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Die Schlossplatz-Tiefgarage.... ja, sie lebt noch, stirbt nicht!

Die Schlossplatz-Tiefgarage zusammen mit der auch heute noch falschen Idee einer Osttangente teilt offenbar das Schicksal des „Holzmichl“, denn sie lebt immer wieder auf und stirbt nicht: gefordert von einem Förderverein und nun auch noch vom zuständigen Bau-Bürgermeister Hans-Heinrich Ulmann. Dabei hätte sie so wie jener Holzmichl endgültig ein seliges Ende verdient. 

Bereits in der Diskussion in den 80er Jahren wurden Für und Wider heiß diskutiert, jedoch haben sich seitdem keine neuen Gesichtspunkte ergeben:
 

1. 

Schon damals gab es die Feststellung, daß die vor dem Bau des Zinkenwehr vorhandenen beiden Parkhäuser nur durchschnittlich mit etwa 50 % ausgelastet waren. Heute ist die Auslastung der drei Parkhäuser durchschnittlich nicht viel höher. 

2.

Schon damals, im Jahre 1987, erklärten das Bayer. Staatsministerium des Inneren und die Oberste Baubehörde durch die Landesbewertungskommission: „Als wesentliche Voraussetzung für die Verkehrsberuhigung und Wohnumweltverbesserung ist der Verzicht auf die Tiefgarage unter dem Residenzplatz und das beispielhafte Parkhaus an der Judengasse anzusehen ...“ 

3. 

Bereits damals wurde auf die Gefährdung durch die Grundwasserabsenkung hingewiesen. Zwar ist es technisch möglich, das starke Grundwasser unter dem Schlossplatz zu beherrschen. Die durch ähnliche Baumaßnahmen trotz aller technischen Fähigkeiten in Staffelstein gerissene Bodenplatte des Kurhotels, die in sich gespaltene Kirche in Nürnberg oder der in Köln nunmehr kippende Turm zeigen jedoch, daß selbst beste Sicherungsmaßnahmen am Bau zu Problemen führen können, die sich in Coburg auf das Landestheater, die Ehrenburg und die Arkaden auswirken könnten. 

4. 

Schließlich aber gibt es auch heute noch keine Stadtbild-verträgliche, sensible Lösung für die Ein- und Ausfahrten. Wer die Tiefgarage fordert oder gar die Unterfahrung des Schlossplatzes befürwortet, muß erklären, wie er den Verkehr zu- und abführen will. Bei den jetzt vorliegenden Planungs-Ideen Südzufahrt über die Obere und die Wettiner Anlage geführt, also mit einem zweifachen Knick am Steintor. Dies ist nicht konsequent: konsequent wäre es dann, den Vorschlag aufzugreifen, die Untere Anlage zu zerstören. Vom Berliner Platz über das Wäldchen beim Gerichtsgebäude und die Grünanlage der Unteren Anlage am Lichtensteinturm vorbei steht die jeden Verkehrplaner immer wieder anlockende Grünzone zur Zerstörung zur Verfügung. 

Soll die Ausfahrt – wie beabsichtigt – zwischen Landestheater und IHK geführt werden, wäre es nur konsequent, die störenden Gebäude im Unteren Bürglaß und das Eckhaus an der Kreuzung Bürglaß/Bahnhofstraße sowie den Blumenladen abzureißen, um den PKWs die nötige Gradlinigkeit der Straßenführung zu gewährleisten und den Stau an der Kreuzung zu vermeiden, der durch Linksabbieger verursacht wird. 

Oder wäre es nicht sinnvoll, die Schwarze Allee unter Abbruch des Torbogens heranzuziehen, so daß der Autofahrer ungehindert möglichst vierspurig am Utopolis vorbei über die Rosenauer Straße geführt werden könnte? Dies würde doch lediglich den die Zerstörung eines Teils des Grüngürtels unserer Stadt und den Abbruch des Gebäudes bedeuten, in dem jetzt das Mahngericht untergebracht ist. So kann man dann einigermaßen geradlinig auf die Heiligkreuzbrücke zu kommen!

Diese Konsequenzen für das Stadtbild will offenbar niemand sehen! 

5. 

Wenn vom Verein zur Unterstützung der Schlossplatz-Tiefgarage behauptet wurde, man habe einen privaten Investor, der sogar noch „rentierlich“ die Tiefgarage bauen könne, ist diesen Träumen durch die nüchternen kostenbezogenen Ausführungen des Oberbürgermei­sters eine harte Absage erteilt worden sein. Denn offenbar gab es nie und gibt es auch künftig keinen privaten Investor, wie immer wieder behauptet wurde. Wer soll ein geschätztes Defizit von ggf. über einer Million € im Jahr tragen, selbst wenn 2,00 €/h (oder mehr?) gezahlt werden müssten? Und sollen dann wirklich auch die übrigen Parkhäuser verteuert werden, um eine in etwa gleichmäßige Auslastung der Parkhäuser und der Tiefgarage zu erreichen? Und wer – wenn nicht die Stadt und damit der Steuerzahler – müsste die Kosten Durchfahrung und der Zu- und Abfahrten bezahlen?

6.  

Es soll nicht verkannt werden, daß die Parksituation auf dem Schlossplatz unerfreulich ist und vielleicht für die Theaterbesucher eine saubere Zugangsmöglichkeit zum Theater geschaffen werden könnte. Dennoch sollte sich die Politik mit wichtigeren Dingen beschäftigen, wie der frühere Zweite Bürgermeister Reichardt empfohlen hat. 

Anstatt den empfindlichen Bereich zwischen Altstadt und Hofgarten anzutasten, wäre die vom verstorbenen Architekten Liebermann propagierte, erheblich kostengünstigere und von der Zufahrtssituation her einfacher zu gestaltende Tiefgarage am Anger zu befürworten, die auch bei Großveranstaltungen Parkraum schaffen könnte, gleichzeitig aber von der Innenstadt nur wenige Gehminuten entfernt ist. 

Die alte Idee, Parkmöglichkeiten „wie eine Perlenkette“ im Westen um die Stadt herumzulegen, war schon vor 20 Jahren richtig und ist auch heute noch nicht falsch. Wenn alte Herren bei der Versammlung der Förderer der Schlossplatz-Tiefgarage nicht bereit waren, diese Überlegungen auch nur anzuhören und mit unangemessenen Zwischenrufen wie „Alter Käse“ zu hören waren, mag es sein, daß sie damit ihre eigenen unausgegorenen und auch nicht konsequent zu Ende gedachten Ansichten gemeint haben.

 

Dr. Hans-Heinrich Eidt 1. Vors. Gemeinschaft Stadtbild Coburg e.V.

 

 

 

Stadtbild Coburg: Fragen zur Schlossplatztiefgarage!

 

Alle Jahre wieder meldet sich der Förderverein Schlossplatztiefgarage, ohne jemals qualifiziert Angaben zu machen. 

Es ist allgemein bekannt, daß die Gemeinschaft Stadtbild Coburg e. V. eine Schlossplatztiefgarage ablehnt. Wer sie aber befürwortet, sollte wenigstens in der Lage sein, seine Argumente nachvollziehbar darzustellen. 

Seit Jahren behauptet der Förderverein, er habe einen Investor. Genannt hat er diesen Investor noch nie. Selbst bei der Jahresversammlung 2004, als Oberbürgermeister Kastner erklärte, er habe Investoren gesprochen, aber keinen gefunden, schwieg der Verein. Darf man also davon ausgehen, daß hier mit unwahren Behauptungen gearbeitet wird? 

Wegen der Notwendigkeit einer Schlossplatztiefgarage bezieht sich der Verein nun auf das vorliegende Verkehrsgutachten. Dabei verschweigt er aber, daß das Verkehrsgutachten die Tiefgarage gerade nicht mit den Bedürfnissen des ruhendes Verkehrs begründet, sondern mit allgemeinen städtebaulichen Erwägungen. Im Gegenteil: Das Gutachten sagt deutlich, daß die vorhandenen Parkhäuser und Parkmöglichkeiten in Coburg nicht nur genügen, sondern mehr als genügend angeboten werden. Dabei geht das Gutachten auch noch von völlig falschen Voraussetzungen aus, denn es unterstellt, daß im Jahre 2020 sich die Coburger Bevölkerung auf über 45.000 Einwohner vermehrt hat. Tatsächlich aber konnte jeder aufmerksame Zeitungsleser in den letzten Tagen erfahren, daß die Coburger Bevölkerung kontinuierlich abnimmt und befürchtet wird, daß 2020 nur noch 34.000 Einwohner in Coburg leben. Wer diese Zahlen kennt und verschweigt, argumentiert nicht seriös. 

Fehlende Finanzierung und fehlender Bedarf rechtfertigen es also, wenn die Stadt Coburg und Oberbürgermeister Kastner diesen „Forderverein“ nur zurückhaltend behandelt. 

Für die Gemeinschaft Stadtbild Coburg ist aber ein anderes Problem wichtig, das den Verein in keiner Weise interessiert: Die bauliche Zerstörung der Stadt. 

Erneut fordert nämlich der Verein, daß nicht nur eine Schlossplatztiefgarage errichtet wird, was technisch sicher ohne weiteres möglich ist, sondern, daß auch unter dem Schlossplatz die alte Osttangende verwirklicht wird. 

Auch hier wiederum ist die Position des Vereins unseriös, weil er einerseits die Notwendigkeit dieser Unterfahrung nicht darlegt, andererseits aber auch nicht erklärt, wie die Straßenführung bei den Ein- und Ausfahrten gestaltet werden soll.

Im Verkehrsgutachten wird zeichnerisch die Einfahrt von Süden über die Obere Anlage mit einer Kurve durch das Steintor in die Wettiner Anlage dargestellt, die Ausfahrt in nördlicher Richtung wird nicht weiter behandelt. Wäre der Verein ehrlich bei seinen Forderungen, müßte er zugestehen, daß diese Verkehrsführung nicht möglich ist. Auf die Konsequenzen hat die Gemeinschaft Stadtbild Coburg bereits mehrfach hingewiesen:

Eine Einfahrt von Süden ist eigentlich nur möglich über die Untere Anlage, beginnend vom Berliner Platz geradeaus über oder unter das Steintor in die Tiefgarage. 

Als Ausfahrten sind nur zwei Möglichkeiten gegeben: 

Entweder zwischen Landestheater und IHK in den Bürglaß oder durch die Schwarze Allee. 

Die Streckenführung im Bürglaß ist jetzt schon beengt, insbesondere an der Kreuzung Mitte der Bahnhofstraße. Um diese Ausfahrt zu ermöglichen, sind schwerwiegende Eingriffe in die Bausubstanz bei der Einmündung Steinweg und der Kreuzung mit der Bahnhofstraße nicht zu vermeiden. 

Ob die Coburger Bevölkerung bereit ist, den Grüngürtel der Schwarzen Alle dem Verkehr zu opfern, hat sich der Verein offenbar noch nicht überlegt. Zudem würden schwierigste Verkehrsprobleme auftreten am Hahnweg und der Rosenauer Straße, wobei auch hier technisch die Möglichkeit besteht, die Trasse über die Rosenauer Straße hinweg durch Abbruch des störenden Gebäudes des Mahngerichts einen Anschluss an die Heiligkreuzbrücke zu gewinnen. Es darf bezweifelt werden, daß sich die Förderer einer Tiefgarage auch nur entfernt mit diesem Problemen auseinandergesetzt haben. 

Schließlich sollen bereits in den 80er Jahren diskutierte Probleme, wie die Standsicherheit der Arkaden, der Ehrenburg und des Landestheaters oder der Wasserführung des Stetsenbaches und des Grundwassers unter dem Schlossplatz nicht einmal in den Vordergrund gestellt werden. 

Wenn der Verein zur Förderung der Schlossplatztiefgarage wirklich etwas fördern und nicht nur unseriös fordern wollte, müßte er sich zunächst einmal mit den Konsequenzen seiner Forderungen auseinandersetzen. Bis dahin ist es richtig, wenn die Stadt und der Oberbürgermei­ster die alljährlichen Vorwürfe des Vereins nicht beachten. 

Gemeinschaft Stadtbild Coburg e. V. 

Dr. Hans-Heinrich Eidt

1. Vorsitzender

  

 

Wann endlich stirbt die Schloßplatztiefgarage? 

1.  Ende des Jahres 2005 und zum Anfang des Jahres 2006 gab es umfangreiche neue Erkenntnisse hinsichtlich der Schloßplatztiefgarage. Aus den Verkehrsgutachten ergibt sich, daß diese Garage für den ruhenden Verkehr nicht erforderlich ist, weil ausreichend Parkplätze vorhanden sind. Das Verkehrsgutachten schlägt die Tiefgarage deswegen vor, weil Stadtentwicklung betrieben werden soll. Dies, obwohl das Gutachten fälschlicherweise davon ausgeht, daß Coburg in den nächsten 20 Jahren einen Bevölkerungszuwachs erreichen wird, obwohl die Tatsachen genau umgekehrt sind. Gleichzeitig aber erklärt der Verkehrsgutachter auch, daß ihn bisher das Problem der Zu- und Abfahrten, die doch ganz erheblich auf den gesamten Verkehr einwirken würden, nicht interessiert haben.
 

2. Der Verein, der die Schloßplatztiefgarage fördert, hat seit Jahren behauptet, er habe einen Investor, der sie bauen würde. Allerdings hat er niemals einen genannt. Die Stadt Coburg hat nun mehrere Investoren eingeladen, die alle zum gleichen Ergebnis kamen:

„Eine Schloßplatztiefgarage mit etwa 300 Parkplätzen bedarf einer hohen Investition, wobei die Kosten für die Zu- und Abfahrten und die sonstige Gestaltung nicht von den Investoren, sondern von der Stadt Coburg zu erbringen wären. In diesem Zuge wurde auch festgestellt, daß zur gleichmäßigen Auslastung aller Parkhäuser dann auch die schon bestehenden in Coburg mit so hohen Gebühren belegt werden müßten, daß diese den Gebühren in der Schlossplatztiefgarage entsprechen.
 

3. Eine zufällige Umfrage bei jüngeren Coburger Bürgern hat ergeben, daß diese nicht grundlegend abgeneigt sind, angesichts der immensen Millionenbeträge, die zur Investition erforderlich sind, aber auch gerne auf eine Schlossplatztiefgarage verzichten. 

Angesichts dieser Entwicklungen und Tatsachen, sollten die wenigen Unentwegten, die immer noch von einer Schlossplatztiefgarage träumen, die damit verbundenen Kosten und Zerstörungen des Stadtbildes aber nicht zur Kenntnis nehmen wollen, sich endlich entschließen, dieses Projekt für tot zu erklären und es endgültig begraben. Diese Empfehlung jedenfalls gab die letzte Stadtbildrunde der Gemeinschaft Stadtbild Coburg im Januar 2006. 

 

Für die Gemeinschaft Stadtbild Coburg

Dr. Hans-Heinrich Eidt

1. Vorsitzender