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Verkehrsplanung


Die Anhörung zur Verkehrsführung in der Ketschenvorstadt, zu der Herr Bürgermeister Ulmann eingeladen hatte, brachte viele gegensätzliche Vorstellungen hinsichtlich der Verkehrsführung, was angesichts der unterschiedlichen Interessen der Beteiligten nicht unerwartet war.

Die Gemeinschaft Stadtbild Coburg e.V. hat sich mit diesem Thema nochmals auseinandergesetzt. Unter den verschiedenen von den Teilnehmern geäußerten Vorstellungen sind die von Frau Nehring und Herrn Angemüller von den Städtischen Werken grundlegend abzulehnen. 

Ihr Vorschlag, die Busse vom Ketschentor zum Albertsplatz und durch das Zinkenwehr zu führen, ist in einer Altstadt grundfalsch. Ebenso abwegig ist die Idee, die Busse von Norden durch die schmale Straße vom Ernstplatz über den Albertsplatz am Achulhog der Lutherschule vorbei und im Gegenverkehr durch die Ketschengasse führen zu wollen. 

Die Gemeinschaft Stadtbild Coburg wird sich nachhaltig gegen jede Verkehrsführung einsetzen, die diesen Vorschlägen folgt. Warum kann man nicht die einfachste Lösung wählen, die auch in der Bürgerschaft schon umfangreich diskutiert wird: 

Der Individualverkehr fährt durch das große Ketschentor in Einbahnregelung zum Albertsplatz und durch das Zinkenwehr, so daß eine städtebaulich befriedigende Neugestaltung des Säumarkts und des Albertsplatzes erfolgen kann. Hierzu hat der Runde Tisch bereits Pläne vorgelegt. 

Die Busse – und zwar Stadt- wie Touristenbusse – können auf dem breiten Straßenraum vor dem Ketschentor halten. Touristenbusse lassen ihre Passagiere aussteigen und fahren zum Anger; Stadtbusse fahren durch die Casimirstraße und nach Norden durch die Viktoria-/Goethestraße. Als Haltestelle wird diese jetzt schon vorhandene und z.B. beim Sambafest genutzte Nebenspur am Ernstplatz auf Dauer eingerichtet.

Stadtbusse, die von Norden kommen, halten gegenüber am Straßenrand. Die Fahrgäste können dann über zwei Fußgängerüberwege in die Innenstadt gelangen, so wie dies auch die Benutzer des Parkhauses Zinkenwehr seit Jahren offenbar problemlos bewältigen. 

Diese Verkehrsführung stellt sicher, daß der Altstadtbereich hinter dem Ketschentor aufgewertet und für Individualverkehr und Fußgänger genutzt werden kann. Sie sichert die Altbausubstanz vor ständigen Erschütterungen. Touristen und städtische Busbenutzer können vom Ketschentor durch die Ketschengasse zum Markt gelangen und beleben diesen südlichen Teil der Altstadt; vom Ernstplatz können die Busbenutzer entweder über die Treppen am Hexenturm, barrierefrei aber auch durch die Juden- oder Ketschengasse den Marktplatz zu Fuß erreichen. 

Es bleibt zu hoffen, daß die von der Verwaltung nun beauftragten Verkehrsplaner den Vorschlägen der Frau Nehring und des Herrn Angermüller eine Absage erteilen, damit nicht eine ähnliche Fehlentwicklung eingeleitet wird, wie die aus der gleichen Richtung vorgeschlagene „Lösung“ eines Busrendezvous in der Mohrenstraße, deren Fehlentwicklung von der Bevölkerung von Anfang an erkannt worden war. Hier besteht die Möglichkeit, sich für eine sehr viel einfachere Variante entscheiden, die eine Neugestaltung mit verbesserter Lebensqualität und Erhalt der schützenswerten Bausubstanz in der Ketschenvorstadt ermöglicht.

 

Gemeinschaft Stadtbild Coburg e.V., Dr. Hans-Heinrich Eidt, 1. Vorsitzender 

 

 

Konzept Ketschenvorstadt

(Vorstand der Gemeinschaft Stadtbild Coburg e.V. vom 30.10.06) 

I. Der Stadtrat gab den Auftrag, die Ketschenvorstadt zu sanieren und verkehrsmäßig zu überplanen. Eine Neugestaltung des Albertsplatzes hatten bereits die Stadträte Dr. Dressel (SPD) und Dr. Eidt (FDP) gefordert.

 

Im Frühjahr des Jahres 2006 wurde der Verkehrsplaner Skoupil beauftragt, in Vorbereitung der Sanierungsabsichten ein Verkehrskonzept zu entwickeln.

 

Am 17. Oktober 2006 stellte Bürgermeister Ullmann mit dem Verkehrsplaner Skoupil und Herrn Heib (Wohnbau GmbH) diese Pläne den Bürgern, insbesondere der Ketschenvorstadt, vor.

Die Wohnbau GmbH, vertreten durch Herrn Heib, erklärte, daß in der Ketschenvorstadt die Probleme der Bewohnbarkeit immer schwieriger würden. Auch die Geschäfte würden unter der rückläufigen Tendenz in diesem Bereich leiden. Zusammen mit dem Verkehrsplaner Skoupil machte er ganz deutlich, daß die Ketschenvorstadt als Sanierungsgebiet in der Bewertung der Bürger nicht „ein Stadtteil da unten“ sein dürfe, sondern vom Marktplatz bis zum Ketschentor als eine Einheit der Alt- und Innenstadt gesehen werden müsse. Um hier eine nachhaltige Sanierung durchzuführen, wie sie auch bereits von der Agenda 21 gefordert und geplant worden war, müsse die Verkehrsführung neu gestaltet werden.

 

Der Verkehrsplaner ging ebenfalls davon aus, daß die Altstadt die Ketschenvorstadt mit umfasse, also am Markt beginne und am Ketschentor ende. Daraus entwickelte er sein Konzept:

 

1) Die Busse, die bisher eine aufwendige und kostspielige Schleife um das gesamte Quartier bis zum Albertsplatz ziehen, müssten entweder bereits vor dem Ketschentor abbiegen und durch die Casimirstraße in die Goethestraße fahren oder noch besser, direkt vom Anger in die Goethestraße geführt werden. Damit könnten die überflüssigen Kreisverkehre aufgegeben und erhebliche Kosten gespart werden. Als Alternative schlug der Verkehrsplaner Haltepunkte an der Kreuzung Zinkenwehr/Goethestraße vor.

 

2) Lediglich der Individualverkehr sollte noch die Möglichkeit haben, in einen dann verkehrsberuhigten Bereich zwischen Ketschentor, Albertsplatz und Zinkenwehr einzufahren. Dazu sollten am Säumarkt Parkplätze vorgesehen werden und in der unteren Ketschengasse die bisher nicht legal benutzen Kurzzeitparkplätze legalisiert werden.

 

3) Der Albertsplatz sollte in Verbindung mit dem Ernstplatz in einen Grünbereich umgewandelt werden, wobei die gleiche Qualität angestrebt werden sollte wie am Marktplatz.

 

4) Für den parkenden Verkehr wollte der Verkehrsplaner auch die Straße am Ernstplatz (vor dem Hexenturm) von parkenden Pkws freimachen und diese dafür beidseits in der Goethestraße aufreihen, so daß dort nur noch 2 Durchfahrtsspuren für den fließenden Verkehr bleiben sollten (an der Ostseite der Goethestraße ist heute schon ein schraffierter Bereich, der nicht vom fließenden Verkehr, wohl aber von Bussen gelegentlich bei Stadtfesten als Haltestelle benutzt wird).

 

5) Am Anger wollte der Verkehrsplaner im Norden 2 bis 3 Reihen zwar weiterhin kostenlos zum Parken zur Verfügung stellen, allerdings auf eine begrenzte Zeit, etwa 2 Stunden, um auch von hier aus Einkäufe zu ermöglichen.

 

6) Die Touristenbusse sollen nach diesen Vorschlägen ebenfalls nicht auf den Albertsplatz, sondern nur von Süden bis an das Ketschentor herangeführt werden und auf den breiten Straßenbereich vor dem Justizgebäude/Ketschentor eine Haltemöglichkeit finden mit Informationsstand und ggf. Toiletten, so daß die Touristen dort aussteigen und durch das Ketschentor in die dann sanierte Altstadt hineingehen können, während die Busse von dort aus wieder abfahren, auf dem Ketschenanger parken und am Haltepunkt vor dem Ketschentor später die Touristen wieder abholen.

 

Zusammenfassung: Dieses vom Bauamt veröffentliche und von dem Verkehrsplaner Skoupil und der Wohnbau vorgetragene Konzept fand großen Anklang bei Bewohnern und Geschäftsleuten der unteren Ketschengasse. Besonders lobten sie die Tatsache, daß der Busverkehr aus diesem Bereich herausgehalten werden und dennoch für Individualverkehr Parkplätze geschaffen werden sollten, die teilweise auf längere Zeit, teilweise nur kurzfristig genutzt werden könnten.

 

II. Auch die Gemeinschaft Stadtbild Coburg hat sich am 30.10.2006 in ihrem Vorstand intensiv mit diesem Konzept befasst.

 

Diese Planung gehört zentral zur Aufgabe der Gemeinschaft Stadtbild Coburg, weil endlich die Ketschenvorstadt zwischen Albertsplatz und Ketschentor saniert und aufgewertet werden soll. Hieran besteht großes Interesse.

 

1) Wie Wohnbau und Verkehrsplaner sah die Gemeinschaft Stadtbild Coburg dieses Ziel aber nur dann als erreichbar an, wenn Stadt- und Touristenbusse nicht mehr durch das Ketschentor fahren, sondern vor dem Ketschentor (die Touristenbusse) und dem Zinkenwehr (die Stadtbusse) halten.

 

2) Nicht ganz einsichtig war, warum die am Ernstplatz (vor dem Hexenturm) parkenden Pkws auf die Goethestraße verdrängt werden sollten. Hier wäre es sinnvoller, vom Viktoriabrunnen an, so wie der Verkehrsplaner dies vorgesehen hat, die Goethestraße nur mit zwei Fahrspuren bis zum Zinkenwehr auszugestalten und die beiden äußersten Spuren für die Stadtbusse vorzusehen, die dort – also nicht am Zinkenwehr – halten sollten. Das Gegenargument, hierdurch würde die grüne Welle gestört, ist deswegen nicht nachvollziehbar, weil durch die Abrufampel am Viktoriabrunnen auch heute schon der Verkehr häufig halten muß, um die Fußgänger passieren zu lassen.

 

Die Entfernung zwischen dem Haltepunkte Zinkenwehr (oder Goethestraße) bis zum Albertsplatz ist nur geringfügig größer, wobei bei einer Verlagerung der Bushaltestelle Richtung Ernstplatz auch über die Judengasse eine kurze Verbindung zur Innenstadt ermöglicht wird. 3)

 

3) Ob – wie der Verkehrsgutachter vorgeschlagen hat – die zwei oder drei nördlichen Parkreihen des Angers zu Kurzzeitparkplätzen (kostenlos aber mit Parkscheibe) umgestaltet werden sollten, mag geprüft werden. Eventuell wird dann, wenn das vorliegende Innenstadtkonzept verwirklicht wird, dies nicht mehr erforderlich sein. Es stehen dann wahrscheinlich genügend zusätzliche Parkplätze zur Verfügung.

 

4) Der Vorstand der Gemeinschaft Stadtbild Coburg begrüßte den auch von ihm schon früher gemachten Vorschlag, die Touristenbusse vor dem Ketschentor halten zu lassen. Er ging bei der Diskussion davon aus, daß die auch die Autoren des Innenstandkonzepts dies letztlich begrüßen würden, wenn auch die Stadtbusse nicht mehr durch das Ketschentor zum Albertsplatz fahren würden. Die Touristen finden dann bereits durch das alte Stadttor den Zugang zu einer sanierten Altstadt und können durch die Ketschengasse weiter bis zum Markt laufen, also eine qualitätvoll sanierte Altstadt zwischen Ketschentor und Spitaltor besuchen.

 

Zusammenfassung: Die Gemeinschaft Stadtbild Coburg wünscht sich zusammen mit den Geschäftsleuten und Bewohnern der Ketschenvorstadt, daß diese Pläne nun möglichst bald und nachhaltig vom Stadtrat umgesetzt werden und nicht wie so viele andere sinnvolle Konzepte erneut zerredet werden.

Dabei schließt sich die Gemeinschaft Stadtbild Coburg den Bürgern an, die vom Verkehrsplaner befragt wurden. Was den Verkehrsplaner erstaunte war, dass die Bürger nicht vermehrte Parkplätze, sondern eine angenehme, für Fußgänger gestaltete und sanierte Altstadtsituation von hoher Qualität wünschten, wobei insbesondere der Alberts- und Ernstplatz als Grünbereich (also ohne Parkplatz und Bushaltestelle) von den befragten Bürgern angestrebt wurde.

 

Dr. Eidt, 31.10.2006 

 

 

Planung in der Ketschenvorstadt 

 

Die Gemeinschaft Stadtbild Coburg hatte die Bürger der Ketschenvorstadt eingeladen, um über den Stand der Planungen in der Ketschenvorstadt zu informieren. Hierzu waren eingeladen Herr Fehn und Herr Heipp von der Wohnbau GmbH in Coburg.

 

Herr Heipp stellte hervorragend Vor- und Nachteile sowie die noch zu erwartenden Erschwernisse und Zeitabläufe für die Planung in diesem Bereich dar.

 

Bedauerlich war, daß die gute Darstellung dieses Gesamtvorhabens von anwesenden Kollegen des Herrn Heipp nicht mit qualifizierten Diskussionsbeiträgen gefördert wurden. Stattdessen hatte ein anwesender Architekt kein größeres Problem, als die Frage nach der Zukunft der auf dem Albertsplatz vorhandenen Bäumen. Herr Heipp erklärte daraufhin, daß diese – soweit sie nach der Begutachtung durch das Grünflächenamt lebensfähig seien, entfernt und anderweit wieder angepflanzt würden; soweit sie jedoch durch die Baumaßnahmen in ihrer Lebensfähigkeit gefährdet seien, müßten sie gefällt werden. Dies bestätigte selbst ein Fachmann und Förster, nämlich der anwesende Stadtrat Weiß (GRÜNE). Man fragte sich wirklich, ob mit solchen Nebensächlichkeiten eine Gesamtlösung für die Ketschenvorstadt in Frage gestellt werden kann, wenn doch eindeutig in der Planung enthalten ist, daß am Albertsplatz Bäume wieder angepflanzt werden und dies mit einer fachgerechten Grundlage, die die Bäume in Zukunft auch vom Wurzelwerk her überleben läßt.

 

Andiskutiert wurde auch das Problem der Buslinienführung. Die Gemeinschaft Stadtbild Coburg e. V. hatte von Anfang an gegen die einbahnige Busführung vom äußeren Ketschentor über das Zinkenwehr Stellung bezogen und dabei die Ausführungen des Stadtplaners Skoupil als Grundlage genommen. Insbesondere wurde die Busführung beanstandet, da diese im Kreisverkehr von der Goethestraße zurück in die Goethestraße geführt wird. Wenn die Busse nicht mehr durch die Ketschenvorstadt geführt würden, würde dies der Verkehrberuhigung, der Verbesserung der Wohnqualität und der Vermeidung von Erschütterungen für die dort befindlichen Häuser dienen.

 

Herr Heipp wies darauf hin, daß etwa zwei Jahre lang das Zinkenwehr geschlossen werden müsse, wenn dort gebaut würde. Dies wäre nach Ansicht von Teilnehmern der Veranstaltung eine günstige Gelegenheit, die von Herrn Skoupil vorgeschlagene Verkehrslösung außerhalb der Ketschenvorstadt zu prüfen und in Zukunft dann auch beizubehalten.

 

Herrn Fehn und Herrn Heipp gebührt Dank für die sachliche und umfassende Information zur Planung in der Ketschenvorstadt. 

Dr. Hans-Heinrich Eidt, Stadtbild Coburg, 1. Vorsitzender

 


Zum Thema Baumfällung am Albertsplatz äußerte sich ein Mitglied des Ver­eins Altstadtfreunde:

Frau Ruckdeschel kritisierte die Stadträtin, Frau Schneider und „den Ein­satz der Bürger für ihre Stadt" . Sie meinte, kritische Bürger seien nicht erwünscht. Zur Neugestal­tung des Albertsplatzes stellte sie einige Fragen:

1. Warum sie gegen den An­trag von Grünen-Stadtrat Weiß sei, einen unabhängi­gen Baumsachverständigen hin­zuzuziehen?

2. Sie verwies auf über 1000 Befürworter des Erhalts der Linden.

3. Sie fragte nach den Kosten für Stadt und  Steuerzah­ler durch die Umpflanzung von 8 und die Fällung weiterer 5 Lindenbäumen?

4. Sie fragte nach der Gültigkeit der Baumschutzverordnung auch für die Stadtverwal­tung selbst.

5. Und fragte, ob bekannt sei, dass die als Ersatz ge­planten Schnurbäume giftig sind?

Die Forderung zum Erhalt der Linden sei begründet nach dem intensiven Studium der Fachlite­ratur und Gesprächen mit Baumsachverständigen.

Die ausführliche Stellungnahme wurde abgedruckt in einem Leserbrief in der Neuen Presse vom 29./30.08.2009 

 

 Hierzu nahm Herr Winter in der Neuen Presse Stellung, soweit es um die giftigen Ersatzpflanzungen ging:

Gefahren in der Natur gibt es viele. Unbekömmliche oder gar giftige Pflanzen oder auch nur stachelige Kastanienschalen. Japanische Schnurbäume will die Stadt nach der Neugestaltung des Albertsplatzes dort an Stelle der Linden pflanzen. Teilweise wurde in den Samen (vorn) des Schnurbaums Cytisin, das Alkaloid des Goldregens (Laburnum anagyroides) nachgewiesen. Daneben sind noch weitere Alkaloide vorhanden, etwa Sophocarpin und dessen gesättigte Stammverbindung, das Matrin. Links die langen Früchte des japanischen Schnurbaumes, worin die kleinen harten Samenkörner enthalten sind. Allerdings kommen Todesfälle, auch bei Kindern, eher selten vor.   Fotos: C. Winter

„Horrorszenario der Giftstoffe"

Albertsplatz | Viele Pflanzen enthalten unverträgliche und in großen Dosen giftige Stoffe - Todesfälle selten

Der japanische Schnurbaum ist kein neuer oder gar unbekann­ter Baum in Coburg. Exemplare gibt es im Hofgarten oder im Rosengarten. In den langen ge­wundenen Hülsen sind die Sa­menkörner. Vergiftungen sind bislang nicht bekannt. Von Christoph Winter

Coburg - „Giftige Bäume" am Albertsplatz? Mit der Sanierung der Ketschenvorstadt wird auch der Albertsplatz um- und neu­gestaltet. Seitdem die Stadtverwaltung erklärt hat, an Stelle der Lindenbäume würden dort japanische Schnurbäume ge­pflanzt, wird in der Öffentlich­keit über die Gefahren disku­tiert, die von diesem auch als „Pagodenbaum" bezeichneten Baum ausgehen sollen. Die Lin­den sollen durch „giftige Bäu­me ersetzt werden", wurde ge­schrieben. Sturm laufen die Kri­tiker besonders wegen des Standortes: Denn am Alberts­platz steht die Lutherschule, am anderen Ende des Platzes soll ein Brunnen mit Spielmög­lichkeiten installiert werden.

Teilweise wurde in den Sa­men des Schnurbaums Cytisin, das Alkaloid des Goldregens (Laburnum anagyroides) nach­gewiesen. Cytisin, angeblich ei­nes der gefährlichsten natürli­chen Gifte, kommt in vielen Pflanzen vor. Daneben gibt es viele weitere ungenießbare und in hohen Dosen giftige Subs­tanzen in Blättern, Samen und Blüten.

Der Goldregen etwa, der in Mittel- und Südeuropa verbrei­tet ist und als Zierpflanze in unzähligen Gärten und Parkan­lagen wächst, gehört zu jenen Pflanzen, mit denen sich die Giftinformationszentralen am meisten beschäftigen müssen. Trotz vieler Schreckensnach­richten sind ernsthafte Vergif­tungen aber eher die Ausnah­me. Die meisten Vergiftungen laufen deshalb so glimpflich ab, weil es nach der Aufnahme von Goldregen in der Regel zum Erbrechen kommt. Cytisin kommt darüber hinaus in ver­schiedenen Ginster- und Lupi­nenarten vor.

Auch die als „einheimische Bäume" titulierten Pflanzen sind nicht weniger gefährlich. Seidelbast etwa ist hochgiftig, oder der in vielen Gärten vor­kommende blaue Eisenhut, der als giftigste Pflanzen Europas gilt. Ebenso können Eiben pflanzliche Killer sein. Die Na­deln und Samen enthalten das herzwirksame Alkaloid Taxin, der rote Samenmantel ist giftfrei. Die Wirkung auf das Herz ist stärker als die der Fingerhut­blätter.

Die ersten Vergiftungser­scheinungen beginnen bereits nach etwa einer Stunde. Es kommt zu Erbrechen, Durchfäl­len, zu Schwindelgefühl, Leibschmerzen, zur Pupillenerwei­terung und schließlich zu Be­wusstlosigkeit. Außerdem ver­färben sich die Lippen des Pa­tienten rot, die Herzfrequenz beschleunigt sich erst, um sich danach immer mehr zu ver­langsamen. Der Blutdruck sinkt ab, und es erfolgt oft schon nach eineinhalb Stunden der Tod durch Herzstillstand. Die Eibe hat ihre natürliche Ver­breitung in Europa, ist aber sel­ten geworden, da sie früher ih­res Holzes wegen fast ausgerot­tet wurde.

Andere Bäume pflanzen

Wie Gerhard Seiffert, Leiter des Grünflächenamtes, mitteilte, gibt es inzwischen Überlegun­gen, andere Bäume als den Schnurbaum auf dem Alberts­platz zu pflanzen. Gleichwohl hat die ständige Konferenz der Gartenamtsleiter beim Deut­schen Städtetag, dort ist Seiffert engagiert, eine Liste von Stra­ßenbäumen erarbeitet. Darunter ist auch der Schnurbaum ge­nannt, auch wegen seiner Trockenunempfindlichkeit, der geringen Ansprüche an die Bodenqualität und weiter ver­trägt der Baum die Hitzeabstrahlung von aufgeheiztem Asphalt. Angesichts des Klima­wandels mit Dürreperioden im Sommer ist der Schnurbaum ein Parkbaum mit Zukunft.

Gerhard Korn, früherer Bio­logie- und Chemielehrer am Ernestinum, sieht ein „Horrorsze­nario der Giftstoffe" in man­chen Leserbriefen gemalt. Auch die Robinien im Hofgarten na­he des Spielplatzes enthalten Giftstoffe. Robinien, Schnur­bäume, Goldregen und Eiben gibt es häufig neben Spielplät­zen, ohne dass dort die Todes­rate von Kindern in die Höhe schnellt. Korn: „Ich kann mir schlecht vorstellen, dass Kinder die harten Giftsamen des Schnurbaumes im Mund zermahlen und verschlucken. Be­wegungsmangel, Fehlernäh­rung, pappig-süße Erfrischungs­getränke und Alkoholmiss­brauch scheinen mir da viel realistischer und für die Heran­wachsenden gefährlicher zu sein." www.giftpflanzen.com 

 

Christoph Winter, Neue Presse vom 02.09.2009

 

 

Einfach Bus-Stopp verlegen

Zum Thema Ketschenvorstadt:

Wöchentlich wird die Ketschenvorstadt von fast 800 Stadtbussen durchfahren - nur um die Haltestelle Albertsplatz anzusteuern. Sinnvoller, kostengünstiger und besser für alle Bürger wäre es, einen Bus-Stopp bei der Kreuzung Goethestraße/Zinkenwehr einzurichten. Ein sicherer Übergang über die Goethestraße dürfte die Stadt wohl kaum vor unlösbare Probleme stellen.  

Von dieser um zirka 65 Meter verlagerten Haltestelle sind Al­bertsplatz, Ketschengasse, Markt sowie die Geschäftsstra­ßen schnell und bequem zu er­reichen. Es wäre bedauerlich, wenn die lang ersehnte, lobenswerte Neugestaltung des Albertsplatzes und der Ketschenvorstadt zu einem harmonischen Geschäfts-, Wohn-, Flanier- und Erholungsviertel durch starken Stadtbusverkehr abgewertet würde. Jährlich quälen sich jetzt mehr als 41000 Stadtbusse durch das Ketschentor.

OB Kastners Worte zur Marktplatzgestaltung: „Der Raum, den auch nur ein einziger Bus befährt, ist für anderweitige attraktivere Nutzung verloren." gilt auch für die Ketschenvorstadt. Hoffentlich tragen diese Äußerungen dazu bei, den bis­herigen Schildbürgerstreich der teuren Busschleife zu beenden.

Volker Brüning, Sally-Ehrlich-Straße 6, Coburg    Leserbrief im CT vom 03.09.2009

 

 

 

96450 Coburg 14.5.2009 

Einladung der Bewohner der Coburger Südstadt (Ketschenvorstadt) zu einer Information durch die Wohnbau GmbH Coburg zum Stand def Planungen in der Ketschenvorstadt

 

Obwohl bereits mehrfach von der Stadt Coburg und der Wohnbau GmbH versucht wurde, den jeweiligen Stand der Planungen der Bevölkerung darzulegen, bestehen offenbar immer noch Zweifel hinsichtlich Art und Umfang dieser Planungen. Obwohl natürlich die Planungen noch nicht abgeschlossen sind, entwickelt sich das Vorhaben immer weiter, wobei grundsätzliche Änderungen bisher nicht aufgetreten sind. Angesichts dieses offenbar immer noch bestehenden Informationsdefizits lädt die  

Gemeinschaft Stadtbild Coburg e. V. 

alle interessierten Bürger, insbesondere die Bürger der Coburger Südstadt/Ketschengasse zu einem Informationsabend ein mit dem Thema: 

„Die Wohnbau GmbH berichtet über den Stand der Planungen

in Ketschengasse und am Albertsplatz.“

 

Die Veranstaltung findet statt im  

Saal des Hexenturms am Mittwoch, 15.07.2009, 19.30 Uhr. 

Der Geschäftsführer der Wohnbau GmbH, Herr Willibald Fehn und der zuständige Planer, Herr Heib, wahrscheinlich auch ein Mitarbeiter des Grünflächenamtes werden persönlich anwesend sein. Sie werden die Pläne darlegen und erläutern. Sie stehen auch zur Beantwortung von Fragen zur Verfügung, die möglicherweise immer noch offenstehen. 

Alle interessierten Bürger sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist selbstverständlich frei.  


Dr. Hans-Heinrich Eidt

Stadtbild Coburg e. V.

1.Vorsitzender

 

Vorläufiger Zwischenstand: Trotz des erbitterten Widerstands der Coburger "Altstadtfreunde wurden die Linden am Albertsplatz im November 2009 teils verpflanzt, teils jedoch gefällt.  

 

 

Coburg - Um 14.25 Uhr schlossen sich die beiden mächtigen stählernen Viertelkugeln zu einer Halbkugel und die scharf gezahnten Kanten senkten sich ins Erdreich. Rund eine halbe Stunde später öffnete sich die Rundspatenmaschine und die etwa acht Meter hohe Linde war vom Alberts- zum Schillerplatz verpflanzt worden.

 

 

Am Dienstagvormittag wurden die Bauarbeiten zur Neu- und Umgestaltung des Albertsplatzes offensichtlich. Zunächst waren am Vormittag drei Lindenbäume vor der Lutherschule gefällt wurden, ehe am Nachmittag die Umsetzung begann. Rund ein Dutzend Schaulustige verfolgten den Vorgang, als der erste Baum ausgehoben wurde und die Fahrt zum Schillerplatz antrat.

Als der Baum ausgehoben war, wurde deutlich, "dass die Bäume am Albertsplatz keine guten Voraussetzungen zum Leben haben". Der Untergrund bestand zum großen Teil aus Schotter, Grünflächenamtsleiter Gerhard Seiffert.

Zuvor waren am Schillerplatz mit dem Gerät zur Großbaumverpflanzung die Pflanzgruben vorbereitet worden. Dort hatte es Verzögerungen gegeben: Eine alte stillgelegte Telefonleitung und alte Fundamentteile im Untergrund verlängerten die Vorarbeiten. Die restlichen Bäume werden heute vom Albertsplatz verpflanzt. Über die Aktion berichtete auch das bayerische Fernsehen. cw  ( NP Coburg; erschienen am 02.12.2009 )

Die Neue Presse vom 12.01.2010 kündigt eine Gedenkfeier des Vereins "Altstadtfreunde"für Mittwoch, dem 27.01.10 auf dem Albertsplatz an. Ab 18.00 Uhr soll - versehen mit Kerzen - der 13 Linden gedacht werden, die im Dezember  2009 verpflanzt oder gefällt wurden und durch Gleditschien ersetzt werden sollen. 

Am   13.01.2010 eröffnet die City-Managerin Annette Kolb erstmals für zwei Stunden von 14 - 16 Uhr das neue Baustellenbüro in der Ketschengasse. Dieses soll künftig allen Interessierten Information über das gesamte Bauvorhaben geben; auch der Baustellenleiter wird dort anwesend sein. Künftig werden Sprechzeiten für Interessierte und betroffene Bürger künftig zur Verfügung stehen.

Dabei zeigt der Heimatpfleger Hubertus Habel historische Aufnahmen der Ketschengasse                                                                                                                                              

 

Ein Baum in 30 Minuten verpflanzt