlagen auch Dritten zugänglich zu machen.
Von den anfallenden Kosten, die sich auf ca. 200,--bis 250,-- DM beliefen, übernahmen wir die Hälfte, behielten uns aber vor, einzelne Interessenten dann nicht zu berücksichtigen, wenn nach Beurteilung der Kunsthistoriker, Denkmalschützer oder des Thermographischen Instituts schon von vorne herein feststand, daß die Thermographie kein positives Ergebnis bringen werde.

Als Ergebnis der Studie erhielten die Hauseigentümer die thermographische Aufnahme, die das versteckte Fachwerk sichtbar machte, sowie eine Zeichnung des bis zu diesem Zeitpunkt unsichtbaren Fachwerks. Verbunden war dies jedoch auch mit einer Beratung, ob sich eine Freilegung lohnte. Denn wir unterschieden zwischen rein konstruktivem Fachwerk, welches von Anfang an für die Auflage von Putz vorgesehen war, und einem Zierfachwerk, wie es sich etwa an der Hahnmühle befindet. Da aber in vergangener Zeit häufig auch schönes Zierfachwerk mit einer dicken Putzschicht überzogen wurde, konnten wir mit dieser Thermographischen Studie den Hauseigentümern in geeigneten Fällen die Anregung geben, ggf. die Fassade freizulegen.


Türprogramm
Ebenfalls aus dem Jahre 1981 stammt die Initiative der Gemeinschaft Stadtbild Coburg zur Erhaltung von Details. Denn die Erhaltung eines alten Gebäudes setzt voraus, daß nicht nur die Umrisse weiterhin ablesbar bleiben, sondern auch die Türen, Fenster, Gesimse usw. in harmonischem Gesamtzusammenhang mit dem Gebäude stehen.
Bedauerlicherweise ist gerade in dieser Hinsicht schon viel verloren gegangen, weil in den 60er Jahren gegliederte Fenster mit zunehmender Geschwindigkeit verschwanden und alte Haustüren nicht mehr renoviert, sondern durch moderne Türen ersetzt wurden.
Diesem Trend gerade bei den Haustüren sollte das sog. "Türprogramm" entgegenwirken. Jeder Hauseigentümer, der seine alte Haustür erhält und renovierte, anstatt sie durch eine unpassende, moderne Tür zu ersetzen, erhält einen Zuschuß von 25 %, wobei in einzelnen Fällen etwa bei der Eingangstüre des Kindergartens Marienschule im Park l, auch größere Zuschüsse gegeben wurden.
Die besondere Bedeutung der "Tür als Visitenkarte des Hauses" und die Bedeutung der Erhaltung der Details am Hause hob in verschiedenen Zeitungsartikeln das Vorstandsmitglied Ernst Kienel hervor.
Dieses Programm wird auch im Jahre 1988 noch fortgeführt und findet weiter regen Zuspruch.

Fensterrestaurierungen
Bei der Restaurierung von Fenstern, insbesondere der Erhaltung von Sprossenfenstern, hat die Gemeinschaft kein dem Türprogramm entsprechendes Finanzierungsprogramm aufgelegt. Dennoch hat sie gerade auf die Bedeutung der Fensterunterteilungen, die zur jeweiligen Fassade passen, durch Zeitungsartikel und die Unterstützung von Fensterrestaurierungen aufmerksam gemacht.
So beteiligte sich die Gemeinschaft mit 3.000,-- DM an der Renovierung des hervorragenden Jugendstilfensters im Hause Judengasse 54. Die Stadt leistete zur Renovierung und Erhaltung dieses Fensters einen nicht unerheblichen Beitrag, sah sich aber aus berechtigten Gründen außer Stande, den Eigentümer völlig kostenfrei zu stellen. Da dieser jedoch kein Interesse an der Erhaltung dieses Fensters zeigte, unterstützte die Gemeinschaft die Renovierung mit einem Zuschuß von 3.000,-- DM und halbierte so die letztlich fehlenden Eigenmittel, was ihn zur Durchführung der Sanierungsmaßnahme bewegen und das Fenster erhalten konnte. Bei der Übergabe der Spende wies der 1. Vorsitzende, Dr. Hans-Heinrich Eidt, ausdrücklich darauf hin, daß sich die Altstadtsanierung nicht nur für ganze Gebäude oder Gebiete interessieren dürfe, sondern vor allem auch die Einzeldetails erhalten und bewahren müsse.
Ein anderes bedeutendes Jugendstilfenster im Hause Gustav-Freytag-Weg 23 wurde durch seinen Eigentümer vor der Zerstörung bewahrt. In diesem Falle unterstützte die Gemeinschaft die Restaurierung deswegen, weil der Eigentümer mit groBem Aufwand und persönlichem Einsatz das gesamte Jugendstilhaus des früheren Stadtbaumeisters Max Böhme restauriert hatte, so daß der Zuschuß zur Fensterrestaurierung als Anerkennung für die geleistete Arbeit angesehen werden konnte.
Im Rahmen der "Brose-Spende" aus dem Jahre 1987, die dem Verein flexible Finanzierungsmöglichkeiten erlaubte (siehe unten "Brose-Spende"), konnten Hauseigentümer angeregt werden, einmal entfernte Sprossenfenster im Rahmen von Haussanierungen wieder einzusetzen, wobei die Gemeinschaft die dafür anfallenden Mehrkosten zu übernehmen versprach.
Bei der Vergabe von Zuschüssen aus der "Brose-Spende" achtete der Vorstand der Gemeinschaft besonders darauf, daß möglichst auch die Sprossenfenster wieder hergestellt wurden. Bei Fassadenprämierungen wurden Häuser grundsätzlich nicht mit Medaillen prämiert, bei denen die Sprossenfenster entfernt worden waren.
Angeregt durch die Gemeinschaft, jedoch finanziert durch die Stadt Coburg, ließ Anfang 1988 der Stadtkämmerer Manfred Galda im Hause Pfarrgasse 4 die seit Jahren fehlenden Sprossenfenster einsetzen. Hierdurch wurde erreicht, daß sich der gesamte Prospekt der Häuser in der Pfarrgasse gegenüber der Morizkirche nun in einheitlichem Bild zeigte.


Schulprogramme

Mit dem Schulprogramm lobt die Gemeinschaft Geldprämien aus, wenn eine Klasse oder ein Schüler Themen bearbeitet, die sich mit Stadtbild- oder Denkmalspflege im weitesten Sinne beschäftigen.
Leider haben außer der Rückertschule bei einer Gemeinschaftsarbeit über den Brunnen in der Ketschengasse, die Schule am Glockenberg über ein Thema verschiedener Coburger Baudenkmäler und mehrfach das Alexandrinum unter Leitung des Herrn Appeltshauser die Schulen davon trotz wiederholter Werbung nur selten Gebrauch gemacht. Gezahlt wurden Beträge zwischen 1500,00 DM und 500,00 €.

Im Jahr 2018 konnte das Gymnasium Casimirianum gewonnenw erden, mit 2 sechsten Klassen das Programm wieder aufzunehmen. Die zuständige Lehrerin Frau Hess wird dieses Programm zusammen mit Mitgliedern der Gemeinchaft durchführen, zunächst im Saal, dann aber auch mit einem Rundgang durch die Altstadt.

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Sonstige Finanzierungen

Als die Stadt Coburg in der Pfarrgasse ein Haus renovierte, sollte der ursprünglich im Plan enthaltene Giebel mit "Ochsenauge" aus Kostengründen weggelassen und durch einen vereinfachten Giebel ersetzt werden. Der Ehrenvorsitzende, Herbert Appeltshauser, stellte durch Untersuchungen im Stadtarchiv und Bauamt fest, daß dieses Haus ursprüngli Ein ähnliches Problem trat bei der Renovierung eines Fachwerkhauses in der Nägleinsgasse auf. Bei der Freilegung zeigte sich, daß an den Eckbalken gedrechselte, korkenzieherförmige Elemente vorhanden waren. Diese waren jedoch so verbraucht, daB sie nicht erhalten werden konnten. Sie sollten daher - ebenfalls aus Kostengründen - durch glatte Balken ersetzt werden. Hier finanzierte die Gemeinschaft mit 3.000,-- DM die Kopie der ursprünglichen Balken, die nun wieder die Ecken zieren.

Allgemein muß jedoch hier folgendes angemerkt werden:
Solche Finanzierungen bereiten Schwierigkeiten, wenn sie zur Unterstützung von Privatleuten gegeben werden. Gerade aus dem Kreise der Mitglieder kommt hier Kritik, weil nicht eingesehen wird, daß solche Unterstützungsmaßnahmen letztlich der Allgemeinheit und der Verschönerung des Stadtbildes dienen, also nur zweitrangig dem privaten Eigentümer nutzen. Dies gilt insbesondere, wenn die Zuwendungen aus dem Beitragsaufkommen getätigt werden. Deswegen bemühte sich der Vorstand der Gemeinschaft Stadtbild Coburg verstärkt, Unterstützungen aus Beitragsmitteln nur öffentlichen Gebäuden zugute kommen zu lassen. Dies gilt etwa auch für die fachmännische Säuberung des Sturm's-Brunnens in der Ketschengasse oder des Gedenksteins in der Unteren Anlage, Auch für die Säuberung des Albert-Denkmals auf dem Markte bot die Gemeinschaft Stadtbild Coburg einen Zuschuß von 5.000,-- DM an. Bedauerlicherweise zeigte sich die Stadtverwaltung hier jedoch ablehnend oder kritisierte die Maßnahmen, auch wenn sie fachmännisch ausgeführt wurden.
So stand der Vorstand der Gemeinschaft Stadtbild Coburg über lange Zeit hinweg vor dem Problem, einerseits negative Reaktionen der Mitglieder bei der Unterstützung von Privatleuten befürchten zu müssen, andererseits aber auch bei der Stadt aus "politischen" Gründen auf Ablehnung zu stoßen, wenn Spenden angeboten wurden. Es empfiehlt sich also, solche Spendenaktionen rechtzeitig mit den Mitgliedern und der Stadt abzustimmen, um ablehnende Reaktionen zu vermeiden.

 

Das BROSE-Programm zur Sanierung Coburger Bürgerhäuser  (1987 ff)
„Blühendes Stadtbild

Das im folgenden dargestellte Programm, das verbunden und nur denkbar ist mit einem wohl einmaligen ideellen und finanziellen Engagement der Firma Brose Fahrzeugteile GmbH 4 Co. KG in Coburg, möchte jedoch diese anklagende und kämpferische Seite der Gemeinschaft Stadtbild Coburg zurückstellen, um ganz bewußt die andere, nämlich die werbende und unterstützende Aktivität in den Vordergrund zu stellen. Dieses Programm, genannt "Blühendes Stadtbild" soll zumindest für die nächsten Jahre die Aktivitäten des Vereins bestimmen und die Denkmals- und Stadtbildpflege neben dem Einsatz ideeller auch durch den Einsatz großzügiger finanzieller Mittel unterstützen.


Entstehung  des  Programms
Die Firma Brose Fahrzeugteile GmbH 4 Co. KG in Coburg war schon immer mit Spenden auf den verschiedenartigsten Bereichen des gesellschaftlichen Lebens in Coburg hervorgetreten. Anfang 1987 beschlossen die Gesellschafter dieses Familienunternehmens, ihre bisherigen weitgespannten sozialen und kulturellen Unterstützungen mehr zu konzentrieren, um so eine stärkere Wirkung zu erzielen.
Das erste, der Allgemeinheit gewidmete Projekt sollte der Verschönerung der Heimatstadt der Gesellschafter des Unternehmens dienen. Da die Erhaltung öffentlicher Bauten in Coburg problemlos finanzierbar erschien, wollten sie nun private Gebäudebesitzer bei der Sanierung unterstützen, sofern es sich um ein besonders exponiertes Objekt handelte und der Eigentümer auch unter Ausnutzung öffentlicher Fördermittel die Mannahmen aus eigener Kraft nicht durchführen konnte.
Für die Zuteilung der Mittel entschieden sich die Gesellschafter des Familienunternehmens für die Gemeinschaft Stadtbild Coburg als unabhängige und fachliche Organisation, die bei der Auswahl der Objekte und der Standorte frei entscheiden sollte. Die Gesellschafter wollten, daß diese Aktion nicht nur von der Öffentlichkeit, sondern auch vom Coburger Stadtrat und der Stadtverwaltung als Zeichen ihrer Verbundenheit mit dieser Stadt verstanden würde.
Der Geschäftsführer der Firma Brose, Michael Stoschek, bot also der Gemeinschaft Stadtbild Coburg eine finanzielle Förderung für die Denkmalspflege an unter der Auflage, daß die Gemeinschaft zusammen mit der Firma ein sinnvolles Konzept für die Vergabe und die Verteilung der Mittel aufstellen sollte. Um die damit eventuell verbundenen Eifersüchteleien zu verhindern, war eine weitere Voraussetzung, daQ lediglich der engere Vorstand über die Mittelvergabe entscheiden sollte.
Nachdem das Programm erarbeitet und zwischen Spender und Gemeinschaft Stadtbild Coburg abgeklärt war, sagte die Firma Brose am 1. 4. 1987 für 5 Jahre eine Spende in Höhe von jährlich 300.000,-- DM zu.
Dabei wurde für 1987 vereinbart, den wesentlichen Anteil der Spende für die Sanierung des Gebäudes Ernstplatz 12, dem Gebäude der Stiftung Sonntagsschule zu verwenden.
In dem Programm "Blühendes Stadtbild" ist wesentlicher Partner auch die "Stiftung Sonntagsschule".
Seit 13. 5. 1821 gibt es in Coburg eine Sonntagsschule. Nach verschiedenen Versuchen, eine Fortbildungsschule für angehende Handwerker zu gründen, genehmigten die Coburger Behörden auf Antrag des Edukationsrates Bagge vom 9. 5. 1821 den Versuch, eine solche Schule zu errichten. Der Gedanke dahinter war, jungen Handwerkern, die neben ihrer handwerklichen Ausbildung nicht unterrichtet wurden, in Geographie, Schreiben, Zeichnen und Lesen sowie später auch anderen Fächern auszubilden. Am Sonntag, 13. 5. 1821, begann der Unterricht im Rathaussaal. Da die Lehrlinge während der gesamten Woche bei den Meistern eingespannt waren, blieb für den zusätzlichen "Berufsschul-" Unterricht nur der Sonntag übrig. Diese Schule wurde gegen den Widerstand einiger Meister, die die Lehrlinge auch am Sonntag zur Arbeit einsetzen wollten, sowie gegen den Widerstand der Kirchen eingerichtet, die den Gottesdienstbesuch gefährdet sahen.
Am 23. 9. 1861 erhielt die Sonntagsschule, die mit öffentlichen Mitteln gefördert wurde, die alte Fronveste (jetzt Gebäude Ernstplatz Nr. 12) übereignet, nachdem das Gebäude von Gefangenen und Kreisgericht geräumt worden war. Hier entwickelte sich allmählich ein Berufsschulwesen, aus dem schließlich die Staatliche Berufsschule, der Kunst- und Gewerbeverein, der Gesellenverein, die Fortbildungseinrichtungen der Handwerkskammer und schließlich die Fachhochschulen hervorgegangen sind.
Der ursprüngliche Zweck, das Handwerk in Stadt und Land zu fördern und die Schüler zu tüchtigen Handwerksgesellen und Meistern heranzubilden, war damit erfüllt.
In der Zusammenarbeit zwischen Gemeinschaft Stadtbild Coburg und Stiftung Sonntagsschule soll dieser Zweck nunmehr weiter verfolgt werden.

 

Programm der Gemeinschaft Stadtbild Coburg zur Sanierung Coburger Gebäude
"Blühendes Stadtbild"
Das Programm richtet sich in erster Linie an die Eigentümer privater Gebäude in Coburg. Die Gemeinschaft Stadtbild Coburg hatte die Bereitschaft der Bürger, ihre Häuser zu sanieren und zu renovieren, in der Vergangenheit durch "Fassadenprämierungen" mit Medaillen und Urkunden gewürdigt. Diese soll nun durch finanzielle Anregungen noch verstärkt werden.
Die Unterstützung ist in erster Linie weitgestreut angelegt und soll sich nicht nur auf Einzelobjekte ausrichten. Dabei geht es in erster Linie weniger um Denkmalschutz oder Sanierung der Gebäude im Inneren, was Aufgabe der Eigentümer selbst bleiben soll, sondern vielmehr um "Stadtbildpflege".
Doch sollen Einzelobjekte von besonderem Wert für die Allgemeinheit auch in größerem Umfang saniert werden. Dies gilt insbesondere für das Gebäude der "Stiftung Sonntagsschule" am Ernstplatz 12 in Coburg, zu dem der mittelalterliche Hexenturm gehört. Die vollständige Renovierung von Einzelobjekten soll aber die Ausnahme bleiben, vielmehr sollen Eigentümer angeregt und gewonnen werden, zusammen mit der Gemeinschaft Stadtbild Coburg und der öffentlichen Hand die Sanierung durchzuziehen, die den Stolz des Eigentümers fördert, aber auch der Allgemeinheit durch eine Verschönerung des Stadtbildes dient.
Die Auswahl der zu renovierenden Objekte erfolgt durch den Vorstand der Gemeinschaft Stadtbild Coburg.

Dieser soll sich jedoch der Beratung des Arbeitsausschusses und der Anregungen der Mitglieder insgesamt, aber auch der Anregung Dritter, des Heimatpflegers, des Landesamts für Denkmalspflege und des Stadtbauamtes bedienen.
Vorrangig werden Gebäude berücksichtigt, die in der Denkmalliste aufgeführt sind. Doch auch Gebäude, die im Ensemble stehen, also nicht alleine für sich Baudenkmäler sind, können hier berücksichtigt und ausgewählt werden. So können auch Fassaden baugeschichtlich weniger bedeutender Gebäude mit Zuschüssen der Gemeinschaft Stadtbild Coburg gepflegt und saniert werden.
Letztlich sollen die Mittel aber auch eingesetzt werden, um Details zu erhalten oder zu erneuern. Gerade gegliederte Fenster, alte Holztüren, Brunnen, Schnitzereien an Gebäuden, Dachformen u. ä. Einzelheiten bestimmen die Harmonie eines Bauwerks, so daß deren Verlust zur Gefährdung des gesamten Gebäudes führen kann. Dies soll von der Gemeinschaft Stadtbild Coburg in Zukunft in gleicher Weise gehandhabt werden, wie in dem bereits aufgelegten Programm zur Erhaltung alter, handwerklich gearbeiteter Türen. Die Auswahl wird sich gem. § 2 der Satzung der Gemeinschaft in erster Linie an der Bedeutung des Objektes für die Allgemeinheit und für das Gesamtstadtbild ausrichten. Selbstverständlich muß aber im Einzelfall die finanzielle Situation des Eigentümers mit in die Beurteilung einfließen.
Bei der Durchführung des Programms können sich einerseits die Eigentümer selbst an die Gemeinschaft Stadtbild Coburg wenden, um ihre Renovierungspläne finanziell fördern zu lassen aber auch Vorschläge, die vom Bauamt der Stadt Coburg gemacht werden, werden selbstverständlich in das Förderungsprogramm einbezogen. Andererseits wird die Gemeinschaft Coburg aber nicht nur warten, bis sich Bürger oder Bauamt mit Zuschußanträgen an den Vorstand wenden, vielmehr will sie auch aktiv auf Hauseigentümer zugehen, um bei Fällen erwünschter Sanierung die Eigeninitiative anzuregen und finanziell zu unterstützen. Hier verläßt sich die Gemeinschaft Stadtbild Coburg voll und ganz auf die Bereitschaft der Bürger, ihre eigenen Häuser zu pflegen, zu erhalten und zu verbessern.
Die Mittel sollen zum Teil als verlorene Zuschüsse gewährt werden, wobei die Höhe des Anteils vom Einzelfall, der Bedeutung des Objektes und der finanziellen Situation des Eigentümers abhängen wird.
Darüberhinaus können zinslose Darlehen ausgereicht werden, die insbesondere auch zur Überbrückung der Zeit bis zur Finanzierung mit anderen Mitteln, vor allem bis zum Eingang der öffentlichen Zuschüsse gedacht sind. Soweit möglich, sollen diese zinslosen Darlehen allerdings zurückgefordert werden, um mit dem Rückfluß der Gelder weitere Projekte fördern zu können. Soweit dies die finanzielle Situation des Eigentümers nicht erlaubt, kann jedoch auch eine über mehrere Jahre laufende Tilgung des Darlehens durch Zeitablauf vereinbart werden, wobei ein Rückforderungsanspruch der Gemeinschaft Stadtbild Coburg nur dann fällig wird, wenn der jeweilige Hauseigentümer die aus Spendenmitteln erreichte Wertsteigerung seines Hauses durch Verkauf in bare Münze umsetzen will. Soweit hier ein Rückfluß erfolgt, wird dieser wiederum zu neuen Sanierungsmaßnahmen im Sinne des Gesamtprogrammes eingesetzt.
Nur in Ausnahmefallen will die Gemeinschaft Stadtbild Coburg auch die volle Sanierung finanzieren, wenn die Situation des Hauseigentümers eine andere Entscheidung nicht zuläßt. Auch hier soll dann aber zumindest für den Fall des Verkaufs des wertgesteigerten Anwesens ein teilweiser Rückzahlungsanspruch vereinbart werden.

Gedacht ist schließlich im Ausnahmefall auch daran, ein Anwesen vom Eigentümer käuflich zu erwerben und dann im Auftrage der Gemeinschaft Stadtbild Coburg renovieren zu lassen. Dieser Fall könnte eintreten, wenn - wie sich zeigte - Eigentümer ihr verfallendes Gebäude nicht mehr halten können, sondern veräußern wollen, aber keinen Kaufinteressenten finden, andererseits aber keine Investitionen mehr vornehmen können, so daß der Verfall beschleunigt wird.
Auch in diesen Fällen soll allerdings ein Rückfluß der Mittel erreicht werden z. B. durch die Veräußerung des Gebäudes nach der Renovierung oder durch den Einsatz der später möglichen Mieteinnahmen im Sinne des Gesamtprogrammes und der Satzungszwecke.
Voraussetzung für die Gewährung von Zuschüssen durch die Gemeinschaft Stadtbild Coburg ist jedoch, daß sämtliche Möglichkeiten zum Erhalt öffentlicher Mittel vom Eigentümer ausgeschöpft werden. Diese sind vom Eigentümer selbst oder von der Gemeinschaft Stadtbild Coburg in Vollmacht des Eigentümers bei den staatlichen und kommunalen Stellen zu beantragen. Soweit die evtl. ausgereichten Zuschüsse der öffentlichen Hand zwischenfinanziert werden, ist eine Abtretung der Zuschußbeträge vom Eigentümer an die Gemeinschaft Stadtbild Coburg selbstverständlich.


Konkretes Konzept Ernstplatz 12 - Hexenturm
Das Angebot der Firma Brose, private Bauvorhaben in Coburg zu unterstützen, traf zeitlich zusammen mit Finanzierungsproblemen der "Stiftung Sonntagsschule", die Eigentümerin des Hauses Ernstplatz 12 mit Hexenturm in Coburg war. Die untere Etage, die früher vom Landestheater als Studiobühne verwendet wurde, stand leer. Die Stiftung Sonntagsschule hatte nicht genügend Mittel, um das Gebäude zu renovieren, obwohl bereits ein Sanierungskonzept durch einen Architekten ausgearbeitet war.
Das Kuratorium der Stiftung dachte im Jahre 1987 über die Auflösung der Stiftung nach, die jedoch durch die Aufsichtsbehörde, die Bezirksregierung in Bayreuth, nicht genehmigt wurde. Zufällig beauftragte das Kuratorium den 1. Vorsitzenden der Gemeinschaft Stadtbild Coburg, Dr. Hans-Heinrich Eidt, mit der Prüfung der Frage, ob auch gegen den Widerstand der Aufsichtsbehörde die Auflösung der Stiftung betrieben werden könne. Ebenso zufällig stellte sich heraus, daß der 2. Vorsitzende der Gemeinschaft Stadtbild Coburg, Architekt Stephan Zapf, für die Stiftung das Sanierungskonzept ausgearbeitet hatte.
Als in diesem Zeitpunkt das Spendenangebot der Firma Brose auf die Gemeinschaft Stadtbild Coburg zukam, beschlossen beide Organisationen, Gemeinschaft Stadtbild Coburg und Stiftung Sonntagsschule, hier in Zukunft zu kooperieren.
Man beschloß, das Gebäude grundlegend zu renovieren. Da die Räume im Erdgeschoß bestehend aus einem runden Turmzimmer, einem größeren, unregelmäßig geformten Zwischenraum, einem Büroraum und dem großen Saal schwierig zu nutzen und zu vermieten sind, wurde vereinbart, daß nach Abschluß der Renovierungsmaßnahme die Gemeinschaft Stadtbild Coburg e. V. diese Erdgeschoßräume für denkmalspflegerische und andere satzungsgemäße Zwecke nutzen sollte.
Vor allem wurde hier an eine Zusammenarbeit gedacht, die unter das Thema "Denkmalschutz und Handwerk - Erhaltung der Handwerkstraditionen" gestellt werden kann. Denn der Zweck der Stiftung Sonntagsschule ist ausgerichtet auf eine Förderung des Handwerks und die Ausbildung der Handwerker, die ihrerseits ihre Fertigkeiten gerade im Denkmalschutz zu praktischer Anwendung bringen können. Weil die alten Handwerkstraditionen mehr und mehr verloren gehen, bietet gerade die Arbeit im Denkmalschutz dem Handwerker die Möglichkeit, seine Fertigkeit zu üben und zu nutzen. In den letzten Jahren verstärkte sich der Trend, alte Gebäude zu renovieren. So liegt in der Verbindung zwischen Denkmalschutz und Handwerk für den Unternehmer und Handwerker auch finanzieller Gewinn.
Da aber oft gerade der Handwerker bei Sanierungsmaßnahmen in Unkenntnis des Wertes des Objektes dieses gefährdet, insbesondere aber seine Details zerstört, wurde daran gedacht, in Seminaren auf den Wert und die Bedeutung dieses kulturellen Erbes hinzuweisen. Den Handwerkern soll bewußt werden, wie stark sie in die Erhaltung und Pflege der Denkmäler einbezogen sind. In diesen Seminaren soll nach Fertigstellung des Gebäudes und des Saales durch Vorträge der Denkmalspfleger einerseits, erfahrener Handwerker andererseits den am Bau beteiligten Handwerkern das notwendige, auf Denkmalschutz und Denkmalpflege ausgerichtete Bewußtsein vermittelt werden.

Die von der Gemeinschaft Stadtbild Coburg genutzten Räume, insbesondere der Saal, sind dazu bestimmt, ein Zentrum des Denkmalschutzes und der Stadtbildpflege in Coburg zu werden. Es ist nicht nur daran gedacht, für die beiden Partner, die Gemeinschaft Stadtbild Coburg und die Stiftung Sonntagsschule, die Büroräume gemeinsam zu nutzen und ein Archiv einzurichten, sondern das Büro soll auch dem Heimatpfleger und wenn gewünscht dem Vertreter des Landesamtes für Denkmalspflege zu Beratungssprechstunden zur Verfügung gestellt werden. Die Gemeinschaft Stadtbild Coburg ist offen für weitere Nutzungen des Gebäudes, so daß zu hoffen ist, daß sie zusammen mit anderen Personen und Organisationen eine Verbreitung des Denkmalschutzgedankens in Coburg bewirken kann.-

Wir sehen in dem Gesamtprojekt auch ein Modell, das nach Auslaufen der Spendenmittel von der Stadt Coburg (zumindest teilweise) übernommen werden könnte. Zwar wird in vollem Umfang anerkannt, daß die Stadt Coburg bereits heute selbst öffentliche Gebäude in großen) Umfang saniert und Sanierungsmaßnahmen der Coburger Bürger unterstützt. Allerdings entspricht es nicht verwaltungsmäßigem Handeln, aktiv auf den Bürger zuzugehen. Zudem ist die Stadt durch gesetzliche und bürokratische Vorschriften auf einen engen Finanzierungsspielraum begrenzt, der bei der Förderung durch uns nicht vorgegeben ist. Schon im ursprünglichen Programm, das mit der Firma Brose vereinbart wurde, heißt es ausdrücklich, daß wir auch hier zur vollen Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung, dem Landesamt für Denkmalspflege und dem Heimatpfleger bereit sind. Wir bieten uns an, auch in Zukunft unsere Erkenntnisse, Erfahrungen und unser Engagement auf dem Gebiet des aktiven Denkmalschutzes in Beratungen an die Bürger weiterzugeben, sie bei Sanierungsmaßnahmen verwaltungsmäßig und soweit möglich finanziell zu unterstützen und dabei gerade die Handwerker zu empfehlen, die sich in handwerklich gediegener Weise um die Lösung der Bauprobleme verdient gemacht haben.