schnuerspavillon

 

Bericht des 1. Vorsitzenden
zur Mitgliederversammlung 1999


1. Im Jahre 1998 feierten wir 25-jähriges Bestehen der Gemeinschaft Stadtbild Coburg.

Im Mai 1998 wurde dieses Jubiläum in den Räumen des Hexenturms festlich begangen.

Wir hatten gleichzeitig eine große Zahl von Denkmalschutzvereinen aus Deutschland eingeladen, um gemeinsam über die Probleme des Denkmalschutzes einerseits, des heutigen Selbstverständ-nisses der Bürgerinitiativen im  Denkmalschutz andererseits zu diskutieren. Die Einladung brachte trotz der für alle vergleichbaren Vereine gleich interessanten Fragestellung: „Was nun, Stadtbild wohin?“ leider nur wenig Resonanz. Offenbar sind die Vereine insgesamt etwas ruhiger und müde geworden.

Es stellte sich heraus, daß die ehemaligen Bürgerinitiativen sich in den letzten 20 bis 30 Jahren zu Vereinen verfestigt hatten, die - wie die Gemeinschaft Stadtbild Coburg - ähnliche Ziele verfolgen:

 Weitere Beobachtung des Denkmalschutzes
 Unterstützung denkmalspflegerischer Maßnahmen
 Stadtbildpflege
 ggf. bei verfügbaren Mitteln Unterstützung von Einzelsanierungen
 bei wenigen Vereinen engere Zusammenarbeit mit den Stadtbauverwaltungen, z. B. mit Stellung-nahmen zu Bebauungsplänen.

Wir konnten in Coburg feststellen, daß wir zwar nur noch geringe Mittel haben, da das Brose-Programm ausgelaufen ist und wir uns nun weitgehend aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden finan-zieren, dennoch aber versuchen, auch damit noch den Denkmalschutz zu unterstützen.

2.  Das Problem ist, daß die Mittel einerseits zu langsam und zu gering fließen, um größere Maßnah-men unterstützen zu können, andererseits der Verein nicht unbedingt große Sparguthaben erwirt-schaften will. Aus den nun verfügbaren Mitteln können wir jedoch einige Maßnahmen unterstüt-zen.

Einmal soll die Sanierung des Gebäudes im Zinkenwehr, zum anderen die Sanierung des Hau-ses in der Kleinen Rosengasse unterstützt werden. Hier ist mit dem Bauherren besprochen, daß versucht werden soll, die alten Haustüren zu erhalten und renovieren. Die Gemeinschaft Stadtbild Coburg will - wie in dem „Haustürprogramm“ festgelegt - die Differenz zwischen einer neuen Tür und der Renovierung der alten tragen, soweit diese Kosten 5.000,00 DM nicht überschreiten.

Ein weiteres Vorhaben ist Haus Nr. 54 im Steinweg. Dieses Haus wird saniert, es hat eine einfa-che, aber doch stadtbildprägende Sandsteinfassade im Erdgeschoß. Die Eigentümerin hat nicht ausreichend Mittel, um diese zusätzliche Maßnahme zu bezahlen. Sie würde den Sandstein wieder mit Farbe überstreichen lassen, was sicher nicht der Erhaltung des Gebäudes dient.

Wir haben zugesagt, einen Zuschuß zu geben, der wiederum die Differenz zwischen den Kosten der Malerarbeiten und den Kosten einer ordnungsgemäßen Sanierung der Sandsteinfassade betragen würde. Da die genauen Kosten noch nicht abzusehen sind, habe ich erklärt, daß wir wohl nicht über 5.000,00 DM gehen werden.

Mit diesen drei Maßnahmen sind die Mittel, die wir angespart haben, weitgehend erschöpft.

Zur Prüfung der Zuschußsituation besichtigten wir die Gebäude im Zinkenwehr und in der Kleinen Rosengasse (Leib/Architekt Baumann; Architekt Peter Eichhorn). Da sich beim Bauvorhaben des Arch. Eichhorn ein gravierendes Problem mit der Dachlandschaft des Nachbarhauses ergab, baten wir - bisher ohne Erfolg - die Nachbarin, Frau Elke Luther, hier einen Beitrag zur Gestaltung der Stadt zu leisten.

3. Im Jahre 1998 haben wir die Gemeinschaft „Stadtbild Landshut“ besucht und uns dort Anregun-gen für den Denkmalschutz geben lassen.

(Dazu einzelne Darstellung)

4.  Wir konnten eine Veranstaltung durchführen über die Gestaltung des Hofgartens. Herr Gartenar-chitekt Weigel stellte die Ziele dieser Neugestaltung dar. Wir hatten eine Podiumsdiskussion, bei der wir Baumschutz, Naturschutz, Denkmalspflege und andere interessierte Institutionen und Per-sonen vereinigen konnten.
    
     Hier müssen wir uns aktiv einschalten in die anstehende Diskussion um die Nutzung der sog.       „Kavaliershäuschen“ im Zusammenhang mit der Errichtung neuer Toilettenanlagen, falls man diese nicht im ehemaligen „Milchhäuschen“  belassen will. Am 24.6.1999 um 9:00 Uhr haben wir vom Vorstand die Gelegenheit, diese Gebäude mit Herrn Lindner vom Stadtbauamt von innen zu be-sichtigen, so daß man sich besser eine Vorstellung vom Zustand dieser recht vernachlässigten Häuschen machen kann.

5. Wie in jedem Jahr haben wir uns auch im Vorstand nachhaltig mit Bau- und Bebauungsplänen beschäftigt, konkret hier auch mit dem Flächennutzungsplan. Da wir „wie Träger öffentlicher Be-lange“ gehört werden, haben wir zu diesem Vorhaben auch Stellung genommen, soweit sie Stadt-bild- oder Denkmalschutzfragen betroffen haben.

5.1.  Dies gilt insbesondere für das Vorhaben Multiplex-Kino am UT. Hier haben wir  unsere Beden-ken insbesondere auch deswegen vorgebracht, weil die ungelöste Parkplatzfrage in Zukunft si-cher auf den Nordteil der Stadt zerstörerische Auswirkungen haben wird.
 
5.2.  Das Flächennutzungsplanverfahren, das noch nicht abgeschlossen ist, werden wir in einzel-nen Punkten kritisch weiter beobachten.

5.3.Gleiches gilt für den immer noch nicht vorgelegten Bebauungsplan „Festungsberg“. Auch bei diesem Verfahren haben wir unsere Meinung im Bauamt vorgetragen und hoffen, wenigstens mit einigen Kritikpunkten gehört zu werden.

5.4.  Offenbar kommt etwa alle 10 Jahre der Versuch aus irgendeiner politischen Richtung, den Schloßplatz zu untergraben und als Parkplatz herzurichten. Offenbar kommen die großen Dis-kussionen, die hierum bereits geführt wurden, die umfangreichen Gutachten und die ablehnen-den Stellungnahmen jeweils wieder in Vergessenheit.

Ein Gutachten besagte, daß die umliegenden Gebäude, so die Ehrenburg, das Landestheater, Palais Edinburgh (IHK) und die Arkaden in ihren Grundfesten gefährdet sind, wenn das Grund-wasser hier so stark abgesenkt wird. Eine weitere Gefahr könnte darin bestehen, daß auch heute noch der alte Stetsenbach das Grundwasser dort beeinflußt.

Völlig ungelöst war schon immer die Frage der Ein- und Ausfahrten. Die Wettiner-Anlage als Ein-fahrt führt zu einem riesigen Loch und Tunnel, die Ausfahrt zwischen Theater und IHK stellt eine Gefährdung für beide Gebäude und den angrenzenden Straßenverkehr dar. Der Plan, die schwarze Allee bis etwa zum Rittersteich zu untertunneln, ist monströs.

Der einzige, einigermaßen witzige Einfall war damals der Plan der SBS-Planungsgruppe, einen Teil des Parkhauses hinter den Arkaden zu verstecken, die Einfahrt dort zu wählen, wo die Bö-gen an der Reithalle sind, dort zu untertunneln bis weit unter den Schloßplatz, jedoch Richtung Stadt nicht weiter, als bis zum Rondell. Die Ein- und Ausgänge sollten dann über die Arkaden er-reicht werden. Allerdings blieb es bei einer Ausfahrt zwischen Theater und IHK.

Mit diesem Thema sollte sich die Gemeinschaft Stadtbild Coburg jetzt wieder nachhaltig befassen, bevor mein lieber Stadtratskollege Fabian Denk, der die alten Diskussionen offenbar nicht miterlebt hat, da er damals noch zu jung war, dies wieder in die politische Diskussion ein-führt. Er wird bedauerlicherweise immer wieder auch Unterstützung im Stadtrat finden, da unsere „Verkehrs- und Parkplaner“ jede offene Stelle, jeden Grüngürtel und jeden Bereich, auf dem kein Haus steht, sofort für Verkehrsbauwerke in Anspruch nehmen wollen.

Wann lernen unsere Politiker, wann lernt unsere Bevölkerung endlich einmal, daß man eine Alt-stadt nicht autogerecht und parkplatzgerecht herrichten kann? Ich sehe die Problematik, die durch die Planungen auf der Lauterer Höhe auf die Innenstadt zukommt. Diese Problematik wird aber nicht dadurch gelöst, daß man nun endgültig die Innenstadt zerstört und für weitere Parkge-bäude mehr oder weniger verwüstet, sondern darin, daß der Einzelhandel in der Innenstadt dem Groß- und Billigangebot auf der grünen Weise, gute Bedienung, spezielle Angebote und gute Leistung entgegensetzt.

5.5.  Parkplatz Anger - Festplatz - Sportanlagen - BGS-Gelände.
 
5.6.  Beeinflussung der Innenstadt in ihrem Bestand durch Einzelhandels-Groß-                                   projekte auf der Lauterer und der Bertelsdorfer Höhe
       
Nicht nur Abbrüche alter Bausubstanz, sondern auch die Zerstörung der Landschaft um die Stadt herum und die mögliche Zerstörung der innerstädtischen Wirtschaft bedrohen Coburg, wenn hier nicht sehr rücksichtsvoll und vorsichtig vorgegangen wird.
 
5.7.  Diskussion der Begrünung des Marktplatzes, immer wieder gefordert und beantragt von Herrn Schunk und dem Verein „Baumschutz“ muß auch bei uns dringend diskutiert werden.
 
5.8.  Gestaltung Albertsplatz beantragt; wird weiter verfolgt. Dabei auch Neubau eines Geschäfts-hauses in der Rosengasse in unmittelbarer Nachbarschaft des Hauses von Werner Weiß; riesi-ges Dach, weit vorspringender Vorbau zur Ketschengasse hin; Fußgänger-Passage.

6. Wie in jedem Jahr haben wir auch dieses Mal wieder - zusammen mit der Stadt Coburg - die Prä-mierung der besten Denkmalssanierungen im Saal des Hexenturms vorgenommen. Sie, liebe Mitglieder, merken üblicherweise nicht, welchen Aufwand dies bedeutet:

Zunächst müssen sämtliche Objekte, die evtl. in die Prämierung einbezogen werden, erfragt wer-den. Ggf. finden wir sie auch selbst durch Stadtrundgänge.

Anschließend muß eine Auswahl getroffen werden, welche prämierungswürdig sind und welche le-diglich erwähnt werden sollen.

Dann ist es wichtig, die richtigen Eigentümer zu ermitteln, was nicht immer ganz einfach ist.

Danach erfolgt die Vorbereitung der Veranstaltung mit Lichtbildern, Lichtbildervortrag, Einladungen, Erstellen der Urkunden, Überreichen der Urkunden, sowie Ausgestaltung der ganzen Veranstal-tung. Ich danke hier ganz besonders den Mitgliedern der Jury, die diese Arbeit vorbereitet haben, aber vor allem auch Herrn Klaus Wöhner, der mit seinen immer wieder hervorragenden Fotos die-ser Veranstaltung einen besonderen Glanz aufgesetzt hat.

Die Veranstaltung lohnt sich auch, weil die Bürger doch stolz darauf sind, mit ihren Häusern prä-miert zu werden. Ich glaube auch, daß dadurch weiter das Bewußtsein, ein schönes Haus zu be-sitzen, gefördert wird.

7.  Wie mir unsere Schatzmeisterin erklärte, leiden wir an ständigem Schwund der Mitglieder.

Die schwungvolle Phase zur Zeit der Gründung der Gemeinschaft Stadtbild Coburg ist vorbei. Wenn wir heute zurückblicken, müßten wir etwa 40 - 50 Mitglieder ehren, die bereits 25 Jahre lang Mitglieder sind. Wir haben dies unterlassen, weil damit sinnlos hohe Verwaltungskosten ver-bunden wären. Schließlich müßte man jedem 25-jährigen eine Medaille, eine Urkunde, eine Fla-sche Wein o. ä. überreichen. Wir hoffen, daß unsere Altmitglieder Verständnis dafür haben, daß wir sie lediglich als langjährige treue Mitglieder begrüßen und ihnen für ihre Mitarbeit danken, ohne dies in kostspieligen Geschenken zum Ausdruck zu bringen. Ihnen ist es sicher wie uns lieber, daß diese Mittel weiterhin für den Denkmalschutz eingesetzt werden.

Ich danke all diesen Mitgliedern herzlich für Ihre Treue und Unterstützung.

Allen voran möchte ich jedoch Herrn Herbert Appeltshauser stellen, der von Gründung an bis heute mit Rat, Tat und steter Unterstützung bei uns gewesen ist. Ein wandelndes Lexikon, ein Al-manach Coburger Geschichte, eine Fundgrube von Wissen, die wir immer wieder für unsere Arbeit in Anspruch nehmen mußten. Dazu ein phänomenales Gedächtnis, das jüngere Leute beschämen muß. Ich danke Herrn Appeltshauser für all das, was er der Gemeinschaft Stadtbild Coburg in den letzten 25 Jahren gegeben hat.

Erwähnen möchte ich aber auch unser liebes Mitglied Herrn Hermann Geiger, der seinen Ge-burtstag genutzt hat, uns eine größere Spende zukommen zu lassen. Dies möchte ich fast als Vor-bild für viele andere Mitglieder verwenden.

In diesem Zusammenhang sei auch nochmals an unsere Idee erinnert, evtl. von irgendeinem Mit-glied ein noch gebrauchsfähiges Klavier zu erhalten.

Die hohe Zahl dieser 25-jährigen Mitgliedschaften bedeutet aber gleichzeitig, daß eine große Zahl dieser Personen schon weit über 70 bis zu 90 Jahre alt ist. Durch Todesfälle vermindert sich daher die Mitgliederzahl ständig.

Andererseits ist es sehr schwer geworden, neue Mitglieder zu werben. Insbesondere die Ju-gend - zu der ich mich schon nicht mehr zählen kann - hat offenbar wenig Interesse an Stadtbild-pflege oder Denkmalschutz, was man aber auch in anderen Vereinen, selbst in Sportvereinen hö-ren kann.


8.  Für dieses Jahr ist die Fahrt nach Quedlinburg geplant und zwar vom 08. bis 10.10.1999, Beginn voraussichtlich 13.30 Uhr, Abfahrt am Anger.

Verantwortlich für die Organisation ist Stephan Zapf. Wer Interesse hat, möge sich an Herrn Zapf wenden.

Bisher wollen mit Privatwagen fahren, jedoch besteht natürlich die Möglichkeit, bei einer großen Zahl von Personen auch mit dem Bus zu fahren. Dann allerdings wäre der Reisepreis natürlich et-was teurer. Wir müßten also wissen, wie groß das Interesse ist.

Ich selbst habe für das kommende Jahr, also das Jahr 2000, eine Reiseidee, deren Inhalt ich noch nicht ganz preisgeben möchte. Ich möchte nur soviel sagen, daß es sich lohnen könnte, die Stadt Hannoversch-Münden in Vergleich zur Stadt Höxter anzusehen. Sie liegen nah beieinander in ei-ner schönen Gegend im Weserbergland. Ganz in der Nähe befindet sich auch eine renovierte Burg, auf der man ggf. das Stammquartier aufschlagen könnte. Allerdings wird dies eine Preisfrage sein, denn dort sind die Übernachtungen gelinde gesagt teuer. Dies werden wir aber noch weiter planen.

9.  Wir wollen in der Gemeinschaft Stadtbild Coburg weiter versuchen, die uns in der Satzung gestell-ten Aufgaben zu erfüllen. Wir dienen der Stadt Coburg, dem Denkmalschutz und dem Erhalt einer lebens- und liebenswerten Stadt.

Dabei möchte ich nochmals allen danken, die uns immer hilfreich zur Seite standen, sei es mit Rat, Tat oder Geld: Mitglieder, unterstützende Organisationen, Teilnehmer an der Stadtbildrunde, und sicher auch den Tageszeitungen.
Ich danke besonders aber den Vorstandsmitgliedern, die regelmäßig ihre Gedanken und ihre Ar-beitszeit einbringen, so vor allem jetzt Frau Kral, die uns heute bei ihren Beobachtungen, aber auch ihre Sorgen mit dem grünen Coburg darstellen möchte.
Coburg, den 15.06.1999 Dr. Eidt


Stadtbild-Info Juli 2000

Herausgeber: Gemeinschaft Stadtbild Coburg e.V.
Vorsitzender: Dr. Hans-Heinrich Eidt
Alexandrinenstraße 6, 96450 Coburg
Telefon: 09561/1285 Fax 09561-28760
 
   

    
    Da bei unserer Mitgliederversammlung am 15. Mai 2000 leider nur 13 (!!!) stimmberechtigte Mitglieder anwesend waren, möchten wir Sie hiermit über unsere Arbeit informieren, um Ihnen zu zeigen, was sich in der Ge-meinschaft eigentlich tut.

    Wir mußten die turnusmäßigen Neuwahlen des Gesamtvorstandes durch-führen und die Entlastung des Vorstandes nach dem Kassenbericht bean-tragen. Die Entlastung wurde erteilt. Gewählt wurden:
    
    1.Vorsitzender:
                         Dr. Hans-H. Eidt
    2.Vorsitzender:     
                         Stephan Zapf
    Schatzmeisterin: 
                         Elfriede Kerber
    Schriftführer:     
                         Peter Gerhardt

Alle nahmen die Wahl an, ebenso die Mitglieder des Arbeitsausschusses und die beiden Kassenprüfer. Allerdings hätten sich alle noch lieber für die Vereinsarbeit erneut zur Verfügung gestellt, wenn seitens der Mitglie-der etwas größeres Interesse gezeigt würde.

 

Es scheint aber heute ein Problem fast  aller Vereine, nicht nur der Ge-meinschaft Stadtbild Coburg zu sein, daß sie zwar viele Mitglieder, aber wenig aktive Mitstreiter haben.
Hierzu erklärte Dr. Eidt:
„Ich selbst bin nun bald 25 Jahre lang 1. Vorsitzender dieser Gemeinschaft, woraus sich eine gewisse Ermüdung ergibt, die nur mit Hilfe aktiver Vorstandsmitglieder überwunden werden kann, die zu neuer Motivation beitragen.
Für mich ist es kaum vorstellbar, daß eine Person ohne Ermüdungserscheinungen über Jahrzehnte hinweg einen Verein leitet, ohne daß eine Ablösung durch jüngere Personen erfolgt, die möglicherweise auch neue Ideen für die Gemeinschaft einbringen könnten.
Jedenfalls bedanke ich mich bei allen Mitstreitern in den letzten Jahren, vor allen Dingen den Vorstandsmitgliedern und allen, die regelmäßig an unseren Sitzungen teilgenommen haben und gute Gedanken eingebracht und mir beratend und unterstützend zur Seite gestanden haben.“
Was haben wir nun in dem letzten Jahr alles im Verein getan:
Der Vorstand hat regelmäßig alle Monate getagt. Die Sitzungen fanden - wie bisher und in Zukunft - in der „Stadtbildrunde“ statt, die jeden zwei-ten Montag im Monat ab etwa 18.30 Uhr im Hexenturm angesetzt ist. Auch weiterhin sind alle Interessierten herzlich eingeladen, an diesen Sit-zungen teilzunehmen.
Im einzelnen haben wir folgende Themen bearbeitet:
1. Hofbrauhaus
Beim Hofbrauhaus handelte es sich um ein denkmalgeschütztes Objekt, das jedoch letztlich in seinem heutigen Zustand nur noch als Erinnerung an das frühere Denkmal besteht. Dies ist insbesondere auf den Brand zu-rückzuführen, der den gesamten Innenraum des Gebäudes zerstörte. Was jetzt dort eingebaut wurde, ist modern und funktionsgerecht (teilweise so-gar gut gestaltet und ansprechend), lässt aber vom Denkmal nichts übrig.
Die Gemeinschaft Stadtbild Coburg hatte sich dafür eingesetzt, daß die Gewölbekeller, die dem Hause vorgelagert waren, erhalten bleiben sollten. Es gibt in Coburg wohl nicht noch einmal einen so schön gestalteten Kel-ler, wie diese von Steinsäulen getragene Konstruktion.
Die Eigentümerin aber und der Architekt wollten diese aus nicht ganz nachvollziehbaren Gründen nicht erhalten: Standsicherheit eines Gerüs-tes vor dem Hause sowie mangelnde Belichtung dahinter liegender Räu-me.
Diese Probleme hätten sicher auch anders gelöst werden können und für Coburg ein einmaliges Ensemble erhalten, in dem verschiedene Veranstal-tungen möglich gewesen.
Trotz unseres Widerstandes hat der Bausenat in Coburg beschlossen, den Wünschen der Eigentümerin nachzugeben. Der Gewölbekeller ist inzwi-schen verschwunden.
2. Festungsberg
Am Festungsberg greifen immer wieder Investoren begehrlich nach den Grundstücken, um in dieser wunderschönen Lage Bauten zu errichten. Dies ist verständlich, sollte aber weiterhin verhindert werden.
Nach Fehlschlägen in den letzten Jahren, konnte jetzt wenigstens ein Er-folg verzeichnet werden:
Die Bebauung einer früheren Gärtnerei mit vielen angeblichen „Villen“, tatsächlich aber engstehenden Eigentumswohnungen ist auch beim Ver-waltungsgericht nicht zugelassen worden.
Ebenso wurde verhindert, daß Bauten in zweiter Reihe errichtet wurden. Wachsamkeit ist notwendig, weil am Festungsberg nur noch Grundstücke bebaut werden sollten, die an der Straße liegen und in Lücken eingefügt werden können. Nur so können auch die Erschließungsprobleme vermie-den werden, weil die Straßen nicht aufnahmefähig sind und die Kanalisa-tion größte Schwierigkeit bereitet.
Die Stadt Coburg hat so schöne Baugebiete, daß der Festungsberg ver-schont bleiben kann.
3. Neubau am Landestheater
Der Plan des Landbauamtes hat für Aufregung in der Öffentlichkeit ge-sorgt. Wir luden jedoch die planende Architektin und den Heimatpfleger sowie den Verwaltungsdirektor des Landestheaters in die Stadtbildrunde ein. So kamen wir zum Ergebnis, dass wir den Abbruch des Anbaus aus den 60iger Jahren auf keinen Fall behindern und auch die neue Fassa-dengestaltung billigen sollten.
Das Landbauamt ist bemüht, den ältesten Teil des Gebäudes nicht nur zu erhalten, sondern nach alten Plänen zu rekonstruieren. Davon abgesetzt wird der Neubau mit deutlicher Zäsur, um eine Mimikry-Architektur zu vermeiden.
4. Finanzielle Unterstützung
Mit Spenden haben wir verschiedene Renovierungen unterstützt:
Die Kleine Rosengasse 1 wurde durch Architekten Eichhorn in vorbildli-cher Weise saniert. Es handelte sich um ein völlig verwahrlostes Gebäude, das jetzt in neuem Glanz erstrahlt.
Im Steinweg 54 konnte die Eigentümerin die mit Ölfarbe überstrichenen Sandsteine des Sockels nicht restaurieren, weil die Kosten zu hoch waren. Hier haben wir durch einen Zuschuss dazu beigetragen, daß auch der Sandsteinsockel in alter Form wieder hergestellt wurde.
5. Multiplexkino
Beim Multiplexkino haben wir warnend auf die Verlängerung der neu ge-planten hingewiesen  und Bedenken angemeldet, weil das Kino ohne jeden Parkplatz errichtet wird. Die Besucher sollen im Parkhaus Post unter-kommen und beim Fußweg zum Kino den Steinweg beleben und dort ein-kaufen. Ob dies eine sinnvolle Konzeption ist, mag bezweifelt werden. Die Zukunft wird zeigen, ob die Planung eines Kinokomplexes am Rande der Innenstadt ohne Parkplätze sinnvoll gewesen ist oder ob hier nicht doch die Bertelsdorfer Höhe einen besseren Standort geboten hätte.
6. Albertsplatz
Wir haben eine Neugestaltung der Einfahrtsituation vom Ketschentor über den Albertsplatz  bis zum Markt gefordert. Trotz Unterstützung durch ei-nige Stadträte ist aber bisher nicht viel passiert, wenn auch die häßlichen Container entfernt wurden. Wir werden auch diese Planung weiter beo-bachten.
Neuerdings kam der Neubau eines massigen Hauses auf dem Platz des „Pfaff-Gebäudes“ in die politische Diskussion. Hier haben wir eine Stel-lungnahme gegen den Abbruch des „Pfaff-Gebäudes“ abgegeben, den Er-halt als Denkmal der 50er Jahre gefordert und den Neubau abgelehnt, da er zu groß und zu mächtig für eine geordnete Stadtentwicklung.
7. Haus Allee 1
Bei der Allee 1 (Prof. Tempel) haben wir darauf hingewiesen, daß die schmiedeeisernen Rosen am Eingang verschwunden sind und das Gebäu-de immer noch nicht fertiggestellt ist. Auch hier ist wenig geschehen. Wir werden jedoch die Entwicklung weiter beobachten und versuchen, Besse-rungen zu  erreichen.
8. Pavillons im Hofgarten
Die Pavillons im Hofgarten stehen nun schon lange leer. Sie sollten drin-gend gesichert und renoviert werden.
Wir haben deshalb im Rahmen des „Tages des Denkmals“ an den Pavil-lons die Bevölkerung nach Nutzungsvorschlägen befragt. Die Antworten bezogen sich vorwiegend  auf für Ausstellungs- und gastronomische Zwe-cke.
Der Bausenat der Stadt Coburg hat beschlossen, beide Pavillons zu sanie-ren, die brutal eingesetzte Toilettenanlage herauszunehmen und ggf. am Busparkplatz zwischen den beiden Pavillons eine neue Toilettenanlage zu errichten. Allerdings hat der Finanzsenat der Stadt Coburg bisher aus Kostengründen nicht zugestimmt. Nach unserer Ansicht sollte aber Kultur vor Mammon gehen. Es wäre kulturell eine Schande, die Pavillons im heu-tigen Zustand zu belassen. Immerhin hat vielfaches Drängen verschiede-ner Stadträte bewirkt, dass nun endlich zur Sicherung des Daches we-nigstens die Dachrinnen erneuert wurden.
Wir werden uns hier weiterhin dafür einsetzen, daß beide Pavillons gesi-chert werden, die Toilettenanlage verschwindet und in Zukunft auch die Innenausstattung beider Pavillons saniert wird.
9.Preisausschreiben/ Quedlinburg
Um die Besucher der Pavillons anzuregen, ihre Meinung abzugeben, ha-ben wir eine Reise nach Quedlinburg und verschiedene Bücher ausgelost. Die Bücher wurden an die Preisträger ausgegeben. Familie Würstlein ge-wann die Fahrt nach Quedlinburg, die wir am 08./10.10.1999 mit dem Vorstand durchführten.
Es war eine sehr interessante Fahrt, da Quedlinburg eine eindrucksvolle Stadt ist, die jedoch sehr unter der Arbeitslosigkeit leidet und in ihrem riesigen Areal wertvoller alter Bausubstanz große Schwierigkeiten hat, die notwendigen Renovierungen durchzuführen.
In diesem Zusammenhang wird hiermit bereits die nächste Fahrt ange-kündigt:
Im Herbst wollen wir einerseits die Stadt Höxter, andererseits die Stadt Hannoversch-Münden besuchen und diese miteinander vergleichen. Au-ßerdem möchten wir vielleicht einen Abend auf der Sababurg verbringen. Die entsprechende Fahrt wird nun vorbereitet, wobei wir angesichts der voraussichtlich geringfügigen Mitfahrerzahl wahrscheinlich wieder mit Privat-PKWs fahren werden. Anmeldungen sind noch jederzeit für den Herbst möglich.
10. Lauterer Höhe
    Wir haben uns zusammen mit anderen Organisation dafür eingesetzt, daß das weit außerhalb der Stadt liegende Fachmarktzentrum mit Freizeitan-geboten auf der Lauterer Höhe nicht verwirklicht wird. Der Vorstand war hier geschlossen der Meinung, daß das Zentrum auf der Lauterer Höhe die Innenstadt erheblich beeinträchtigen würde.
    Es gibt in der Stadt Coburg eine Vielzahl freier Grundstücke, die für Fachmärkte verwendet werden könnten, um stadtnah die Einkaufsmög-lichkeiten zu ergänzen.
    Bei Diskussionen haben wir darauf hingewiesen, daß die angeblichen Freizeitmöglichkeiten jedenfalls nicht auf Kosten der Investoren errichtet werden. Denn wenn die sogenannte „Arena“ gebaut worden wäre, hätten ein großer Teil der Investitions-, vor allem aber der Folgekosten die Stadt Coburg allein getroffen.
    Wenn Sie erstaunt waren über die vielen Annoncen, die in den letzten Ta-gen vor der Abstimmung zum Bürgerbegehren aufgegeben haben, dürfen wir darauf hinweisen, daß sie nicht aus unseren Mitteln, sondern von ei-nem Sponsor bezahlt wurden.
11. Agenda 21
Mit ähnlichen Zielen, die wir hier vorgetragen haben, bearbeitet die Agen-da 21 kommunalpolitisch interessante Themen. Dabei sind wir durch den 1. Vorsitzenden vertreten, um die Vorstellungen der Gemeinschaft in die Arbeit einzubringen.
In diesem Zusammenhang ist darauf zu achten, daß verstärkte Forderun-gen nach neuem Parkraum bei Stadträten und verschiedenen Organisati-onen wieder die Schlossplatztiefgarage in die Diskussion gebracht haben. In der Mitgliederversammlung wurde darauf hingewiesen, daß technisch eine Zerstörung des Schloßplatzes wohl vermieden werden könne, doch der verstärkte Parkraumsuchverkehr zur weiteren Belastung und Zerstö-rung des Platzes führen würde.
12. Ehrentage
Viele unserer Mitglieder erreichen nach langen Jahren der Mitgliedschaft ein nunmehr hohes Alter, denn viele waren in jungen Jahren Mitbegrün-der der Gemeinschaft. Anstelle aller, die jetzt einen runden Geburtstag hatten, gratulieren wir herzlich Herrn Herbert Appelshauser, unserem Eh-renvorsitzenden, der im Januar 90. Geburtstag hatte, sowie Frau Irmgard Keyßner, die vor kurzem 80 Jahre alt geworden ist. Allen Jubilaren wün-schen wir: „ad multos annos“.
13. Problem Hexenturm
In den letzten Monaten ist ein Problem auf uns zugekommen, das bisher noch nicht gelöst ist. Wie unsere Mitglieder wissen, haben wir im Hexen-turm die gesamte Erdgeschoßfläche und die Keller zur ausschließlichen Nutzung. Mit dem Eigentümer, der Stiftung Sonntagsschule, haben wir vereinbart, daß dieser unsere laufenden Kosten für Wasser, Strom und Heizung bezahlt. Dies war bisher auch kein Problem, da Mieteinnahmen im 1. Stock unsere Nebenkosten sicherstellten. Der Mieter hat jedoch zum Ende des Jahres gekündigt.
Seit Mitte Januar 2000 versuchen wir bisher vergeblich, die Räume wieder zu vermieten. Hierdurch ist letztlich die gesamte Finanzierung auch unse-res Vereins in diesem Gebäude gefährdet. Denn wenn die Stiftung Sonn-tagsschule keine Mieteinnahmen mehr hat, kann auch sie auch unsere laufenden Ausgaben nicht mehr tragen.
Der Vorstand der Stiftung Sonntagsschule denkt, das gesamte Gebäude zu verkaufen. Dies könnte also für uns den Verlust der Residenz im He-xenturm bedeuten.
Um dies zu vermeiden, haben wir uns nicht nur an die Stadt Coburg, sondern auch an private Sponsoren gewandt mit der Bitte, hier vielleicht zu helfen. Mit der Stadt Coburg hat bereits eine Besprechung wegen Ver-mietung stattgefunden.
Dennoch blicken wir froh in die Zukunft und freuen uns, daß der Denk-malschutz- und Stadtbildgedanke in Coburg erfolgreich Fuß gefaßt hat.
 

Unser Motto bleibt: Liebe zu Coburg – Coburg zuliebe.
Wir würden uns freuen, wenn Sie weiteren Verwandten, Freunden und Bekannten die Gedanken des Denkmal- und Stadtbildschutzes näherbrin-gen und sie für unsere Ziele begeistern könnten. Insbesondere brauchen wir jüngere Menschen, die sich ihrer Stadt verbunden fühlen. Sie aber  bitten wir auch weiter um Ihre finanzielle und ideelle Unterstützung.
Wir hoffen auf Ihren Besuch bei unseren nächsten Veranstaltungen, viel-leicht bei der Stadtbildrunde oder sogar der Mitgliederversammlung und der Prämierung hervorragend sanierter Häuser im nächsten Frühjahr.
 
Coburg, im Juli 2000

 

 


Bericht des 1. Vorsitzenden Dr. Hans-H. Eidt zur Mitgliederversammlung der Gemeinschaft Stadtbild Coburg e.V. am 19.04.2004

1. Wir haben eingeladen zum Vortrag des  Herrn  Kurt Werner, Regensburg
- Leiter des Stadtplanungsamtes Regensburg – zusammen mit dem Arbeitskreis „Stadtentwicklung“ verschiedener Stadträte u.a. zum Thema:
„Stadtentwicklung und Planungskultur – Instrumente der Qualitätssicherung“
am: 30. März 2004 im Design-Zentrum/Hofbrauhaus  Raum 1.13
Beginn:  um 19:30 Uhr

Der Vortrag war sehr informativ. In Coburg soll eine vorausschauende Stadtentwick-lung angeregt werden, die zukunftsweisend hilft, die Probleme dieser Stadt zu lösen. Eine Arbeitsgruppe verschiedener Stadträte aus allen Fraktionen des Stadtrats mit interessierten Bürgern hat sich zusammengeschlossen, um Anregungen zu geben und Stadtentwicklung mit größerem Nachdruck voranzutreiben. Da in der Stadt Re-gensburg in dieser Beziehung neue Wege gegangen worden sind, wurde Herrn Werner, der dafür verantwortlich zeichnete, eingeladen, um seine Erfahrungen wei-ter zu geben. 

Ohne Anspruch auf Vollständigkeit gebe ich einen Überblick über die Tätigkeiten der Gemeinschaft Stadtbild Coburg im letzten Jahr:

Jeden zweiten Montag im Monat fand die „Stadtbildrunde“ im Hexenturm statt. Hier diskutierten wir die jeweils aktuellen Themen, wie z. B.:

Marktplatz/Josiasplatz/Buskonzept
Das letzte Jahr war bestimmt durch ständige Diskussionen um die Neugestaltung des Marktplatzes, des Bussystems und das Vorhaben, am Josiasplatz einen Bus-bahnhof zu errichten. Die verschiedenen Konzepte wurden auch bei uns diskutiert. Mit den Ergebnissen haben wir uns an der öffentliche Diskussion beteiligt. Höchst streitig war die Frage, ob der Marktplatz busfrei werden solle. Einig waren wir uns aber darin, daß jedenfalls kein Busbahnhof am Josiasplatz eingerichtet werden konnte. Ein Platz, auf dem sich alle Busse treffen könnten, sollte zwar geschaffen werden, unserer Meinung nach aber in der Nähe des Bahnhofs als ZOB und nicht in der Innenstadt mit viel zu engen Zu- und Abfahrten. Wie sich das nunmehr be-schlossene Buskonzept auswirken wird, wollen wir weiter beobachten, ebenso das Ergebnis der Erprobungsphase für die Taxis am Albertsplatz, die nun ebenfalls den Markt nicht mehr anfahren können. Allerdings sind schon wieder neue Diskussionen im Gang, die etwa seitens der SPD und des Seniorenbeirats – wegen der unmögli-chen Situation in der Mohrenstraße erneut den Josiasplatz zum ZOB machen wol-len. Dies ist aber auch weiterhin völlig sinnlos angesichts der beengten Situation. Hier sollte die inzwischen auch bei der HUK Coburg begonnene Planung für den Bahnhofsplatz abgewartet werden. Ich persönlich – hoffentlich unterstützt von Ihnen – werde mich aber weiter gegen den Josiasplatz und für den Bahnhofsstandort ent-scheiden.

Im Zusammenarbeit mit Bürgerverein und anderen Organisationen haben wir und dafür eingesetzt, daß die Propstei in Ketschendorf renoviert und saniert wird, wobei wir uns gewünscht hätten, daß vor diesem Gebäude ein kleiner Park oder Versamm-lungsplatz entsteht, der ein gewisses Zentrum für Ketschendorf gebildet hätte. Da dies jedoch wirtschaftlich sicher nicht ohne weiteres finanzierbar war, sind wir auch mit der jetzigen Lösung zufrieden, die jedenfalls dazu geführt hat, daß das Gebäude renoviert wurde und die Gesamtsituation verbessert worden ist.

Mit Sorge haben wir die Renovierung des Gebäudes Park 4 beobachtet. Dieses Haus im kleinen Rosengarten in der Nähe des Kunstvereins war ursprünglich als Einfamilienhaus geplant und benutzt. Es fügte sich in die Achse ein, die durch den Hofgarten zu den nördlich gegenüberliegenden Brunnen führt. Die jetzt von der Wohnbau GmbH vorgesehene Sanierung mit einem Umbau zu 4 Wohnungen ist geeignet, dieses Gebäude zu erhalten, jedoch sind die Pläne in der jetzt vorliegen-den Form abzulehnen, weil nach Osten und Westen jeweils Balkone angehängt werden sollen, die das Gebäude im Detail, aber insbesondere in der Gesamtansicht stark beeinträchtigen werden. Wir sind deswegen bei den Planern vorstellig gewor-den mit der Anregung, zumindest auf diese Balkone zu verzichten. Dies und mein Antrag im Bausenat haben Erfolg gehabt: die Wohnbau wird die Sanierung ohne die seitlichen Balkone ausführen.

Auch mit der Böttcher-Villa am Glockenberg haben wir uns beschäftigt und die Architekten, die dort ursprünglich den Erhalt des Gebäudes mit Neugestaltung des Umfeldes geplant hatten, zu uns eingeladen. Wir haben dann versucht, Anregungen zu geben, wie auch dieses Gebäude letztlich erhalten werden könnte. Erfolg hat sich jedoch noch nicht eingestellt, so daß das Schicksal dieses Gebäudes weiterhin offen ist, zumal es infolge fehlender Sicherung gegen Witterungseinflüsse nun weiterhin verfällt.

Leider ist es auch nicht gelungen, die dem Stadtensemble nicht entsprechenden Planungen auf dem Gelände des Burg-/Casino-Theaters in der Rosenauer Straße zu beeinflussen. Nachdem die beiden alten Kinogebäude abgebrochen worden sind, bleibt abzuwarten, ob hier die nach den Plänen zu befürchtende 08/15-Architektur entstehen wird, die den Gesamtensemble der Rosenauer Straße mit den neugoti-schen Villen in keiner Weise entspricht, oder ob man auch mit der jetzigen Bauaus-führung leben kann. Wird sie schlecht, muß man mit ihr leben, weil auch unser Bau-amt mit den zur Verfügung stehenden Planungsmitteln nicht in der Lage gewesen ist, die vorgesehenen Pläne zu beeinflussen.


Die Neugestaltung des Fojers der Sporthalle am Anger erschien uns wenig güns-tig, zumal damit die Einfahrtssituation zur Altstadt beeinträchtigt wurde. Großen Nut-zen hätte diese Erweiterung nicht gebracht, so daß der Rückzug der Stadt von die-sem Projekt sicher sinnvoll war. Bedauerlicherweise kostete auch dieser Rückzug immense Beträge.

Auf Einladung unseres Mitglieds Werner Weiß besichtigten wir deswegen die Archi-tektenhäuser zwischen Langer Gasse und Julius-Popp-Straße, um die es eben-falls längere Zeit wegen der Genehmigung Auseinandersetzung gegeben hatte. Der Einwand, dass hier der Grüngürtel „niedergemacht“ wird, konnte jedoch von uns nicht ganz nachvollzogen werden.

Als Beispiel moderner und ungewöhnlicher Architektur besichtigten wir das eiförmi-ge Haus am Waldrand in Spittelstein, wo uns die Eigentümer mit Freude und Besit-zerstolz, die Architekten des Büros „archiviva“ mit planerischem Engagement das Gebäude zeigten. Ist dieses Haus auch nicht auf Coburger Gebiet, diente dieses Beispiel doch dazu,  neue Wege in der Gestaltung moderner Wohngebäude ken-nenzulernen. 

Schließlich begleiteten wir auch die Planung des SB-Warenhauses auf der Lauterer Höhe kritisch, weil die Mehrheit unserer Mitglieder der Ansicht war, dass ein solches SB-Warenhaus den Geschäftsverkehr von der Innenstadt abzieht und zu einer Ver-ödung der Geschäftslagen führen müsste. Ein Blick in den Steinweg und andere Straßen der Stadt Coburg zeigt bereits jetzt, dass eine Vielzahl von Einzelhändlern ihre Läden aufgegeben hat und diese Leerstände das Stadtbild nicht schmücken.

Herr Robert Reiter spendierte uns eine Mappe der von ihm gezeichneten Coburg-Bilder, über die wir uns sehr gefreut haben, zeigen sie doch, dass ein moderner Künstler einen wesentlichen Beitrag zur Darstellung unserer schönen Stadt geben kann.

Unsere Stadtbildfahrt führte uns in diesem Jahr nach Bautzen und Görlitz, wo wir wie immer Anregungen mit nach Hause nehmen, jedoch auch den gemeinschaftli-chen Zusammenhalt und den Teamgeist fröhlich pflegen konnten.

In diesem Jahr werden wir im Herbst eine Fahrt nach Arnstadt, der Bach-Stadt, durchführen, wobei wir den dort tätigen Stadtbildverein besuchen werden, um auch hier wieder Erfahrungen auszutauschen. Die Fahrt wird voraussichtlich am Wochen-ende des 18./19. September 2004 stattfinden.

Wir hoffen auch deswegen auf eine interessante Fahrt, weil das kleine Arnstadt eine Vielzahl kultureller Besonderheiten anbietet und es vielleicht gelingt, einen Konzert-abend oder wenigstens eine musikalische Einführung mit der Bach-Orgel zu organi-sieren. Interessenten könne sich noch melden, solange die Plätze reichen.

Ich möchte noch hinweisen auf einen Vortrag, der unsere Mitglieder interessieren könnte:

„Altbausanierung – Energiesparen wird gefördert“ am 23.4.04, um 19:30 Uhr im Gustav-Dietrich Haus  (Agenda 21).

Einige Bürger und Personen, die Einfluss auf die politischen und planerischen Ent-wicklungen in Coburg nehmen wollen, haben kritisiert, dass wir uns nicht ausrei-chend in die Diskussion um die Stadtentwicklung einbringen. Auch dies haben wir besprochen, jedoch mit dem Ergebnis, dass die satzungsmäßige Ausrichtung des Vereins dies nur am Rande zulässt. Da diese Bürger angedacht haben, einen „Kon-kurrenzverein“ zu gründen, waren wir der Ansicht, dass wir dennoch keine andere Ausrichtung des Vereins betreiben, sondern gegebenenfalls auch mit diesem neuen Verein sinnvoll zusammenarbeiten sollten, wenn er denn wirklich gegründet wird.

Wir sollten aber vielleicht doch in größerem Kreis die Frage diskutieren, ob wir das Wirkungsfeld dieses Vereins nach nunmehr über 30 Jahren nicht verändern und er-weitern sollten. Vor 30 Jahren war es notwendig, gegen die Abbruchwut, die zerstö-rerischen Ansätze und die fehlende Sensibilität in der Stadtverwaltung, bei den Bür-gern und im Stadtrat vorzugehen. Die notwendige Rücksicht auf die Belange des Denkmalsschutzes haben wir nicht ganz, aber weitgehend erreicht. Jetzt könnte es notwendig sein, die allgemeine Stadtentwicklung mit zu bearbeiten und anzuregen, wie dies der Arbeitskreis der Stadträte und verschiedener Bürger bereits versucht. Ich möchte vorschlagen, dass wir an die Mitglieder dieses Kreises herantreten und eine Zusammenarbeit anbieten, vielleicht auch eine vereinsmäßige Grundlage bie-ten, auf der diese Aktivitäten aufgebaut werden können. Für uns ergibt dies ein neu-es interessantes Betätigungsfeld, für die bereits engagierten Bürger die Möglichkeit, Spenden zu bekommen und Vorträge finanzieren zu können. Zum Wohle unserer Stadt wäre dies ein für mich gangbares Konzept, wenn auch die andere Seite daran interessiert wäre. Ich möchte dies zur Diskussion stellen.

Und nun noch eine stets wiederkehrende Bitte: 

Besuchen Sie interessiert und zahlreich unsere Veranstaltungen und bleiben Sie den Zielen der „Gemeinschaft Stadtbild Coburg e.V.“ treu.

Aus Liebe zu Coburg, Coburg zuliebe !
Dr. Hans-Heinrich Eidt, 1. Vorsitzender,19. April 2004
Bericht des 1. Vorsitzenden zur Mitgliederversammlung vom 12.06.2006

 

wieder sind 3 Jahre vergangen, schneller als gedacht, so daß wir in diesem Jahr wieder zu Neuwahlen schreiten müssen.

Die Einladungen sind rechtzeitig herausgegangen, diese Versammlung ist sat-zungsgemäß abstimmungsfähig.

Ich selbst blicke nun nicht nur auf 3 Jahre als 1. Vorsitzender zurück, sondern habe dieses Jahr die 30 Jahre hinter mich gebracht. Als ich allein die Zeitungsar-tikel und Schreiben des letzten Jahres durchgesehen habe, um diesen Bericht vorzubereiten, fragte ich mich, wann ich, wann aber auch die Vorstandsmitglie-der jeweils die Zeit hatten, diese umfangreichen Themen zu bearbeiten. Denn umfangreich waren sie im letzten Jahr.

Beginnen wir mit den schönsten Ereignissen:

Am 07./08.05.2005 besuchten wir Arnstadt und den dortigen Verein im Bach-haus. Es war eine rundum gelungene Veranstaltung, bei der wir nicht nur eine Stadtführung und Informationen über die Arbeiten des dortigen Vereins bei der Sanierung des Bachhauses bekommen, sondern auch eine Einführung mit Orgel-konzert mit Bachkirche. Wir haben die Arnstädter Freunde für dieses Jahr zum 08.07.2006 nach Coburg eingeladen, um uns auch für die großartige Bewirtung zu revanchieren. Wir wollen den Gästen ein gutes Programm bieten.

Am 28.10.2005 machten wir unsere traditionelle Herbstfahrt, dieses Mal nach Einbeck, wobei wir vorher Göttingen besuchten. Auch hier erhielten wir wieder von dem dortigen Denkmalschutzverein Anregungen für die Probleme der Stadt-sanierung und der Stadtbildgestaltung. Auf dem Heimweg konnten wir in Hildes-heim noch Reste der Altstadt besichtigen, nach dem außer dem unmittelbaren Bereich um das Rathaus herum kaum noch alte Bausubstanz vorhanden ist.

Am 02.06.2006 haben wir eine Stadtbildfahrt nach Meiningen unternommen, um uns dort über den Fortschritt der Sanierungen zu informieren. Ein wesentlicher Anlaß war aber auch ein Besuch des Meininger Theaters mit der faszinierenden Inszenierung des „Freischütz“.

Weiter gestalteten wir eine fröhliche Weihnachtsfeier in unseren Räumen.

In einem Zeitungsinterview konnte ich im Coburger Tageblatt auf die Verdienste unseres 1. Gründungsvorsitzenden, Dr. Karl Keyßner, hinweisen, wobei ich er-klärte, daß die 68er Revolution in Coburg 6 Jahre verspätet ankam und von her-vorragenden Senioren, wie Dr. Karl Keyßner, Herbert Appeltshauser, Freiherr von Erffa, dem damaligen Stadtheimpfleger Brinkmann und anderen „älteren Herren“ geführt wurde.

In Coburg selbst gab es viele wichtige Themen zu bearbeiten.


1.

Herrn Bürgermeister Norbert Tessmer boten wir an, das nun schon 30 Jahre alte Schulprogramm zu aktivieren, wenn bei den Schulen Interesse bestünde. Auch hier möchte ich nochmals darauf hinweisen, daß wir Geldbeträge ausgelobt ha-ben für Schulklassen, die sich mit Fragen des Denkmalschutzes, der Stadtbild-pflege und sonstiger Coburger Geschichte befasst. Leider nehmen die Schulen dieses Programm kaum an, obwohl wir immer wieder darauf hingewiesen haben.


2.

Wir haben Stellung genommen zu den Plänen, in der Steingasse 7 das Stadtmu-seum mit dem Stadtarchiv zu verbinden. Außerdem besuchten wir das Puppen-museum, dessen Erhalt in Coburg uns wichtig erscheint. Wir haben hierzu auch eine Stellungnahme in der Tageszeitung abgegeben.

Es wäre schade, wenn das Puppenmuseum nicht in Coburg gehalten werden könnte, wobei das Ehepaar Lossnitzer, ggf. ein Investor und/oder die Stadt Co-burg nun möglichst bald zu einem Abschluss kommen sollten.


3.

In der letzten Mitgliederversammlung hatten wir gewisse Bedenken wegen der Marktplatzgestaltung geäußert. Ich muß zugestehen, daß diese Bedenken sicher nicht gerechtfertigt waren, auch nicht hinsichtlich der Brunnen, die nunmehr um den Albert sprudeln. Bei schönem Wetter ist der Coburger Marktplatz fast mit dem Zentrum einer italienischen Stadt vergleichbar. Ich glaube, wir können mit dieser Lösung zufrieden sein, ebenso aber auch mit der nächtlichen Beleuchtung, die von nahezu allen Beobachtern gelobt wird.


4.

Mit Bedauern mussten wir zur Kenntnis nehmen, daß der Bürgerentscheid zum Theaterplatz/Josiasplatz zwar erfolgreich gewesen ist, nach Ablauf der Wartefrist der Stadtrat aber wiederum einen zentralen Omnibusbahnhof dort geplant hat, der kurz vor seiner Ausführung steht. Zwar wird dieser Platz immer nur als „Rendezvous-Platz“ bezeichnet, tatsächlich aber war er von Anfang an als zent-raler Omnibusbahnhof (ZOB) vorgesehen.

Daß nun zusätzlich noch ein ZOB am Bahnhof errichtet wird, den wir früher schon immer als notwendig bezeichnet haben, ist nicht auf eine Einsicht der Bus-betreiber oder der Planer zurückzuführen, sondern schlicht darauf, daß die HUK-Coburg zu ihrem Jubiläum den Bahnhofsvorplatz neu gestalten will und deswe-gen fordert, daß die dort parkenden Busse anderweitig untergebracht werden.

Wir haben nunmehr das unerfreuliche Ergebnis, daß wir einen kleinen und inti-men Platz im Inneren der Stadt zerstören, wobei die Busse sich durch das Georgengäßchen quetschen müssen, um gleichzeitig einen größeren ZOB am Bahnhof einzurichten und zu finanzieren. Sinnvoll ist dies sicher nicht. Wenn ich trotzdem im Stadtrat an den entsprechenden Gremien teilgenommen habe, ob-wohl ich auch heute noch gegen die Zerstörung des Theaterplatzes bin, liegt dies einfach daran, daß man versuchen mußte, die Planung soweit wie möglich stadt-verträglich zu machen.


5.

Wir haben eine umfangreiche Stellungnahme zum Albertsplatz und der Neuges-taltung der Ketschenvorstadt abgegeben.

Nachdem ich in einem Leserbrief behauptet hatte, die „Planung“ beabsichtige, die Straße am Ernstplatz zwischen Luther-Schule und Hexenturm als Durch-fahrtsstraße zu benutzen, widersprach Bürgermeister Ulmann mit deutlichen Worten. Lediglich während der Umgestaltung des Theaterplatzes würden die Busse zeitweise hier durchgeleitet werden. Wir sind der Ansicht im Vorstand, daß die Ketschenvorstadt von Bussen freigehalten werden sollte. Stadt- und Touris-tenbusse können ohne weiteres auf dem großen Platz vor dem Ketschentor hal-ten und Fahrgäste dort ein- und aussteigen lassen, um durch die Casimirstraße wieder abzufahren. Am Ernstplatz bietet sich heute schon durch eine weitere Spur in Richtung Norden die Möglichkeit, auch die Busse halten zu lassen. Für die Fahrgäste ist es von hier kein großer Weg in die Innenstadt zum Markt, sei es durch die Judengasse, über die Treppe zur Rosengasse oder durch die Ket-schengasse.


6.

Mit gewissen Bedenken haben wir das Thema „Braumeisterhaus“ am Hofbräu-haus diskutiert. Dieses Gebäude steht zwar nicht unter Denkmalschutz, dennoch erscheint uns dort ein Hochhaus, wie es nun vorgestellt wurde, unverträglich neben dem sanierten Hofbräuhaus.


7.

Ein heikles Thema ist die Bebauung der ehemaligen Gärtnerei Bauer am Fes-tungsberg. Hier haben wir mit dem Planer, den Nachbarn und anderen Gegnern im Vorstand die Pläne diskutiert und studiert. Dabei ließen wir uns von Fachleu-ten beraten, die zum Ergebnis kamen, daß diese Bebauung sich einfügt und ak-zeptabel ist. Mit Recht weist nun der Nachbar, Herr Ohler, darauf hin, daß zu-mindest der 1. Bau, der dort entstanden ist, sich keineswegs einfügt, sondern wie ein Turm aus dem Gelände herausragt. Wir haben vor, zusammen mit dem Planer dieses Gelände nochmals zu besichtigten und zu fragen, ob die weitere Entwicklung hier zu einer Abhilfe führen kann. Möglicherweise haben wir uns durch die Pläne und die Beratung zu einer falschen Entscheidung führen lassen. Grundsätzlich ist eine Bebauung des Gärtnereigrundstücks sicher nicht abzuleh-nen, jedoch könnte die jetzt dort entstehende Bebauung von uns falsch bewertet worden sei.


8.

Das „Zentrum Coburg“ hat uns gebeten, zu den Planungen für ein SB-Warenhaus in Rödental beim Innenministerium Stellung zu nehmen. Dies ha-ben wir getan mit dem Hinweis, daß durch solche Planungen im Mittelzentrum letztlich das Oberzentrum Coburg immer wieder veranlasst wird, die Bauten auf der grünen Wiese zu verstärken, wodurch die Innenstadt gefährdet sein kann. Wir haben hier ausführlich an Herrn Innenminister Dr. Beckstein ge-schrieben, der uns sehr freundlich geantwortet und auf die rechtlichen Grund-lagen dieser Planung hingewiesen hat.

Hoffen wir, daß die zuständigen Behörden darauf achten, daß diese Grundsätze tatsächlich auch eingehalten werden.


9.  Verkehrsentwicklungsplan/Schlossplatztiefgarage:

Fast in jeder Sitzung mussten wir uns mit der Schlossplatztiefgarage befassen, weil verschiedene politische Kräfte in Coburg wieder mit allem Nachdruck diese Tiefgarage fordern. Herr Michael Stoschek, der bei uns im Arbeitsausschuss tätig sein wollte, kritisiert Stadtbild Coburg als Verhinderungsverein. Er hat in einem umfangreichen Interview seine Sorgen um Coburg dargelegt und behauptet, Führungskräfte seiner Firma würden deswegen nicht nach Coburg kommen, weil eine Tiefgarage fehlt. Dies hielten wir in unseren Diskussionen für überzogen.

Der Verein, der zur Förderung der Schlossplatztiefgarage gegründet wurde, nimmt nicht zur Kenntnis, daß der Verkehrsentwicklungsplan eine Schlossplatz-tiefgarage aus Gründen des Parkens für überflüssig hält, weil die schon beste-henden Parkhäuser nicht ausgelastet sind. Besonders zerstörerisch sind die Ge-danken, die von dem Verein für die Schlossplatztiefgarage und dessen Vorsit-zenden, Herrn Stadtrat Denk, geäußert werden. Hier soll doch tatsächlich die Osttangente unter dem Schlossplatz hindurch gebaut werden, wobei es in der Diskussion unredlich ist, lediglich diese Unterfahrung zu fordern, ohne die sich daraus ergebenden Konsequenzen für die umliegenden Straßen zu diskutieren. Wir haben hier eine Stellungnahme erarbeitet, die Sie gerne mitnehmen können. In einem gesonderten Tagesordnungspunkt wollen wir dieses Thema auch noch diskutieren.


10. Ausblick

In der Stadt Coburg hat sich viel bewegt und wird sich wohl noch einiges bewe-gen, wenn man die Bautätigkeit betrachtet, die in der Planung ist.

Theaterplatz, ZOB am Bahnhof, Ketschenvorstadt und immer wieder die Diskus-sion um die Schlossplatztiefgarage. Wir werden hier weiter am Ball bleiben und versuchen, auch die Planungen mit zu beeinflussen.

Hierzu benötigen wir Ihre Unterstützung.

Diese brauchen wir auch, wenn es darum geht, die Räume hier im Hexenturm zu erhalten. Wie Sie wissen, hat unser „Wirt“, die Stiftung Sonntagschule, die obe-ren Räume an die Stadt Coburg für schulische Zwecke vermietet. Die Stadt teilte kürzlich mit, sie kündige diese Verträge und beabsichtige, ggf. die Räumung durchzuführen. Dies steht sicher im Zusammenhang mit der Planung der Verla-gerung der Grundschule aus der Luther-Schule. Ich habe dem zuständigen Herrn Austen mitgeteilt, daß wir sehr an einer weiteren Vermietung interessiert sind, nicht zuletzt deswegen, weil auch die Stadt Coburg erhebliche Mittel in die Sa-nierung gesteckt hat und für eine weitere Vermietung erneut erhebliches Geld aufgewendet werden müßte. Hoffen wir, daß die Stadt Coburg sich entschließt, weiter in diesen Räumen Schulbetrieb durchzuführen.

Vielleicht können Sie jeder für sich auch für die Ziele der Gemeinschaft Stadtbild Coburg werben, denn in der letzten Zeit haben wir mehr unter Verluste unter den Mitgliedern, als Neuzugänge. Unsere Stadt sollte uns das Engagement wert sein.
In Liebe zu Coburg – Coburg zuliebe.
Coburg, den 09.05.2006 Dr. Hans-Heinrich Eidt, 1. Vorsitzender

 


Bericht des 1. Vorsitzenden Dr. Hans-H. Eidt
Mitgliederversammlung 14.05.2007

Das vergangene Jahr war vor allen Dingen geprägt von Diskussionen um die Stadtgestaltung.

Die fortschreitende Gestaltung des Busbahnhofs Josiasplatz/Theaterplatz hat das bestätigt, was wir vorher befürchtet und mit anderen Bürgern durch ein Bür-gerbegehren zu verhindern versucht hatten:

Der Platz ist inzwischen zu einer leeren Fläche herabgewürdigt, die nun wohl auch durch die gestaltenden Elemente wie Bürgersteige, Bäume oder das Dach der Wartehalle nicht grundlegend belebt werden kann. Da gleichzeitig der Bus-bahnhof am Bahnhof geplant wird, sind wir der Ansicht gewesen, daß von vorn-herein nur der ZOB am Bahnhof richtig und sinnvoll war.

Die Folge des neu gestalteten Josiasplatzes wirkt sich auch auf den Bereich um den Hexenturm aus. Denn das Buskonzept sieht vor, daß – angeblich und hof-fentlich nur während der Bauphase – die Stadtbusse, die in der Victoriastraße von Norden kommen, über das schmale Gässchen zwischen Hexenturm und Schulhof der Lutherschule und über den Albertsplatz geführt werden sollen, wo-durch eine völlige Umgestaltungen mit erheblichem Kostenaufwand notwendig wird. Verschiedene Versuche, durch Anträge an das Bauamt und den Bausenat diese als unnötig zerstörerisch angesehene Maßnahme zu verhindern, sind je-doch gescheitert. Wie immer behauptet insbesondere Herr Angermüller von den SÜC, nur so könne sinnvoll der Busverkehr geleitet werden.

Daß andere Möglichkeiten gegeben sind, zeigte das Gutachten des Verkehrspla-ners, Herrn Skupil, der sich mit der Ketschenvorstadt beschäftigte. Die Wohn-bau GmbH hat ein Sanierungskonzept für die gesamte Südstadt entwickelt und als Grundlage der Sanierung ein geändertes Verkehrskonzept für den Bereich zwischen äußerem Ketschentor und Zinkenwehr überprüfen lassen. Abgelehnt wurde von Herrn Skupil die ursprünglich als vorübergehende Maßnahme gedach-te Schleifenfahrt der Busse aus der Victoria-Goethe-Straße über den Schützen-platz, durch das Ketschentor und die untere Ketschengasse, durch das Zinken-wehr und wieder südwärts zum Anger. Abgesehen davon, daß diese Schleife er-heblichen Zeit- und Spritaufwand verursacht, behindert die Durchfahrt durch das Ketschentor die Neugestaltung des Säumarkts und der gesamten unteren Ket-schengasse. Der Verkehrsplaner schlug deswegen vor, die Busse nicht mehr durch das Ketschentor mehr fahren zu lassen, sondern sie entweder bereits vor-her durch die Casimirstraße, noch besser aber wohl nord- als auch südwärts nur noch durch Victoria-Goethe-Straße/Schillerplatz fahren zu lassen. Die einzige Änderung, die hierfür wirklich erforderlich gewesen wäre, war die Verlegung der Bushaltestelle vom Albertsplatz an die Ein- und Ausfahrt des Parkhauses Zin-kenwehr. Gegen diese Verlegung wehrten sich insbesondere der Behindertenbe-auftragte, aber auch die Verkehrsbetriebe und viele Stadträte, so daß das Pro-jekt insgesamt scheiterte. Begründung war vor allem, man könne der Bevölke-rung die etwa 70 m weitere Entfernung vom Zinkenwehr bis zur Innenstadt nicht zumuten.

Bei der von vielen Politikern in Coburg vorangetriebenen Idee der Schloßplatz-tiefgarage konnte nun endlich ein Durchbruch deswegen erzielt werden, weil wiederum der Verkehrsplaner, Herr Skupil, diese Planung aus verkehrstechni-schen Gründen für nicht durchführbar begutachtete. Unmöglich sei die von vie-len geforderte Unterfahrung des Schloßplatzes aus technischen Gründen; im üb-rigen aber sei sowohl die Ein- als auch die Ausfahrt vom Steintor her bzw. zum unteren Bürglaß aus verkehrstechnischen Gründen nicht durchführbar. Was die Gemeinschaft Stadtbild Coburg schon seit mehr als 20 Jahren immer wieder vor-getragen hat, wurde hierdurch bestätigt. Im übrigen hat auch das grundlegende Verkehrsgutachten für die Stadt Coburg die Bestätigung gebracht, daß ein Park-haus unter dem Schloßplatz nicht nur überflüssig sei, weil die anderen Parkhäu-ser noch nicht ausgelastet sind, daß aber gleichzeitig die Kosten aller anderen Parkhäuser in die Höhe getrieben würden und zudem das Parkhaus Mauer nur noch für Dauernutzer vorbehalten bleiben sollte. Dennoch: die Idee ist nicht ge-storben; immer noch wird beantragt, nun eine kleine Tiefgarage vor dem Lan-destheater zu errichten, auch wenn sie zu teuer und verkehrstechnisch überflüs-sig ist.

In mehreren Sitzungen beschäftigte sich der Arbeitsausschuß der Gemeinschaft Stadtbild Coburg mit dem neuen Innenstadtkonzept. Die ursprünglich vom Stadtrat verfolgte Idee, eine neue, große Veranstaltungshalle auf der Lauterer Höhe zu errichten, war vom Grundsatz her sicher nicht falsch, zumal damit die vielen Veranstaltungen auf dem Schlossplatz ohne das immer wieder auftretende Wetterrisiko in der Halle durchgeführt werden konnten.

Überraschend stellten dann die Initiatoren des neuen Innenstadtkonzepts ihre Planungen vor, dessen Grundzüge nun wohl jedem Bürger bekannt sein dürften. Diese Überlegungen hat die Gemeinschaft Stadtbild Coburg schon früher ver-folgt. Architekt Liebermann stellte vor Jahren bereits eine Planung vor, die die Benno-Benz-Anlage ebenfalls aufgegeben hatte und stattdessen eine unterirdi-sche Tiefgarage von der Shell-Tankstelle bis zur Sporthalle unterirdisch vorsah.

Das Grundstück der Spindler-Villa, das seit Jahrzehnten brach liegt, war eben-falls in die Überlegungen einbezogen worden, mit einem Hotel Garni das Kon-gresshaus zu einer echten Kongresseinrichtung aufzuwerten. Die Gemeinschaft Stadtbild Coburg sieht in dieser Konzentration der Versammlungsstätten im Sü-den und auf dem Anger unter Beibehaltung einer großen Fläche für das Schüt-zenfest, Zirkus usw. eine wesentliche Aufwertung des gesamten Südstadtbe-reichs.
Dabei ist dieses Konzept, wie die Mitglieder des Arbeitsausschusses feststellten,  nicht wirklich „neu“:  Alle Parteien des Coburger Stadtrates haben dies in ähnli-cher Form bereits in den vergangenen Jahren so oder ähnlich behandelt. Die CSU hatte es bereits im Wahlprogramm; die FDP hat seit mindestens drei Wah-len in jedem Wahlprogramm dieses Konzept gefordert. Und auch die SPD hat schon vor ca. 20 Jahren ein ähnliches Konzept diskutiert, wie ein ehemaliger SPD-Stadtrat mit einer Zeichnung belegte, die damals in der SPD-Fraktion disku-tiert worden war.

Es musste festgestellt werden, dass leider gerade die Stadträte der SPD, die sonst der Stadtgestaltung und –erhaltung gegenüber offen sind, in diesem Falle geschlossen als Bedenkenträger aufgetreten sind und das Innenstadtkonzept insgesamt und in den Einzelheiten heftig kritisieren. Im Arbeitsausschuß wurde die Befürchtung geäußert, dass dies weniger aus sachlichen, als aus politisch-persönlichen Gründen erfolgt ist. Doch blieb die Hoffnung, dass nach erfolgrei-chem Abschluß des Bürgerbegehrens vielleicht eine größere Übereinstimmung im Stadtrat Platz greifen könnte.

Es ist ein logisch aufgebautes Konzept, bei dem sicher Kleinigkeiten noch über-arbeitet werden können und müssen, aber die große Richtung und der große Wurf stimmen. So kann eine geschlossene Gesamtplanung auf den Weg ge-bracht werden, die bei zusätzlich hoffentlich guter architektonischer Gestaltung den Anger und den Bereich der Südstadt aufwerten wird.

Die Gemeinschaft Stadtbild Coburg wünscht – zumindest im Arbeitsausschuss -, daß das Innenstadtkonzept in seinen Grundzügen nach dem Bürgerentscheid umgehend umgesetzt wird. Soweit behauptet wird, das Geld reiche nicht, darf dieses Argument in einer reichen Stadt wie Coburg nicht gelten, zumal ein gro-ßer Teil der Kosten, die für die Durchsetzung des Innenstadtkonzepts erforder-lich sind, bereits durch eine Vielzahl von Beschlüssen in diesem Bereich verplant sind.

Zu hoffen ist, dass nach einem positiven Ergebnis der Abstimmung über das Bürgerbegehren dieses nicht den Weg früherer Bürgerbegehren folgt, dass näm-lich ein Jahr nach der Abstimmung der Stadtrat dann doch macht, was er will, ohne die Bürger und deren Meinung zu beachten.

Auch das Puppenmuseum war Gegenstand der Diskussion. Die Ausschuß-mitglieder besichtigten dieses Museum und wurden von Herrn Loßnitzer fach-kundig geführt. Sie kamen zum Ergebnis, dass das Puppenmuseum in Coburg als interessante kulturelle Einrichtung erhalten bleiben sollte, auch wenn damit letztlich ein großes Engagement der Stadt erforderlich würde.

Die letztjährige Stadtbildfahrt führte in einen benachbarten Ort, nämlich nach Meinigen. Ziel war diesmal aber nicht nur die qualifizierte Stadtführung durch diese alte Residenzstadt, sondern auch ein Besuch des „Freischütz“ in der ganz besonderen Inszenierung im Meininger Theater. Besondere Beachtung fand da-bei auch die hervorragende Renovierung des Hotels „Ernestiner Hof“, in dem die Mitglieder der Gemeinschaft untergebracht waren.

Außer diesen Themen der Stadtgestaltung gibt es größere und kleinere Ereignis-se zu berichten:

Am 15.07.2006 statteten uns die Altstadtfreunde von Arnstadt einen Gegen-besuch an. Diese hatten uns im Jahr vorher in Arnstadt großartig empfangen, so daß auch wir es nicht an einer ausführlichen Führung, einem großen gemeinsa-men Essen und gemeinsamen Diskussionen fehlen ließen.

Aus unserem Haustürenprogramm konnten wir zwei Projekte fördern, nämlich die Stiftung Sonntagschule mit der Renovierung der großen Holzflügeltüre am Hexenturm und Familie Basso, die das Haus Pilgramsroth Nr. 5 insgesamt her-vorragend saniert hat, aber vor allem auch die Eingangstüre erhalten und in handwerklicher Arbeit saniert hat.

Die SÜC haben in der Bamberger Straße ein Verwaltungsgebäude neu errichtet. Uns war aufgefallen, daß am Eckgebäude am Schillerplatz, einem alten Back-steingebäude, seit Jahrzehnten das dort früher angebrachte Türmchen fehlte. Als wir uns daraufhin an die SÜC Coburg wandten mit der Bitte, im Rahmen der Gesamtmaßnahme auch dieses Türmchen wieder herzustellen und aufzusetzen, fanden wir großes Entgegenkommen: Herr Geschäftsführer Luttenberger sagte zu, voraussichtlich im Jahre 2007 noch dieses Türmchen wiederherstellen zu las-sen.

Wir hoffen auch weiter auf Ihre Unterstützung und würden uns freuen, wenn Sie sich auch verstärkt zu aktiver Mitarbeit bereit finden könnten. Jeden zweiten Montag im Monat findet ab 19.00 Uhr die „Stadtbildrunde“ im Hexenturm statt, zu der jeder herzlich eingeladen ist. Gleiches gilt für die regelmäßig durchgeführ-te Stadtbildfahrt, die wir jedes Mal im Herbst des Jahres planen und durchfüh-ren, dieses Mal zu den Altstadtfreunden nach Nürnberg Mit Besichtigung und Ü-bernachtung in dem fränkischen Städtchen Abensberg.

Coburg, 14.05.2007 Dr. Hans-Heinrich Eidt, 1. Vorsitzender

 

Bericht des 1. Vorsitzenden zur Mitgliederversammlung am 14.05.2008 um 19.00 Uhr im Hexenturm

Begrüßung
Feststellung der Rechtzeitigkeit der Ladung

Wir haben bei der Wohnbau GmbH Sanierungen angeregt, die in der Stadt erfor-derlich erschienen. Die Sanierung der Ketschenvorstadt und ihre Auswirkung auf das Stadtbild haben wir diskutiert und beantragt, diese nachhaltig durchzu-führen.

Zum alten Lokschuppen fragten wir bei der Stadt an, ob dort mit Sanierungs-Maßnahmen zu rechnen sei. Jedoch liegt das Problem der Erschließung nicht vor-rangig bei der Stadt Coburg, sondern beim Straßenbauamt.

Beim Haus Faulhaber in der Ketschengasse haben wir die unmöglich gestalte-ten Dachgauben kritisiert und deswegen das Bauamt angeschrieben, das leider sehr zurückhaltend reagierte.

In der Kanalstraße befindet sich ein gut gestaltetes Haus, das im schlechten Zustand war. Wir haben die Wohnbau gebeten, dieses zu sanieren, was auch durchgeführt wurde. Soweit die Malereien völlig verschwunden waren, konnten wir auch mit Zuschussangeboten nicht erreichen, dass diese wieder rekonstruiert wurden, denn es gab keine Abbildungen der Originale.

Bei den „Gammel-Häusern“ in der Rosengasse 10 und Heiligkreuz 33 und 9 haben wir die Stadt gebeten, hier Abhilfe zu schaffen. Bei der Rosengasse 10 soll nun ein Abriss erfolgen.

Am Theater-/Josiasplatz mussten wir beobachten, dass bei der Sanierung der Häuserzeile die Fenster nicht in denkmalsgerechter Weise ausgeführt wurden. Herr Bürgermeister Ulmann vom Bauamt hat uns zugesagt, dies überwachen zu lassen.

Kritisiert wurden die veränderten Fenster der Coburger Bank, die tiefer gezo-gen wurden, als die am Bau vorgegebene Grundlinie der aufstrebenden Pfeiler.

Eingehend haben wir uns in diesem Jahr mit dem Neuen Innenstadt-Konzept (NIK) befasst und sind weiterhin der Ansicht, dass dieses Gesamtkonzept geför-dert und verwirklicht werden muss. Ebenso beobachten wir die Arbeiten am ISEK des Prof. Ackers, wobei unser zweiter Vorsitzender, Stephan Zapf, als Ver-treter der Gemeinschaft Stadtbild Coburg dort mitarbeiten soll.

Vor der Reithalle hätten wir uns eine Grünanlage gewünscht, um den dortigen Platz in der Kurve der Leopoldstraße liebevoller zu gestalten. Dies regten wir im Bauamt leider bisher ohne Erfolg an, weil nun trotz unserer Anregungen ein Parkplatz vorge-sehen ist.

Ein Stein des Anstoßes bilden nicht nur für uns, sondern für viele Bürger die  moder-nen Lampen, die vor und an der linken Seite des Landestheaters aufgestellt wurden, ohne Rücksicht auf die am Theater und am Schloßplatz befindlichen „nostalgischen“ Lampen. Hier haben wir uns an das Bauamt gewandt mit der Bitte, diese auch Mehrkosten verursachenden Lampen zu entfernen.

Wie nicht anders zu erwarten, war auch der Schlossplatz mit einer Tiefgara-ge, die immer wieder gefordert wird, Gegenstand unserer Diskussionen. Gerade die Tiefbaumaßnahmen am ZOB Theaterplatz und vor dem Landestheater ließen bei vielen Bürgern die Hoffnung aufkommen, nun werde doch noch die Tiefgara-ge errichtet. Der Planer Skoupil hat jedoch die überzogenen Wünsche einiger Coburger Stadträte, die unbedingt eine Unterfahrung des Schlossplatzes vom Steintor zum Bürglaß wollten, als technisch undurchführbar abgelehnt. Technisch ist seiner Ansicht nach höchstens eine Garage möglich, die vor dem Landesthea-ter bis zum Rondell errichtet wird, wobei die Zu- und Abfahrten vom Bürglaß her erfolgen sollen. Dieser immense Mehraufwand wird aber bei der jetzigen Zu-sammensetzumng des Stadtrates nicht anfallen, weil nach dem NIK eine großzü-gige Parkanlage am Anger errichtet werden soll.

Im vergangenen Jahr haben wir auch die üblichen Stadtbildfahrten durchge-führt, so am 19.10.2007 nach Abenberg und Nürnberg, wo wir von interes-sierten Bürgern dieser Städte mit deren Denkmalschutzarbeiten vertraut ge-macht wurden.
Im Februar 2008 besuchten wir unsere Nachbarstadt Neustadt, in der wir zwar wussten, dass dort nur wenige Denkmäler zu finden waren, jedoch durch den engagierten Vortrag der Heimatpflegerin, Frau Kalter, die historischen Gründe dafür dargelegt bekamen. Ein Besuch im Puppenmuseum rundete diesen Tag interessant ab.
Viele andere Themen beschäftigten die Stadtbild-Runde: Das Hochregallager der Firma Kaeser; der Verbleib der Firma Sea-Star in Coburg; die Bronzefiguren am Marktplatz; das neu errichtete Türmchen der SÜC am Eckbau ihres Gesamtkom-plexes; die Frage nach dem Verlust der Städtebauförderung; das sogenannte „Amphitheater“ beim Kunstverein.

Wir waren aber auch nicht nur theoretisch tätig. Der Volkshochschule Coburg haben wir aus unserem Türprogramm für die Restaurierung einer prächtigen Holztüre 500,00 € zugesagt, der Sonntagsschule 1.000,00 € für die Reparatur eines Balkens im Dachgeschoss.

Wer sich für all diese Fragen interessiert, ist immer wieder herzlich eingeladen, jeden zweiten Montag im Monat zur Stadtbild-Runde in den Hexenturm zu kom-men.
Künftige Veranstaltungen:

• Besuch der Ausstellung der Pläne für die Neugestaltung der Südstadt

• Besuch in Sonneberg

• Besuch in Gotha

• Evtl. Besuch in Rauenstein

• Stadtbildfahrt im Herbst


Coburg, 14.05.2008 Dr. Hans-Heinrich Eidt, 1. Vorsitzender

 

Bericht des 1. Vorsitzenden, Dr. Hans-Heinrich Eidt, zur Mitgliederversammlung vom 20. April 2009 im Hexenturm


Bericht:

1) Inzwischen haben wir uns von unserem Ehrenmitglied und Ehrenvorsitzenden Herbert Appeltshau-ser verabschieden müssen. Im Alter von 99 Jahren ist er in diesem Jahr verstorben. Ich habe für die Gemeinschaft Stadtbild Coburg einen Nachruf geschrieben und war bei seiner Beerdigung anwesend.

2) Frau Irmtraut Keyßner, die Ehefrau unseres 1. Vorsitzenden, Dr. Karl Keyßner, ist aus Alters- und Gesundheitsgründen nach Landshut zu ihren Kindern verzogen. Sie hatte ursprünglich durch ihre Tochter erklären lassen, daß sie aus der Gemeinschaft Stadtbild Coburg austreten wolle; ihr Sohn hat dies jedoch korrigiert. Wir haben nunmehr Frau Irmtraud Keyßner im Vorstand  zum Ehrenmitglied ernannt, so daß sie – als Ehefrau unseres verstorbenen 1. Vorsitzenden – auch weiterhin dem Stadt-bild treu bleiben kann.

3) Der Melchior-Franck-Kreis hat uns durch seinen Vorsitzenden, Herrn Knut Gramß, angeschrieben und gebeten, ob wir uns nicht um das Denkmal am Schlossplatz bemühen könnten. Dieses sei völlig veralgt und unansehnlich geworden, was richtig ist. Ich habe Herrn Gramß geantwortet, daß wir schon das Denkmal in der Unteren Anlage gereinigt haben und uns bereit finden, zusammen mit Mit-gliedern des Melchior-Franck-Kreises auch das Denkmal des Melchior-Franck zu reinigen. Ich habe mich deswegen bereits mit Herrn Lindner von der Stadt Coburg in Verbindung gesetzt, denn wir be-nötigen dort Wasser- und Elektroanschluss, um mit einem Hochdruckreiniger dieses Denkmal zu reinigen. Ich glaube, daß dies eine nette Veranstaltung zwischen zwei Kulturvereinen werden kann.

4) Rückblick auf 2007:

4.1) Der Theaterplatz/Josiasplatz ist nunmehr fertig gestellt und als Bushalteplatz angenommen. Er ist m. E. weniger erschreckend, als wir ursprünglich befürchtet hatten.

Dennoch kann es sich nur eine sehr reiche Stadt wie Coburg leisten, gleichzeitig am Bahnhof einen ZOB zu errichten.

4.2) Zur Schloßplatztiefgarage hat der Verkehrsplaner Skoupil ausdrücklich erklärt, daß die Unterfah-rung, die gewünscht wurde, wirtschaftlich und technisch nicht durchführbar ist. Wenn überhaupt, hält er eine kleine Tiefgarage vor dem Theater für machbar. Allerdings hat Herr Prof. Ackers im ISEK aus-drücklich erklärt, daß er dort keine Baumaßnahmen wünsche, bevor nicht der Coburger Süden neu gestaltet ist.

5) Im September 2008 haben wir von der Gemeinschaft Stadtbild Coburg e. V. bei Herrn Prof. Dr. Ackers zum ISEK der Stadt Coburg Stellung genommen und erklärt, an welchen Punkten wir eine gute Stadtplanung wünschen.

Hierzu gehört die Gestaltung des Ketschenangers und des Rosengartens; auch die Fußgängerzone haben wir angesprochen und das Problem der Tiefgarage unter dem Schlossplatz, das letztlich auch Herr Prof. Ackers ablehnt.

Wir haben auch auf die Probleme im Steinweg hingewiesen, der als Handelsstraße immer weiter abgewertet wird. Inwieweit unsere Vorschläge hier eingeflossen sind, kann ich sicher nicht mit Si-cherheit sagen, jedoch haben wir versucht, unser Gewicht in die planerische Waagschale zu werfen.

6) Am 26./28.09.2008 besuchten wir die Stadt Gotha, deren Oberbürgermeister Knut Kreuch ein en-gagierter Denkmalspfleger ist, der uns persönlich eingeführt und durch die Stadt geführt hat. Ein solch engagierter Oberbürgermeister ist einfach eine Sensation. Er kennt sich in der Geschichte der Stadt ebenso gut aus, wie in den Fragen des Denkmalschutzes und der Finanzierung der Stadt Gotha.
Es war ein eindrucksvoller Besuch.

7) Wir waren dann in der Stadt Neustadt, um dort zusammen mit der Heimatpflegerin, Frau Kalter, nach denkmalswürdigen Objekten zu suchen, die wir auch in der Bahnhofstraße gefunden haben. Neustadt ist als Arbeiterstadt nicht mit vielen denkmalswerten Objekten gesegnet. Schade ist, daß das hervorragend gestaltete Fabrikgebäude der ehemaligen Hausserfabrikation vor sich hingammelt und nicht zum Leben erweckt wird. Dies wäre – gleich bei welcher Nutzung – sicher eine Bereiche-rung der sonst an solchen Bauwerken armen Stadt Neustadt. Allerdings scheint das Problem darin zu liegen, dass die Eigentümer das Gebäude nicht an die Stadt oder an jemand anders, der es besser nutzt, verkaufen wollen.

8) Am 18.10.2008 besuchten wir die Spielzeugstadt Sonneberg. Der Kreisheimatpfleger, Herr Tho-mas Schwämmlein, führte uns engagiert und mit großem Fachwissen durch die Stadt Sonneberg, die an vielen Stellen durch reiche Jugendstilgebäude geprägt wird.

9) Die Vorstandsmitglieder und einige andere interessierte Personen der Gemeinschaft Stadtbild Co-burg haben sich die Pläne der Ausschreibung zur „Südstadt“ in der alten Angerturnhalle angesehen. Dazu haben wir auch gegenüber dem Bauamt Stellung genommen. Wir haben erklärt, daß ein Abriss des Kongresshauses nicht sinnvoll ist. Das Kongresshaus ist nach seiner ursprünglichen Gestaltung vor gut 15 Jahren nochmals umgestaltet worden. Damals sind ca. 21.000.000,00 DM in das Gebäude geflossen. Wir halten es für eine wenig sinnvolle Maßnahme, diese Kongresshalle nun abzureißen und – wie einige Planer vorgesehen haben – den Sintflutbrunnen wieder nach Norden zu verschieden oder einen anderen Brunnen dort einzubauen. Wir sind der Ansicht, daß das Kongresshaus nach Norden eine gute Abgrenzung des Rosengartens zu der modernen Bebauung des Justizgebäudes darstellt und deswegen dieses Gebäude erhalten werden sollte.

Wir haben auch zu den Ideen Stellung genommen, die sich mit der Planung am Anger beschäftigen. Uns war nicht ganz einsichtig, warum die Fläche zwischen dem nördlichen Teil und der südlichen Bebauung nun offen bleiben und nicht mehr zum Parken zur Verfügung stehen sollte. Wir sind der Ansicht, daß diese Gesamtfläche für Großveranstaltungen, wie Zirkus, Oberfrankenausstellung, Schützenfest u. ä., zur Verfügung stehen sollte, in der Zwischenzeit aber, wenn die Großveranstal-tungen nicht stattfinden, weiterhin dem Parken im Süden der Stadt dienen sollten.

10) Ich habe persönlich Kontakt aufgenommen zum sog. Architekturtreff. Dort wollen Architekten ver-suchen, die Schüler für den Denkmalschutz zu motivieren, wofür eine Vielzahl von Programmen vor-gesehen ist. Wir haben zugesagt, aus unserem „Schulprogramm“ Zuschüsse zu geben, soweit es sich um Themen handelt, die mit der Entwicklung der Stadt und ihrer Geschichte zu tun haben.

11) Angeregt wurde in diesem Zusammenhang, nun einen Abrisskalender für 2010 zu gestalten. Da-bei sollen wichtige Bauten, die in den letzten Jahrzehnten verloren gegangen sind, in einem Kalender zusammengestellt werden. Ich gehe aber davon aus, daß es möglich ist, mehrere Kalender mit sol-chen Abrissbauten zu versehen. Wir wollen dies nun für das Jahr 2010 versuchen.

12) Ebenso planen für den nächsten Sommer ein Sommerpreisrätsel möglichst in Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Drucker, in dem der Bevölkerung verschiedene Zeichnungen oder Bilder ange-boten werden, mit der Aufgabe festzustellen, wo sich diese befinden. Die ersten Preise sollten dann entsprechend verteilt werden.

13) Wie jedes Jahr haben wir auch in diesem Jahr die Fassadenprämierung bzw. die Prämierung besonders gelungener Sanierungen mit der Stadt Coburg vorbereitet, die am heutigen Abend durch-geführt wird.

Zusammenfassung:

All diese Aktivitäten kosten unseren Vorstand und sonstige interessierten Mitgliedern viel Zeit und Aufwand, der freudig gegeben wird. Es wäre aber schön, wenn auch sonstige Mitglieder bereit wären, sich hier zu engagieren. Wir treffen uns, wie immer jeden 2. Montag im Monat im Stadtbildzentrum „Hexenturm“. Alle Mitglieder sind hierzu herzlich eingeladen und können ihre Ideen einbringen.

Ausblick:

Selbstverständlich wollen wir in diesem Jahr 2009 auch wieder eine Stadtbildfahrt durchführen. Das Ziel ist allerdings noch nicht bestimmt, voraussichtlich nach Dessau zur Bauhausausstellung und nach Wittenberg. Sollte jemand Interesse an dieser 2 1/2-tägigen Fahrt haben, mag er sich möglichst bald auch bei mir mit seiner Adresse melden.

Schließlich darf ich noch alle Mitglieder bitten, bei eventuellen Umzügen oder Änderungen ihres Bankkontos die neue Adresse und das neue Bankkonto mitzuteilen, da jeder Versuch, die Mitglieds-beiträge einzuziehen, dann mit hohen Gebühren belastet wird, wenn der jeweils beteiligte Kontoinha-ber das Konto gewechselt hat und deswegen die Überweisung zurückkommt.

Ein weiterer Punkt ist, daß wir allmählich überaltern. Insbesondere das Interesse der Jugend an den Themen „Denkmalschutz“ oder „Stadtbildgestaltung“ läßt vermehrt nach. Es gelingt auch schwer mit Programmen wie dem Schulprogramm Engagement bei der Jugend zu erzielen. Wer also bereit ist, selbst mitzumachen oder insbesondere jüngere Leute an das Thema „Denkmalschutz“ heranzuführen und in unseren Verein zu integrieren, möge dies mit Nachdruck tun.

Im übrigen danke ich allen freiwilligen Helfern, insbesondere den Vorstandsmitgliedern und allen, die regelmäßige an der Stadtbildrunde am Monat teilnehmen für ihr Engagement und hoffe, daß wir auch in Zukunft mit solchen Engagement und Beteiligung der Mitglieder rechnen können.

Coburg, den 20.03.2009 Dr. Hans-Heinrich Eidt, 1. Vorsitzender


Eidt: Kongresshaus und Rosengarten belassen
Stadtbild Coburg | Leerstände in der Innenstadt bereiten Sorge
Coburg - Die Gestaltung der Südstadt rund um Ketschenanger und Ketschentor beschäftigt derzeit auch die Gemeinschaft Stadtbild Coburg. Stadtbild-Vorsitzender und FDP-Stadtrat Hans-Heinrich Eidt plädierte bei Hauptversammlung am Montag dafür, Rosengarten und Kongresshaus in der jetzigen Form zu belassen.
In das Kongresshaus Rosengarten sei schon viel Geld investiert worden, der letzte große Umbau in den 1980er-Jah-ren habe damals rund 21 Millionen D-Mark gekostet, erinnerte der Vorsitzende. Dies schließe aber nicht aus, eventuell für den Bau eine neue Nutzung zu finden. „In jedem Fall aber dient das Kongresshaus als Ab-schottung des grünen Rosengartens", so Eidt.
Bahnhof „Coburg-Süd"
In einer schriftlich vorliegenden Stellungnahme, die an den 3. Bürgermeister und Baureferenten Hans-Heinrich Ul-mann gerichtet war, warnt Stadtbild Coburg mit Hinweis auf das Unwetter im Sommer 2006 vor einer Absenkung des Ketschen-angers. Viele Ideen zur Nutzung des ehemaligen Güterbahnhofs hält Stadtbild für nicht umsetzbar. Sinn-voll sei aber dort ein Haltepunkt für den Schienenverkehr („Bahnhof Coburg-Süd"). Auch der Gedanke einer Landes-gartenschau auf dem Brachgelände kommt in der Stellungnahme zur Sprache.
Sorge bereiten Stadtbild Coburg, so Eidt in seinem mündlichen Geschäftsbericht, die Leerstände in der Innenstadt. Er befürchte als Folge einen Verfall des dortigen Baubestands, sieht aber wenig Möglichkeiten, dem entgegenzuwirken. „Wir können nichts machen, wir können nur dort einkaufen." 
Eine Tiefgarage unter dem Schlossplatz lehnt die Gemeinschaft weiter ab. Recht angetan zeigte sich Eidt jedoch vom neuen Theaterplatz; zumindest sei das Resultat weniger erschreckend als ursprünglich vermutet. Eidt stellte je-doch auch die Frage, warum denn Coburg zwei Omnibusbahnhöfe brauche.

Mit Blick auf die Nachbarstadt Neustadt bedauerte Eidt den Verfall der Bauten der ehemaligen Spielwarenfabrik Hausser.

Lob gab es für den Baubestand in Sonneberg - Stadtbild Coburg hatte dorthin eine Exkursion unternommen mit dem Themenschwerpunkt „Jugendstil in Sonneberg".

Knut Grammß vom Melchior-Franck-Kreis beklagte in einem Schreiben an Stadtbild Coburg den Zustand des Mel-chior-
Franck-Gedenksteins am Schlossplatz. Unbürokratisch und mit kleinem Gerät soll der Stein nun von Stadtbild Coburg und anderen Helfern optisch aufpoliert und gereinigt werden.

148 Mitglieder zählt der Verein derzeit. Den Kassenbericht gab stellvertretender Schatzmeister Klaus Wöhner, der in einem Lichtbildervortrag auch historische Aufnahmen des damaligen Hoffotografen Uhlenhuth aus der Zeit um die vorletzte Jahrhundertwende vorstellte.
Eidt bestätigt
Die Neuwahlen bestätigten Hans-Heinrich Eidt als Vorsitzenden und Stefan Zapf als Stellvertreter an der Spitze von Stadtbild Coburg. Als neuer Schatzmeister löst Klaus-Carsten Schmelz Elfriede Kerber ab. Schriftführerin ist Herta Kral. Im Arbeitsausschuss unterstützen den Vorstand: Hans-Joachim Kempf, Otto Sommermann, Elfriede Kerber, Ernst Franke, Achim Franke, Inge borg Franke, Robert Büchner vom Fotoclub, Stadtheimatpfleger Thomas Peetz, Michael Glodschei, Werner Weiß und Peter Gerhardt. 

Stadtbild will Kongresshaus erhalten
Coburg - Die Gemeinschaft Stadtbild Coburg plädiert im Rahmen einer Neugestaltung des Coburger Südens für einen Erhalt von Kongresshaus und Rosengarten. Beim letzten Umbau seien rund 21 Millionen D-Mark in das Kon-gresshaus investiert worden. Eine angemessene Nutzung könne auf jeden Fall gefunden werden, war sich Stadtrat Hans-Heinrich Eidt in seinem Bericht als Vorsitzender bei der Hauptversammlung am Montag sicher. Zudem sei das Kongresshaus eine gute Abschirmung des Rosengartens gegenüber dem Verkehr.
Zweifel äußerte Eidt an einer neuen Nutzung des ehemaligen Güterbahnhofgeländes. In einem Schreiben der Gemeinschaft an Dritten Bürgermeister Hans-Heinrich Ulmann hält Stadtbild aber zumindest einen Haltepunkt für den Schienenpersonenverkehr „Coburg-Süd" an dieser Stelle für sinnvoll. Auch eine Neugestaltung im Rahmen einer Landesgartenschau findet Erwähnung.
Eidt machte ferner aus seiner weiteren Ablehnung einer Schlossplatz-Tiefgarage keinen Hehl. Diese sei zu teuer und technisch viel zu aufwändig.
Sorgen bereiten Stadtbild Coburg die Leerstände in der Innenstadt; jedoch fiel auch Eidt kein Patentrezept dage-gen ein. „Wir können nichts machen, wir können nur dort einkaufen." Angetan war Eidt vom neuen Theaterplatz (siehe dazu auch Artikel links); zumindest sei das Endergebnis „nicht so schlimm wie zunächst befürchtet". Es erschließe sich ihm aber nicht, warum denn Coburg nun zwei Busbahnhöfe brauche.
Lob von Eidt gab es für den Baubestand der Nachbarstädte Neustadt und Sonneberg, die Ziel einer Stadtbild-Exkursion waren. Kritik übte er aber am desolaten Zustand der ehemaligen Neustadter Hausser-Fabrik.
148 Mitglieder zählt der Verein derzeit. Die Wahlen bestätigten Eidt als Vorsitzenden und Stefan Zapf als Stellvertre-ter an der Spitze der Gemeinschaft. Als Schatzmeister löst Klaus-Carsten Schmelz Elfriede Kerber ab. Schriftführerin ist Herta Kral. Eidt lud Interessierte für die Stadtbildrunde ein, jeweils am zweiten Montag im Monat um 18 Uhr im Hexenturm. her

aus: NP im April 2009