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1)   Vorwort ( die Richtlinie für die Vergabe von Sanierungsmitteln siehe unter "Finanzierungsprogramme".
1.1.     Vor ca. 25 Jahren gab die Firma Brose der Gemeinschaft StadtbildCoburg eine Spende von 1,5 Mio DM, verteilt auf fünf Jahre, bedinnend 1987, mit dem Auftrag, damit in Coburg Gebäude zu sanieren.

 
Insgesamt gelang es, 77 Gebäude unterschiedlicher Qualität zu sanieren oder die Eigentümer mit finanzieller Unterstützung zur Renovierung anzuregen: gegeben wurden zwischen 2.000,00 DM bis 180.000,00 DM, wobei nicht der Eigentümer, sondern in erster Linie das Gebäude mit seinen Bedürfnissen der Renovierung im Mittelpunkt der Überlegungen stand.
 
Das Programm nannten wir „Blühendes Coburg“, wobei wir die Mittel in freier Form verteilen konnten.
 
Wir renovierten die Fassade eines Gebäudes in der Pfarrgasse für 180.000,00 DM. Davon wurden dem Eigentümer 30.000,00 DM als verlorener Zuschuss gegeben, die restlichen 150.000,00 DM wurden als Darlehen gegeben. Da klar war, dass der Eigentümer dieses nicht zurückzahlen konnte, andererseits verhindert werden sollte, dass er die Spende zu Bargeld machte, vereinbarten wir, dass er das Darlehen mit jährlich 5.000,00 DM dadurch zurückzahlen konnte, solange er oder seine Angehörigen das Haus selbst bewohnten; hätte er das Haus jedoch verkauft, wäre der jeweilige Darlehensrest zur Rückzahlung an die Gemeinschaft Stadtbild Coburg fällig geworden. So aber war die Schuld nach 30 Jahren Eigenbesitz gelöscht.
 
Einem gut situierten Zahnarzt dagegen boten wir 2.000,00 DM an für den Fall, dass er im Dachstuhl seines renovierten Hauses ein Einscheiben- fenster entfernte und mit Sprossen versah.
 
Wir hofften auf eine Fortsetzung dieses großzügigen Programms; die Stadt Coburg aber, allen voran der Baubürgermeister Reichardt, gaben sich neiderfüllt große Mühe, dieses Programm zu diffamieren. Dies ging soweit, dass er dem 1. Vorsitzenden Dr. Eidt Unterschlagung unterstellte, weil dieser angeblich von den Zinsen aus ausgereichten Darlehen seine Pferde bezahlte. Das Verfahren endete mit einer Einstellung. Da aber das gesamte Programm von den Zeitungen ebenfalls nur zurückhaltend geschildert wurde, erklärten Fa. Brose und Herr Stoschek, dass ähnliches nicht mehr aufgelegt werde, wenn man statt Anerkennung nur Angriffe zu gewärtigen habe.
 
1.2.     Um so erstaunlicher war nun die Entwicklung im Jahre 2012. Niemand hätte zu hoffen gewagt, dass von Fa. Brose oder den Gesellschaftern nach der Ablehnung, die sie in der Stadt Coburg in verschiedener Hinsicht erleben mussten, jemals wieder Großzügigkeit zu erwarten war. Das änderte sich aber Pfingsten 2012. Am Sonnabend vor Pfingstsonntag, dem 26.05.2012, stand der Altstadtbereich in der Herrengasse in Flammen. Viele Mieter, Eigentümer und Geschäftsinhaber verloren ihre Existenz. Herr Stoschek erfuhr noch in der Nacht vom Wirt seiner Gaststätte „Goldenes Kreuz“ von der Katastrophe, rief noch in der Nacht seine Schwester Christine Volkmann an und vereinbarte mit ihr die Zahlung einer Soforthilfe von 5.000.000.00 €.
 
 
Auch hier wurde ihre Großzügigkeit zunächst skeptisch aufgenommen, jedoch machte sich eine Art Jury unter Leitung des hervorragend arbeitenden 2. Bürgermeisters Norbert Tessmer unter Mitwirkung eines Mitarbeiters der Fa. Brose an die nicht immer einfache Verteilung. So wurden schnell und unbürokratisch 180.000,00 € an Brandopfer verteilt.
Bedauerlicherweise wurde nun in der Stadt getuschelt, die zugesagte Summe werde niemals voll benötigt, von den Spendern zurückgerufen oder mit Versicherungsleistungen verrechnet.
 
Deswegen einigte sich Herr Stoschek mit dem Verteilungsgremium außer den schon ausgereichten Summen der als Ersthilfe die noch offenen Gebäudeschäden weiter zu prüfen und Ersatz zu leisten, wo dies im Einzelfall gerechtfertigt erschien. Um dies aber in geordneten Bahnen korrekt abwickeln zu können, entschloss sich  Herrn Stoschek, die restlichen Entschädigungen über eine Institution auszuzahlen, die schon länger gemeinnützig tätig war und ähnliches schon verwaltet hatte.
 
Deswegen vertraute er auch diese Förderungsmittel der Gemeinschaft Stadtbild Coburg e.V. an.
 
Nach Abschluss des Brand-Entschädigungsprogramms blieb ein Überschuss von ca. 4.000.000,00 €, da die Spender in ihrem Bemühen um eilige Hilfe die für Brandschäden ausgezahlten Brandversicherungs summen nicht in Betracht gezogen hatten.
 
Dennoch wollten sie ihre Zusage auf keinen Fall zurücknehmen, sondern bestimmten, dass diese Gelder – wie vor 25 Jahren – von der Gemeinschaft Stadtbild Coburg e. V. zur Renovierung, Sanierung und nach dem ausdrücklichen Wunsch des Herrn Stoschek zur Verschönerung der von ihm geliebten Stadt Coburg eingesetzt werden sollten.
In einem Telefongespräch vom 16.07.2012 trug Herr Stoschek diese Absicht DR. Hans-Heinrich Eidt, dem 1. Vorsitzenden der Gemeinschaft, vor – und dieser sagte zu, nach Information des Vorstandes die sicher wiederum erhebliche Belastung und Verantwortung mit der Gemeinschaft zu übernehmen; ein Gespräch mit Bürgermeister Tessmer vom 17.07.2012 schaffte dann die Voraussetzung für das weitere Vorgehen in Zusammenarbeit mit und der Stadt Coburg.
 
Kurz nach dieser Zusage eines Betrages von 4 Mio € dachte Herr Stoschek jedoch auch an den weiteren Verein, dessen Ziele ihm schon lange am Herzen lagen: den Verein zur Förderung der Schloßplatztiefgarage, 1. Vorsitzender Herr Architekt Peter Kammerscheid.
 
Deswegen entschloß er sich, einen Betrag von 1 Mio € für die Tiefgarage einzusetzen mit der Auflage, dass die Gemeinschaft Stadtbild Coburg e.V. in die Planung mit einbezogen werden sollte, um für eine stadtbildverträgliche Gestaltung der Ein- und Ausfahrten zu sorgen. Da die Gemeinschaft schon im Jahr vorher zur Diskussion um die Tiefgarage in den Räumen der Sparkasse Coburg-Lichtenfels erklärt hatte, dass eine abgespeckte Variante der „Theatertiefgarage“ nach den Vorgaben des damaligen Verkehrsplaners Skoupil akzeptiert werden könnte, bestand auch insoweit Einigkeit zwischen den drei Herren Michael Stoschek, Peter Kammerscheid und Dr. Hans-Heinrich Eidt.
 
Die öffentliche Diskussion zeigte sich erstaunt über die Zustimmung des Vereins „Stadtbild“ und dessen bisher kämpferisch-ablehnenden Vorsitzenden; jedoch fand die Idee in der Bevölkerung, vor allem aber auch bei den Fraktionen des Stadtrates fast einhellige Zustimmung:
 
Einerseits hatte das ISEK-Konzept eine Tiefgarage unter dem Schloßplatz befürwortet, jedoch erst nach der Fertigstellung des Coburger Neuen Südens (CNS). Dieses war jedoch in der Stadtratssitzung vom Juli 2012 wegen mangelnden Investorinteresses als nicht durchführbar zu Grabe getragen worden.
 
Andererseits war bekannt, dass das Landestheater ca. 2014 grundlegend renoviert und daher für etwa zwei Spielzeiten still gelegt werden sollte. Dies war dann natürlich auch der geeignete Zeitpunkt für gleichzeitige Arbeiten an der „Theatertiefgarage“, die letztlich sicher unterirdisch mit dem Theaterfoyer verbunden werden sollte.
 
Im August/September 2012 begann nun der Vorstand und das beauftragte Sanierungsgremium intensiv über die Einsatzmöglichkeiten der großzügigen Spende nachzudenken. Vor allem verkommene Gebäude in der Ketschenvorstadt wurden in die Überlegungen einbezogen. Gleichzeitig erinnerten viele Bürger an mögliche Sanierungs- und Zuschussobjekte wie die Schnür´s Villa; das geplante Stadtmuseum in der Steingasse, Objekte im Oberen Bürglaß.
 
Es bleibt zu erwarten, dass hier in Zukunft sinnvolle Einsatzmöglichkeiten gefunden werden, wenn im Herbst 2012 die Auszahlung der Brandopfer- entschädigung abgeschlossen sein wird.
 
2)   Organisation
Das Auswahlgremium sollte wunschgemäß klein sein. Es bestand daher bis zum Jahre 2017 aus dem 1. Vorsitzenden Rechtsanwalt Dr. Eidt, dem 2. Vorsitzenden Architekt und Bausachverständigen Stephan Zapf und dem freien Architekten Karl Glodschei bei .gelegentlicher Unterstützung durch Herrn Michael Stoschek. Nach dem bedauerlichen Tod des 2. Vorsitzenden Stefan Zapf wurde die Zusammensetzung geändert; zuständig sind nun die 3 Vorsitzenden Dr. Eidt, Ingenieur Sascha Knonsalla und der Kassierer Helrmut Raab.
Interessierende Objekte werden vom Auswahlgremium ausgesucht, von Mitgliedern der Gemeinschaft angegeben oder von interessierten Eigentümern selbst vorgeschlagen.
Soweit möglich wird die Renovierung dann mit dem jeweiligen Eigentümer abgestimmt, es erfolgt eine Beratung wegen der Inanspruchnahme von staatlichen Denkmalschutz-Fördermitteln und ein Beschluss über die Zuschuss-Summe.
Inwieweit andere Sanierungsmodelle gefunden werden müssen, wird die Art der Eigentumsverhältnisse bestimmen.
 
3)   Sanierungsobjekte
3.1. "Schnür´s Pavillon" Adamiberg
Das erste Objekt, dem eine Förderung zuteil wurde.
 
 
 
3.2. Zweites Objekt voraussichtlich Kirchgasse 14
 
 
Dem Eigentümer wurde eine großzügige Förderung zugesagt, doch ist die denkmalsrechtliche Situation so kompliziert, dass cbis zum August 2018 immer noch kein Abschluss der Arbeiten in Sicht ist. 
 
3.3 Haus  Obere Salvatorgasse 1
 
Diese Haus ist seit langer Zeit nicht bewohnt und höchst sanierungsbedürftig. Der Eigentümer ist ein Senior, der an einer Renovierung aus Alters- und Finanzgründen nicht mehr interessiert ist. Deswegen wird derzeit das Gebäude untersucht, inwieweit eine Sanierung noch möglich ist. Stadtbild hat auch einen Interessenten, der dieses Haus evtl. kaufen würde. Da eine Renovierung jedoch wahrscheinlich nicht rentierlich ist, wird evtl. die Gemeinschaft das Haus kaufen, renovieren und dann möglichst wieder verkaufen. Die Verhandlungen laufen derzeit noch.
  Erfreulicherweise fand sich ein engagierter Interessent. Stadtbild bezahlte dn Kaufpreis, der neue Eigentümer sanierte dieses sicherlich nicht rentierliche Gebäude vorbildlich. 
 
3.4. Haus Ketschengasse 32 ("Haus der Fußgesundheit")
 
 
Das Haus ist von früheren Eigentümern teilweise mit großem Aufwand renoviert worden, jedoch seit längerer Zeit leer stehend. Probleme stehen an bei Feuchtigkeit im Erdgeschoß und bei der verfallenen Außenfassade. Das Haus ist Eigentum der Wohnbau Coburg, die ein Bieterverfahren ausgeschrieben hat. Hier hat Stadtbild Coburg sich beteiligt, obwohl der Kauf eines Gebäudes nicht im direkten Interesse liegt, notfalls aber durchgeführt werden könnte. Ein Sanierungszuschuss zur Fassadenrenovierung wird jedoch in jedem Falle angedacht.
Eine Interessengemeinschaft kaufte dieses Haus mit zwei benachbarten und hat mit der Sanierung 2017 begonnen. Alle drei Objekte erhalten eine der Qualität der Gebäude entsprechende Förderung.
 
3.5. Haus Hinterm Marstall 3
 
 
Der Eigentümer renoviert seit längerer Zeit mit großem Aufwand das gesamte Gebäude. Er hat einen Zuschuss beantragt für die Außengestaltung (insb. Sprossenfenster). Der Zuschußwunsch wird derzeit mit dem Eigentümer erörtert und ist seit 2016 durch eine Zahlung für.den dnkmalspflegerischen Mehraufwand erfüllt.
 
3.6. Ketschendorfer Str. 4
 
Der Eigentümer wird das Haus umfassend renovieren; dabei ist angedacht, auch die Einscheibenfenster, die zu diesem schmuckvollen Haus nicht passen, auszuwechseln. Die Gemeinschaft Stadtbild Coburg hat schon seit Jahrzehnten in einem "Fensterprogramm", wenn auch mit geringen Mitteln, solche Verbesserungen des Hauses gefördert. Hier wird ein Zuschuß zum Einbau von gut gestalteten Sprosenfenstern zugesagt.
 
3.7. Schützenplatz 1
 
Eines der ältesten Handwerkerhäuser, die vor der Stadtmauer errichtet wurden. Derzeit Eigentum der Wohnbau Coburg. Diese regt bei der Gemeinschaft Stadtbild Coburg eine Gesamtsanierung an; es besteht die Möglichkeit, einen Saal einzubauen, der für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden könnte. Angeblich besteht Interesse beim städtischen Kulturamt. Angesichts der Größe des Objekts und des zu erwartenden Sanierungsbedarfs muß dieses Objekt jedoch noch vorsichtig erörtert werden. Bis August 2018 hat sich Stadtbild noch nicht aktiv um dieses Haus bemüht, nicht zuletzt wegen der harten Lehren, die bei der Sanierung des von Stadtbild erworbenen Hauses "Victoriastr. 10" durch einen Totalschaden wegen Wasserrohrbruchs entstanden sind.
 
  
4) Was ist zu tun, um einen Sanierungszuschuss zu bekommen?
 
Es genügt ein  einfacher schriftlicher  Antrag an die Adresse des Vorstandes.
Angaben über Adresse; geplantes Renovierungsprogramm; evtl. Voranschlag über Kosten des Gesamtprogramms und der evtl. zu erwartenden Zuschüsse anderer Programme.
Notfalls kann auch ein Antrag mündlich oder telefonisch gestellt werden. AUF KEINEN FALL SOLLTE DIE RENOVIERUNGSMASSNAHME BEREITS BEGONNEN WORDEN SEIN!
Das Auswahlteam hält sich dabei an die Richtlinie, die der Richtlinie der Stadt Coburg angenähert is, abgedruckt unter "Förderprogramme" als..
 
 
Richtlinie zur Förderung von Maßnahmen der Denkmalpflege und des Denkmalschutzes der Gemeinschaft Stadtbild Coburg e.V..