schnuerspavillon

                                      

Gemeinschaft Stadtbild Coburg e.V.

96450 Coburg 13.5.2009

Bauamt der Stadt Coburg

z.Hd. Herrn 3. Bürgermeister

Hans-Heinrich Ulmann 

 

 

 

Häuser der Firma Thau in der Judengasse  

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, 

die Stadtbildrunde vom 11.05.2009 hat sich mit dem geplanten Abbruch der beiden Häuser in der Judengasse befasst. Wie uns mitgeteilt wurde, ist es wohl einem Privatmann kaum möglich, die Sanierung dieser Gebäude zu einem auch nur annähernd wirtschaftlich sinnvollen Preis zu sanieren, so daß der Abbruch, der beschlossen wurde, wohl kaum zu umgehen sein wird. 

Dies bedauern wir. 

Gleichzeitig hatte allerdings der Bausenat beschlossen, daß eine ortsangemessene, hochqualifizierte Bebauung vorgesehen werden soll. 

Hierzu bitten wir, folgendes zu bedenken: 

Das Gebäude steht nahe an der alten Judenbrücke, die sehr gut renoviert wurde. Außerdem befindet sich in der Nähe die alte Hahnflußbrücke und das liebevoll sanierte Leopoldhäuschen. 

Dies muß bei einer künftigen Bebauung berücksichtigt werden, ebenso aber auch die Fassadenabwicklung der Judengase, beginnend mit dem jugendstilähnlichen Bau der Löwenapotheke auf der einen Seite, dem hervorragend sanierten Gebäude der ehemaligen Fa. Eichmüller (jetzt Rechtsanwalt Walther) auf der anderen Seite. 

Wichtig ist, daß bei einer Neugestaltung der Baukörper, die Poportionen, die Dachneigung und die Materialien an die bestehende jugendstilähnliche Bebauung in der unteren Judengasse angepasst werden. 

Unsere Berater denken hier an eine ruhige, angepasste „Wandlochfassade“, die insbesondere bei der Gestaltung des neuen Baukörpers die bestehende Bebauung berücksichtigt und auch bei der Farbgebung die neue Fassade nicht mit grellen Farben von den bestehenden Gebäuden hervortreten läßt. Auch muß die schräge Dachneigung mit Ziegeldächern beibehalten werden. 

Insgesamt bitten wir darum, ein Modell anfertigen zu lassen, aus dem als Massemodell ersichtlich wird, wie sich die künftige Bebauung ggfs. in die bestehende Situation einpasst. 

Sinnvoll wäre es auch, den bestehenden Parkplatz der früheren Firma Thau der Gartenfläche am Leopoldhäuschen zuzuschlagen und hier eine Gesamtlösung zu finden, die zwischen Judenbrücke, Leopoldhäuschen, Hahnwegbrücke und der Bebauung der Judengasse eine gelungene Einheit, ein neues Ensemble bilden kann. Es handelt sich hier um ein Kleinod, daß am Rande der alten Stadtmauern gelegen ist und deshalb auch besonderer Berücksichtigung bedarf. 

Zu berücksichtigen ist auch, daß künftig über die Judenbrücke verstärkter Fußgängerverkehr entstehen wird, wenn beim Bau eines Wohnheims die Studenten die Fachhochschulen besuchen oder sonstige Fußgänger zum ZOB am Bahnhof laufen wollen. 

Wir bitten Sie und den Bausenat auf diese hochsensible Lage direkt über der Itz Rücksicht zu nehmen und bei der Gestaltung der eventuell geplanten neuen Bebauung äußerst rücksichtsvoll umzugehen. 

Mit freundlichen Grüßen 

Dr. Eidt

(1. Vorsitzender)